Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Inquisition im Gamezone-Test


1 Bilder Inquisition im Gamezone-Test

Wer dachte das man im 14. Jahrhundert schnell stirbt, wo doch schon Matthäus sagte: "Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert" (Matthäus 10,34), der hat es noch nicht mit neuestem Machwerk von Wanadoo zu tun gehabt. Ein Titel der mit so vielen Kinderkrankheiten gesegnet ist, dass man bis zum ersten Spiel schon tausend Tode stirbt, bevor "Inquisition" endlich das macht was es soll, nämlich Spaß vermitteln. Schon unmittelbar nach der Installation stolpert man über den überempfindlichen Kopierschutz, der, je nach verwendetem CD-ROM, schon Mal bis zu zwei Minuten (und mehr!) braucht um die CD überhaupt als Originaldatenträger zu akzeptieren. Erst wenn dies geschehen ist beginnt das Programm zu laden, was dann auch recht flott geht. Bevor uns aber das Hauptmenü präsentiert wird müssen wir uns noch für eine Sprache entscheiden und stolpern so schon über die nächste Unschönheit, nämlich die extrem zögerlich ansprechende Auswahl in den Menüs. Da Wanadoo es nicht für nötig hielt die Maus (wer hat die schon) zu berücksichtigen, muss man sich allen Ernstes per Pfeiltasten durch die Menüs hakeln. Hakeln deswegen, weil ein Tastendruck erst ca. eine Sekunde später ausgeführt wird. Doch auch davon lassen wir uns nicht abschrecken, konfigurieren noch schnell das Joypad, wenn es schon keine Maus in diesem Spiel gibt, und starten endlich das erste Kapitel. Davor wird uns allerdings erst einmal ein ziemlich langes, kontrastarmes Introvideo kredenzt, dem man zu allem Überfluss auch noch einen gestörten Ton mit auf den Weg gab. Die Videos kann man übrigens mit keiner Taste abbrechen, so wie auch alle anderen Zwischensequenzen im Spiel. Selbst nach dem x-ten Anlauf muss man sich die Filmchen immer wieder komplett anschauen. Haben wir dies endlich hinter uns gebracht finden wir uns in einem Kerker wieder. Irgendwie müssen wir ziemlich Blau sein, denn die ganze Welt dreht sich um uns. Nach einigem Herumhämmern auf allen verfügbaren tasten allerdings stellt sich heraus, das es sich um einen weiteren Bug handelt, die Anbindung DirectX kompatibler Joypads funktioniert nämlich doch nicht so wie im Handbuch beschrieben. Also in der Konfiguration das Pad ausgeschaltet (wenn schon keine Maus, dann auch kein Pad), und tatsächlich können wir endlich beginnen zu Spielen!

Wir schlüpfen also in die Rolle des jungen Diebes Matthäus dessen erste Aufgabe darin besteht das Gefängnis zu verlassen. Bewegt wird unser Charakter mit den Cursor-Tasten, allerdings nicht so wie man es z.B. von Tomb Raider her kennt, sondern in absoluter Weise zur Kamera. Dreht sich also die Kamera, und das macht sie gerne und oft, dreht sich die Steuerung mit. Dies in Verbindung mit der wirklich mitunter grausamen Kameraführung erleichtert das Game nicht unbedingt. Doch auch daran kann man sich gewöhnen, genauso wie an die seltsame Tastenbelegung, welche sich aber umkonfigurieren lässt. Da wir zu Beginn noch unbewaffnet sind müssen wir alles daran legen nicht entdeckt zu werden. So schleicht man sich also von Ecke zu Ecke und lockt die Wachen durch laute Pfiffe in die gewünschte Richtung. Mit der Zeit kommt man dann an diverse mittelalterliche Waffen, wie den Dolch, das Schwert oder die Armbrust, mit denen man sich dann auch richtig wehren kann. Dabei entsteht zwar kein Kampf wie man ihn von den üblichen Fightern her kennt, da es ja auch nur eine einzige Schlagtaste gibt, trotzdem geben sich die Protagonisten alle Mühe einen möglichst abwechslungsreichen Kampf abzuliefern. So schlägt und versteckt man sich die Kapitel durch bis man plötzlich am Ende der Geschichte angelangt ist und versteht warum die eigene Person so wichtig ist, was ich an dieser Stelle natürlich nicht verrate.

Die gebotene Grafik schafft es zwar ihren Zweck zu erfüllen, ebenso das recht minimalistisch gehaltene Interface, das Auge erfreuen allerdings kann sie kaum, zu graubraun sind die verwendeten Farbtöne, zu kontrastarm die Zwischensequenzen und zu wenige Details schmücken die Level. Dafür sind die Schatten recht gut gelungen, die sich wirklich alle Mühe geben sich nach den gegebenen Lichtquellen zu richten. Ebenso ganz nett sind die Animationen der Figuren.

Die Soundkulisse wartet Hauptsächlich mit den hölzernen Synchronstimmen auf, die sich auch im englischem und französischem Original nicht besser anhören, und viel mittelalterlicher Kammermusik. Die wirkt Anfangs noch recht gut geht aber bald auf die Nerven, da sich die Stücke schnell zu wiederholen beginnen.

Die Steuerung ist in die Hose gegangen. An eine Unterstützung der Maus hat man erst gar nicht gedacht und die DirectX Schnittstelle zum Gamepad besitzt offensichtlich einen schlimmen Bug. Die Steuerung per Tastatur ist, zumindest in der Originalkonfiguration, ist nicht sehr eingängig und die absolute Steuerung im Verhältnis zur Kamera sorgt für so manchen Fehltritt.

  • Peter Grubmair"-"
  • Die "Inquisition" tut man sich am Besten nur an wenn man dazu gezwungen wird. Denn selbst wenn die ganzen technischen Mängel mit hoffentlich bald erscheinendem Patch behoben werden, bleibt doch nur ein flaches Action-Adventure mit unterdurchschnittlicher Grafik und einer nicht erwähnenswerten Soundkulisse übrig. Die unausgereifte Steuerung sorgt für manchen Levelneustart und das Blubbern in den Videos stellt einem die Nackenhaare auf. So summieren sich die ganzen Kleinigkeiten zu einem einzigen großen Frust zusammen, dem man keinen Spieler zumuten kann. Also, Finger weg von diesem Titel.
Inquisition (PC)
  • Singleplayer
  • 3,2 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 4/10 
    Sound 3/10 
    Steuerung 3/10 
    Gameplay 3/10 
Pro & Contra
 
Blubbernde Videos (die nicht unterbrochen werden können)
fehlerhafte Joypad Anbindung
überempfindlicher Kopierschutz
verzögert ansprechendes Hauptmenü
keine Unterstützung der Maus
e_gz_ArticlePage_Default