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Heroes of the Storm: Blizzards Heldenspektakel zurück im Test

Großer Nachtest zu Heroes of the Storm: Zwei Jahre nach seinem Release ist Blizzards MOBA runder denn je. Doppelt so viele Helden, neue Maps, Modi, Belohnungen und ein faires Free2Play-Modell sorgen dafür, dass sich das betont einsteigerfreundliche Heroes of the Storm immer noch vieler Fans erfreut. Im neuen Review klären wir, warum das Spiel eine höhere Wertung verdient hat.


27 Bilder Blizzard war nicht untätig: Die Heldenanzahl hat sich seit Release fast verdoppelt.  Blizzard war nicht untätig: Die Heldenanzahl hat sich seit Release fast verdoppelt.  [Quelle: Blizzard]
Seit mehr als zwei Jahren müssen sich das enorm populäre Dota 2 und League of Legends ihr Genre mit Heroes of the Storm teilen. Eine lange Zeit, die Blizzard gut genutzt hat: Das Heldenangebot ist seit unserem ersten Test im Juni 2015 von 37 spielbaren Charakteren auf 70 Figuren angestiegen. Das Kartenangebot umfasst zwar nur 13 Maps (eine davon derzeit außer Betrieb), doch dafür haben zahllose Balancing- und Interface-Anpassungen das Spielprinzip mit jedem Patch ein Stückchen runder gemacht. Als wertvoll hat sich außerdem das Update 2.0 im April 2017 erwiesen, das eine neue Belohnungsmechanik einführte. Weil die seitdem für ordentlich Motivation sorgt und jüngst das große Kel'Thuzad-Update erschienen ist, schicken wir Heroes of the Storm noch einmal durchs Testlabor und prüfen, ob eine Aufwertung gerechtfertigt ist.


Hinweis: Auf der zweiten Seite findet ihr unseren originalen Test-Artikel, so wie wir ihn zum Release von Heroes of the Storm im Juni 2015 veröffentlicht haben.



Heroes of the Storm im Nachtest: Mehr Helden, mehr Spaß?

      

Blizzard kann für seine Heldenauswahl aus den Vollen schöpfen: Die neuen Figuren, die aus Warcraft, Starcraft, Diablo und Overwatch hinzukamen, haben Heroes of the Storm gut getan! So fanden nicht nur typische Heiler, Tanks, Damage Dealer und dergleichen ihren Weg ins Spiel, sondern auch ungewöhnliche Helden wie etwa Cho'gall - ein doppelköpfiger Oger, der sich nur mit zwei Spielern gleichzeitig steuern lässt und wie ein Miniboss unter den feindlichen Spielern wütet. Launige Sprüche inklusive! Oder der aus Overwatch bekannte Lúcio, der lässig an Wänden entlangschlittert und Kameraden mit heilender Musik beschallt. Oder die wundervoll unscheinbare Protoss-Drohne Probius, die sich - in den Händen eines fähigen Spielers - als Albtraum für feindliche Creeps und Gebäude entpuppt.

Auch der jüngste Neuzgang Kel'Thuzad macht Laune: Mit mächtiger Distanzmagie heizt der Erzlich seinen Gegnern brutal ein oder kettet sie kurzerhand aneinander. Dafür kippt er schon nach wenigen Treffern aus den Latschen und hat keinerlei Talente, um sich selbst zu versorgen. Vor- und Nachteile halten sich hier die Waage und wer glaubt, mit Kel'Thuzad frontal gegen agile Helden wie Tracer oder Valeera antreten zu wollen, schaut sich die Radieschen danach schnell von unten an.


27 Bilder Taktisches Zusammenspiel entscheidet über Sieg oder Niederlage. Taktisches Zusammenspiel entscheidet über Sieg oder Niederlage. [Quelle: PC Games]

Heroes of the Storm im Nachtest: Verbesserungen im Detail

      

Etwa ein Jahr nach Release kam der Brawl-Modus (Heldenchaos) hinzu, ein wöchentlich wechselnder Event mit eigenen Maps, neuer Heldenauswahl und teils abgefahrenen Spielregeln. Saukomisch blieb uns da ein Deathmatch in Erinnerung, in dem alle Spieler in die Haut von Genji schlüpften. Zehn Cyber-Ninjas, die wild durch die Gegend teleportieren und wie bescheuert mit Shurikens um sich werfen? Eine Mordsgaudi!

