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Headhunter: Der Kopfgeldjäger - Leser-Test von tom31ush


1 Bilder Headhunter: Der Kopfgeldjäger - Leser-Test von tom31ush
Für Dreamcast-Besitzer war "Headhunter" von der nordischen Softwareschmiede Amuze schon allein aus Mangel an Konkurrenz im Genre Action-Adventure ein Pflichttitel. Die folgende Umsetzung für die PS2 hatte es hier schon deutlich schwerer. Immer mit dem Vorurteil behaftet, eine Kopie des Megahits "Metal Gear Solid 2" zu sein, tauchte das Game nie in den Verkaufscharts auf. Leider (soviel soll schon mal vorweg genommen werden), denn der Titel verspricht nicht nur einen coolen Helden und ein dunkles Zukunftsszenario, sondern auch eine sarkastische Story.

Die Story

Wie bereits erwähnt, spielt "Headhunter" in einer nicht all zu fernen Zukunft. Ort der Handlung ist das sonnige Kalifornien.
Zu dieser Zeit hat der Staat alles unter Kontrolle, was sich durch Zensur und strikte Gesetze äussert. Der Handel mit Edelsteinen, Rohstoffen wie Öl oder ähnliches steht nur noch im Hindergrund, wichtigstes Gut sind die Organe der Menschen (insofern vielleicht gar nicht einmal so ein utopisches Zukunftsszenario). Kriminelle, Minderbemittelte und Opfer von Katastrophen werden eiskalt unter dem Deckmantel der Legalität als Zwangsspender missbraucht. Eine entscheidende Folge davon ist, dass zerstörerische Waffen verpönt bzw. verboten sind. Alles ist darauf eingerichtet die Organe nach Möglichkeit nicht zu verletzen.
Besonders mächtig ist die private Organisation Anti-Crime-Network (ANC), welche für die Bekämpfung der Kriminalität zuständig ist und dies durch angeheuerte Kopfgeldjäger (Headhunter) bewerkstelligt.
Jack Wade, der Held des Spiels, ist einer von ihnen, oder besser war einer von ihnen. Im Intro des Spieles (welches aus vorgerenderten Szenen, real-life TV-Bildern und einem Tutorial besteht) wird ziemlich schnell klar, das unser Protagonist in einer verzwickten Lage steckt (aus welcher wir ihm natürlich heraushelfen sollen *g*). Arbeitslos, ziemlich angeschlagen und ohne jegliche Erinnerung starten wir ins Abenteuer...

Die Grafik

Das beste gleich zu Beginn: Sega hat uns Usern eine 60 Herz - Option spendiert, was für ungetrübten optischen Spass sorgt.
Grafisch erinnert das Spiel stark an den Dreamcast-Vorgänger, was jedoch nicht als Abwertung gemeint ist.
1. Die Umgebungsgestaltung:
Licht und Schatten wechseln sich hier ab. So sind die Texturen sauber programmiert und sehr vielfältig designt, jedoch kann man gerade bei den Gebäuden feststellen, dass ein paar mehr Polygone bei weitem nicht geschadet hätten.
Trotzdem wird dem Spieler eine Menge Abwechslung geboten. So hat man z. B. die Möglichkeit in einem Kaufhaus, in der Villa von Wade's Chef Stern, in einer Bank oder auf einem Schiff sein Unwesen zu treiben (und es gibt noch einiges mehr). Gerade dies ist neben der absolut spannenden Story auch ein Grund, weshalb das Game eigentlich nie langweilig wird.
2. Die Animation der Figuren:
Die Figuren sind hervorragend animiert und sehr gross ins Bild gesetzt (Figuren deshalb, weil man in späteren Leveln auch mal die Gelegenheit hat neben Jack Wade auch Angela Stern zu steuern). Ob man nun zu Fuss durch irgendwelche Kanäle wandert oder per Motorrad durch die Stadt heizt, immer wird ein äusserst realer Bewegungsablauf dargestellt. Leider gibt es bei den Bike-Sequenzen einen negativen Punkt: Die Grafik baut sich (nach DC-Vorbild) recht langsam auf, was dem Spieler dann auch nicht verborgen bleibt.
3. Die Zwischensequenzen:
Hier kann man den Entwicklern nur ein riesiges Lob aussprechen. Dem Spieler wird die Story durch exzellent gezeichnete Sequenzen erzählt, immer wieder aufgelockert durch sarkastische Nachrichtensendungen, in welchen zwei Schauspieler eine absolut film-reife Leistung bringen. Selbst die Ladebildschirme wurden nicht schmucklos gestaltet, sondern hier bekommt man diverse Werbungen der Firmen der Zukunft zu sehen (was schon allein zu manchen Schmunzler verleitet).

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