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Imperialismus 2: Alt und ungeschlagen - Leser-Test von Sternenfahrer


1 Bilder Imperialismus 2: Alt und ungeschlagen - Leser-Test von Sternenfahrer
Es ist ein sehr altes Spiel, und es hat sich sicher nicht gut verkauft, aber es ist nach wie vor eines meiner Lieblingsspiele.

Jeder (von bis zu sieben) Spielern übernimmt die Rolle einer Großmacht, die sich auf einer idealerweise zufällig ermittelten Landkarte einen ("verinselten") Kontinent mit ein paar weiteren, weniger bedeutenden Nationen teilen. Es gibt auch die Möglichkeit, auf der historischen Karte zu spielen, was ich aber als relativ langweilig empfinde.

Anfangs ist das große Ziel, die unterentwickelte eigene Wirtschaft anzukurbeln, in dem man Prospektoren ausschickt, um Bodenschätze zu finden, mit Ingenieuren Eisenbahnen und Produktionsstätten ausbaut, um dann mit Arbeitern (die immer hungrig sind...) aus den Rohstoffen höherwertige Produkte herzustellen: Schafswolle wird zu Tuch gewoben, das man dann zu Kleidern verarbeiten kann; aus Holz werden Bretter, die man zu Möbeln verarbeitet. Das Wirtschaftssystem bleibt dabei sehr übersichtlich, ich glaube, es gibt alles in allem etwa 2 Dutzend Rohstoffe/Fertigprodukte.

Mit einer Handelsflotte kann man dann den Plunder an andere Nationen verkaufen. Der Clou hier ist die Beschränkung auf die Spielwelt. D.h., ich kann nur mit den anderen Großmächten oder Nationen handeln, nicht mit einem fiktiven, unerschöpflichen "Drittmarkt"! Ich mag zwar Kohle kaufen wollen, aber wenn sie mir niemand verkauft, gibt's eben keine. Gerade im Mehrspielermodus macht es einen Heidenspaß, dem Mitspieler von ihm dringend benötigte Rohstoffe zu völlig überteuerten Preisen zu verkaufen...

Was mache ich mit dem Geld? Ich rüste Truppen (es gibt diverse Truppentypen, aber wiederum in überschaubarer Zahl), verlade sie auf Schiffe und bringe sie nach Übersee... denn bald schon entdeckt man in den großen Meeren um die Spielernationen herum einen weiteren Kontinent, in dem zahlreiche "wilde" Stämme auf für die Großmächte sehr interessanten weiteren Rohstoffen sitzen. Nur in der neuen Welt läßt sich Tabak, lassen sich Gold, Silber und Diamanten finden.

Und hier wird eine weiter Besonderheit des Spiels deutlich: Nicht nur militärische Mittel sind ein Weg, diese Stämme zu unterjochen; nein, ich kann durch Unterstützungszahlungen, Subventionen und geschickte Zoll- und Boni-Vergabe durch Wirtschaftspolitik eine Abhängigkeit erzeugen, die früher oder später dazu führen wird, daß sich der Stamm freiwillig unter meinen Schutz stellt. Was für ein Triumphgefühl! Was für ein Heidenspaß, den Indianern teure Kleidung zu verkaufen, die aus der Baumwolle hergestellt wurde, die man ihnen zuvor bilig abgekauft hat.
Das funktioniert auch, weitaus schwieriger, mit den oben genannten neutralen Nationen, die sich so nach und nach der einen oder anderen Großmacht anschließen, bis es schließlich zu großen Schlachten zwischen den Machtblöcken kommt, die noch dazu durch ein komplexes Bündnissystem miteinander verkettet sind, einer Phase des Spiels, die mir dann keinen großen Spaß mehr macht. Zumal der Computer militärisch sehr schlecht spielt; wenn man die nötige Wirtschaftskraft besitzt, kann man mit Blockadeaktionen und dem richtigen Truppenmix relativ problemlos die Weltherrschaft erringen.

Weiter Features: Ein nettes Technolgiemanagement (wieder: Komplex genug, um Spaß zu machen, aber simpel genug, um ein Mehrspielerspiel möglich zu machen), Spionage, Flottenmanagement (Geleitzüge zum Schutz der Handelsflotte, Blockade von Häfen), Transportmanagement (für die produzierten Güter müssen auch die nötigen Verkehrswege geschaffen werden, um sie aus dem Gebirge in die Hafenstädte und von dort "nach Hause" zu schaffen), ausgespielte Schlachten als Spiel im Spiel, Erfahrungssystem für die Einheiten usw. usf.

Eins noch zum Mehrspielermodus: Alle Spieler agieren gleichzeitig und bewegen ihre Einheiten; sobald alle Spieler auf "neue Runde" klicken, werden die Interaktionen (Schlachten, Handel) errechnet und die neue Runde beginnt. Eine hervorragende Methode, das tatenlose Herumsitzen, sonst bei rundenbasierten Mehrspielerspielen unvermeidbar, auf ein Minimum zu beschränken.

Fazit: Ich find's toll!

Negative Aspekte:
Instabiler Mehrspielermodus

Positive Aspekte:
Exzellente Mischung aus Komplexität und Spielbarkeit, rundenbasiert, toller Mehrspielermodus

Infos zur Spielzeit:
Sternenfahrer hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 4/10
    Steuerung: 6/10
    Sound: 3/10
    Atmosphäre: 8/10
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