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Ico: Ein kleines Juwel - Leser-Test von HALLofGAME


1 Bilder Ico: Ein kleines Juwel - Leser-Test von HALLofGAME
Wenn ein Kind geboren wird, geht das immer einher mit einem gellenden Schrei. So auch bei Icos Geburt. Nur dummerweise war es nicht der Kleine selbst, der geschrien hat, sondern die ob seines Anblickes mehr als entsetzte Mutter! Denn Ico war nicht einfach nur ein gewöhnliches, rosiges Baby, sondern brachte zu allem Überfluß auch noch zwei Hörner mit ins neue Leben, zwar noch klein, aber trotzdem schon jetzt deutlich sichtbar. Und da war er wieder, jener uralte Fluch...

Vergeblich hatten die Dorfbewohner gehofft, die Ankunft des gehörnten Jünglings, der nach der Überlieferung eine lange Zeit der Plagen einläuten würde, könnte ihrer Generation vielleicht erspart bleiben! Und tatsächlich, mit Icos Geburt schien die Prophezeiung wahr zu werden. Zwölf Jahre lang jagte eine Mißernte die nächste, für traurige Abwechslung sorgten vielfältige Plagen, die gnadenlos auch noch die Kinder dahinrafften. Mehr als dem Jungen mit Furcht und Mißtrauen zu begegnen, konnten die Dörfler die ganze Zeit über trotz allen Schmerzes nicht tun, denn die alten Überlieferungen schützten den gehörnten Unglücksboten genauso, wie sie den Menschen großes Leid verhießen. Ganze zwölf Jahre lang waren sich deshalb machtlos, aber an Icos zwölftem Geburtstag war es endlich soweit...

Pünktlich an jenem Tag stürmten vermummte Reiter noch im Morgengrauen das elterliche Haus und rissen Ico hinaus. Ehe er es sich versah, fand er sich im erbarmungslosen Griff eines der Männer auf einem Pferd wieder und ein stundenlanger Ritt ins Verderben begann. Seine Eltern hatten keinen Finger für ihn gerührt und nun wuchs von Meter zu Meter seine Angst. Als der quälende Gewaltritt nach vielen Stunden vor einer düster bedrohlichen, gewaltigen Burgruine endete, glaubte er zu wissen, daß es nun um ihn geschehen sei. Und tatsächlich fanden sich im Inneren des Bauwerks Reihen mit Dutzenden Steinsarkophargen und schon Augenblicke später war er selbst in einem der steinernen Gräber verschwunden.

Doch die Jahrhunderte haben auch an seinem steinernen Friedhof ihre Spuren hinterlassen und für einen Moment lacht dem Jungen wieder das Glück. Eine spröde Kante bröckelt, der Steinsarg stürzt und zerbricht. Der drangvollen Enge seines geplanten Todesortes entkommen, merkt er sehr schnell, daß er nun lediglich etwas mehr Bewegungsfreiheit in einem umso größeren Gefängnis gewonnen hat. Zu entkommen scheint unmöglich, wichtige Durchgänge sind scheinbar auf magische Weise versiegelt und für ihn unpassierbar. Zum Glück ist Ico, anders als erwartet, aber gar nicht alleine in dem schaurigen Gemäuer, sondern findet bald die mysteriös, transzendente Gestalt Yorda, die verstört in einem Käfig kauertund unverständliches Kauderwelsch von sich gibt. Gemeinsam mit ihr macht er sich auf den rätselhaften und beschwerlichen Weg nach draussen, denn ganz im Gegensatz zu ihm selbst, kann Yorda ohne Probleme jeden verschlossenen Durchgang öffnen. Das er mit der seltsamen Yorda an seiner Seite bald vor noch größeren Problemen als verschlossenen Durchgängen steht, kann er da noch nicht ahnen...

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