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Industriegigant 2 im Gamezone-Test


1 Bilder Industriegigant 2 im Gamezone-Test

Fünf Jahre ist es nun schon her, dass der österreichische Publisher JoWooD den Überraschungserfolg "Der Industriegigant" auf die PC-Spielerwelt losgelassen hat. Doch die Zeit wurde genutzt um das Game weiter zu entwickeln und auf den aktuellsten Stand zu bringen. So steht ab sofort der Nachfolger "Der Industriegigant 2" in den Regalen der Händler und wartet darauf von den Spielern gemanagt zu werden.

Wie in Wirtschaftssimulationen üblich beginnen wir damit eine funktionierende Produktionskette aufzubauen. Dabei kommt uns das benutzerfreundliche Interface von Anfang an entgegen, indem es uns möglichst nur die momentan benötigte Information präsentiert. Ständig präsente Fenster oder Anzeigen sucht man vergeblich, lediglich eine kleine Anzahl Icons in der unteren Leiste sind immer vorhanden, alle anderen Features verbergen sich sauber aufgeräumt hinter zahlreichen Kontext-Menüs. Diese platzieren sich manchmal allerdings etwas ungünstig, so dass man nicht umhin kommt das Fenster oder die Landschaft dahinter zu verschieben, bevor man seine Aktion starten kann. Dies ist allerdings das einzige Manko bei der Bedienung des Industriegiganten, denn die Menüs sind trotz ihres grafischen Schmucks alle sehr übersichtlich und logisch aufgeteilt, so dass man bereits nach den ersten benötigten Gebäuden alles Grundlegende ohne fremde Hilfe oder Handbuch erledigen kann. Dies geht soweit, dass für ein erfolgreiches Spiel die vorhandenen Statistiken überhaupt nicht bemühen muss, da z.B. auftauchende Engpässe in der Versorgung auch grafisch auf der Karte angezeigt werden. Auf einen Blick ist zu erkennen welche Waren sich im jeweiligen Lager befinden oder ob ein Bedarf besteht. Generell übernehmen die Lager einen sehr wichtigen Part in dieser Simulation, da praktisch alle Geschäfte ihre Waren von dort beziehen bzw. alle produzierenden Betriebe ihre Waren dort abliefern. Für den Austausch der Waren unter den Lagern sind entweder LKW's, Schiffe, Flugzeuge oder die Eisenbahn zuständig. Für kurze Strecken zwischen zwei benachbarten Städten genügt zumeist ein oder mehrere LKW's, wohingegen weite Strecken eher mit dem Flugzeug oder der Eisenbahn zurückgelegt werden sollten. Schiffe eignen sich besonders für viele und schwere Waren, da das Fassungsvermögen eines Schiffes unerreicht ist.
Über 50 verschiedene Fahrzeuge stehen dem Spieler zur Auswahl, was aber nichts ist im Vergleich mit der unglaublichen Warenvielfalt. Vom einfachen Holz über das Metal bis hin zu Luxusgütern und Lebensmitteln ist fast alles vorhanden was man sich vorstellen kann.

Das Gameplay kann also von der ersten Sekunde an begeistern, wenn wir das erste Lager postieren, einen Supermarkt daneben hinstellen und in unserer ersten Fabrik Fruchtsäfte herstellen, kommt fast so etwas wie Unternehmerstolz auf. Richtig gefordert wird man allerdings erst im späteren Verlauf der Simulation, wenn die Computergegner so richtig zeigen was in ihnen steckt. Im Vergleich mit dem Vorgänger haben die nämlich kräftig zugelegt und verlangen dem Spieler einiges an logistischem Denkvermögen ab. Wer sich in dieser Phase auf dem Erarbeitetem ausruht verliert sein Vermögen schneller als er es verdient hat. Selbstverständlich bietet uns "Der Industriegigant 2" neben den vorgegebenen Missionen auch ein Endlosspiel ohne definiertes Ziel, für den freien Unternehmer sozusagen.

Die Grafik verdient ebenfalls ein Lob. Das gesamte Geschehen präsentiert sich aus einer 2D-ISO-Ansicht heraus, die stufenlos von der Ansicht einzelner Häuser bis zur Übersicht über das gesamte Areal zoomen lässt. Dabei verwendete der Entwickler ganz offensichtlich eine Interpolationstechnik, den bei maximalen Zoom tauchen keinerlei Pixel auf, dafür wird das Bild leicht unscharf. Dies bemerkt man im Spiel allerdings kaum, da man nur selten die maximale Zoomstufe benutzt, meist beobachtet man das Geschehen aus einer höheren Warte heraus.

Die Soundkulisse passt hervorragend zum Spiel, denn sie hält sich angenehm im Hintergrund, wofür man nach mehreren Stunden des Spielens recht dankbar ist. Die gebotenen Systemsounds und Geräusche sind alle sehr markant und einmalig, so dass sie den Spieler optimal unterstützen.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Der Industriegigant 2" ist eine Wirtschaftssimulation wie man sie sich wünscht. Durch das durchdachte Menüsystem fällt der Einstieg, trotz der Unmenge an Funktionen, recht leicht, obwohl es alles bietet was auch der anspruchsvolle Spieler erwartet, von der unglaublichen Warenvielfalt bis hin zu Eingriffsmöglichkeiten in jeden Vorgang, wie die Beladung der LKW´s oder der Reparatur der anderen Verkehrsmittel wie Eisenbahn und Flugzeug. Die Grafik macht ebenfalls eine sehr gute Figur und ist immer wieder schön anzusehen. Genauso überzeugen kann das Interface, welches dem Spieler alle gewünschten Funktionen nur einen Mausklick entfernt bereithält. Ein dickes Lob an die Entwickler, welche trotz der Komplexität der Simulation ein Interface geschaffen haben das sich sehen lassen kann und mit dem auch Einsteiger in das Genre keinerlei Probleme haben dürften.
Industriegigant 2 (PC)
  • Singleplayer
  • 8,2 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 9/10 
    Gameplay 9/10 
Pro & Contra
Wunderbares Gameplay und Interface
Große Auswahl an Waren und Features
Macht süchtig
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