Auch das Interface wurde optimiert. So wird nun ein kleiner Cooldown neben dem Charakter eingeblendet, wenn man die Mount-Taste zu früh betätigt. Eine andere Anzeige neben dem Charakterportrait informiert darüber, ab wann Heilbrunnen genutzt werden können. Filter- und Sortierfunktionen sorgen für Übersicht bei der Heldenauswahl. Und dank bequemerer Einstellungsmöglichkeiten im Übungsmodus lassen sich neue Helden wesentlich gezielter austesten als noch vor 2 Jahren bei Release.

Starke Einzelleistungen von Spielern werden mittlerweile nach dem Ende einer Partie herausgestellt, zum Beispiel wenn man besonders viele Kills erzielt, massig XP für sein Team gesammelt oder viele Söldner angeheuert hat. Um die Balance nicht zu gefährden, gibt's dafür zwar keine spielerischen Belohnungen, doch zumindest dürfen die Mitspieler "likes" verteilen und so ihren Kameraden oder Gegner loben.


27 Bilder Nach jedem Match werden besondere Einzelleistungen der Spieler gewürdigt. Belohnungen - etwa in Form von XP - gibt's dafür aber nicht. Nach jedem Match werden besondere Einzelleistungen der Spieler gewürdigt. Belohnungen - etwa in Form von XP - gibt's dafür aber nicht. [Quelle: PC Games]

Heroes of the Storm im Nachtest: Faires Free2Play mit Beutetruhen

      

Das 2.0-Update im April 2017 brachte eine hübsche Neuerung: Ähnlich wie in Overwatch erhält der Spieler nun eine Beutetruhe, sobald ein Charakter einen neuen Level erreicht. Das macht es reizvoller, auch Charaktere hochzuleveln, die man bislang eher gemieden hat. Denn die ersten Levelaufstiege sind schnell geschafft, während es ab Stufe 5 schon mehrere gewonnene Partien benötigt, um den nächsten Rang zu erreichen. Wer viele Truhen haben will, probiert also auch mal neue Helden aus!


27 Bilder Beutetruhen enthalten immer wieder auch mal seltene Skins oder Helden. Beutetruhen enthalten immer wieder auch mal seltene Skins oder Helden. [Quelle: PC Games]
Die Truhen können nahezu alles enthalten, was der Ingame-Shop sonst nur gegen Bezahlung hergibt: Portraitbildchen, Banner und anderen Kleinkram, aber auch coole Kostüme, frische Reittiere, nützliche Stimpacks und natürlich neue Helden. Wir hatten einmal das Glück, in einer stinknormalen Truhe gleich zwei neue Spielfiguren - eine davon "episch" - abzustauben. Da war die Freude groß! Zusätzlich kann man neue Helden wie gewohnt mit erspieltem Gold freischalten. Den Großteil der Währung verdient man nach wie vor einfach, indem man die täglichen Quests erledigt - wer regelmäßig spielt, kann sich auch häufiger mal einen neuen Helden gönnen. Und natürlich gibt's jede Woche wechselnde Charakteren, die gratis gespielt werden können.

So macht Free2Play Spaß: Man braucht keinen Cent zu investieren und hat trotzdem die Chance, regelmäßig neue Helden, schicke Skins und anderes kosmetisches Zeug freizuspielen. Wer trotzdem Geld ausgeben und ohnehin viel spielen will, investiert am besten in Stimpacks, die mehr Erfahrungspunkte bringen und dadurch schnellere Levelaufstiege ermöglichen. Hinzu kommt die Möglichkeit, Skins, Mounts und anderen Kram mit Splittern - einer neuen Ingame-Währung - freizuschalten, die man ebenfalls aus Beutetruhen erhält. Auch hier gilt: Wer viel spielt, bekommt auch viel.

Heroes of the Storm im Nachtest: Raue Sitten

      

Eine andere Möglichkeit, um mehr Erfahrungspunkte nach einer Partie abzustauben, ist das Zusammenspiel mit Freunden. Wer in einer festen Party spielt, kann seinen XP-Gewinn weiter erhöhen. Und noch mehr Erfahrungspunkte winken, wenn man zusätzlich ein Liga-Spiel bestreitet und sich damit in die laufende Saison stürzt. Hier weht allerdings ein deutlich härterer Wind: Vor jedem Match steht eine lange Teambildungsphase an und natürlich sind auch die Partien selbst spürbar anspruchsvoller, da sich hier erfahrene Spieler rumtreiben.

Dazu verschärft sich leider auch der Tonfall im Chat. Wer eher dünnhäutig aufgestellt ist und nicht damit klarkommt, schon beim kleinsten Fehler von irgendwem als Vollidiot beschimpft zu werden, sollte den Ranked-Modus meiden wie Diablo das Weihwasser. Dann ist der Quickmatch-Modus, in dem schnell zufällige Spieler für eine ordentliche Partie gefunden werden, womöglich die bessere Wahl - hier wird zwar auch öfter mal im Chat gemeckert, doch ohne den Ranglistendruck geht's ingesamt deutlich entspannter zu. Und im Zweifelsfall kann man Mitspieler einfach stummschalten.

Das Matchmaking vermeidet nun nach Möglichkeit doppelte Helden auf beiden Seiten, was in der Regel zu facettenreicheren, aber nicht zwangsläufig faireren Teams führt. Das kann aber auch ein Vorteil sein, weil eben auch ungewöhnliche Kombinationen (etwa fünf Spezialisten im gleichen Team) durchaus effektiv und spannend sein können, sofern man seine eigene Spielweise anpasst.


27 Bilder Kel'Thuzad setzt auf zerstörerische Distanzmagie. Kel'Thuzad setzt auf zerstörerische Distanzmagie. [Quelle: PC Games]
Und wenn's doch mal schief geht und ein Spieler sich bewusst daneben benimmt oder versucht, dem eigenen Team zu schaden, hat man die Möglichkeiten, den Störenfried bei Blizzard zu melden. Das Reporting-Werkzeug könnte zwar mehr Auswahl vertragen, doch es ist besser als nichts. Da Blizzard vor allem Leaver - also Spieler, die vorzeitig ein Match verlassen - nach mehreren Verstößen bestraft, taucht das Problem unserer Erfahrung nach kaum noch auf.

Heroes of the Storm im Nachtest: Fazit und neue Wertung

      

Heroes of the Storm hat sich seit seinem Release zwar nicht grundlegend verändert, wurde aber konsequent ausgebaut und weiterentwickelt. Lootboxen, Detailverbesserungen und viele neue Helden sorgen für ordentlich Motivation, zumal das Free2Play-Modell sehr fair ist: Auch ohne Echtgeldeinsatz schaltet man regelmäßig frische Helden, Kostüme und anderen kosmetischen Kram frei. Eben so wie es sein soll. Was sich in den zwei Jahren nicht geändert hat, ist der Anspruch: Heroes of the Storm richtet sich mit seiner entschlackten Spielmechanik nicht nur, aber auch explizit an Einsteiger, während Profis in Dota 2 mehr Tiefgang und Anspruch geboten bekommen.

Wir werten Heroes of the Storm um zwei Punkte auf.

Heroes of the Storm (PC)
  • Spielspaß
  • 87 %
  • Grafik - 
    Sound - 
    Multiplayer - 
Pro & Contra
Spannende, actionreiche Partien
Sehr einsteigerfreundlich
Große Auswahl an toll designten, unterschiedlichen Charakteren
Schicke Maps mit eigenen Aufgaben
Farbenfrohes, detailverliebtes Design
Präzise Steuerung
Durchweg guter Sound und viel Humor
Faires Free2Play: Alle Helden mit Gold erspielbar
Solider Gold-Nachschub durchtägliche Quests
Lootboxen motivieren mit neuen Helden, Skins, Mounts usw...
Interface und Menüs wurden sinnvoll überarbeitet
Selbsternannte Profis nerven im Chat (vor allem im Ranglistenspiel)
Matchmaking nicht immer fair
Seit Release vor zwei Jahren nur fünf neue Maps erschienen
Zähes Aufleveln der Helden ab ca. Stufe 5
Reporting-Werkzeug nicht optimal
Lange Respawn-Zeiten gegen Ende der Partien
Manche Helden noch etwas unausgegoren


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