Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Hard Edge: Biohazard goes Anime - Leser-Test von HALLofGAME


1 Bilder Hard Edge: Biohazard goes Anime - Leser-Test von HALLofGAME
Tokio, irgendein Morgen im Jahr 2046. Die Skyline von Tokio wird überragt vom Wolkenkratzer der Machinery Gear Corporation, einem der bedeutendsten Raumfahrt und Waffenkonzerne der Zukunft. Plötzlich schreckt ein Notruf aus dem Togusa Building die noch verschlafene Stadtpolizei auf, Terroristen haben das Gebäude besetzt. Die Stadtpolizei reagiert prompt und stürmt mit ihren SWAT-Teams das Gebäude. Doch die Terroristen waren schneller! Längst haben sie das Gebäude in eine Festung und todbringende Falle für potentielle Angreifer verwandelt und die SWAT-Teams werden fast komplett ausgelöscht. Nur Alex Barrat, Schußwaffenexperte und Michelle Stevenson, die lieber auf Stichwaffen vertraut, überleben das Debakel. 21.30 Uhr, nach einem Tag voller sinnloser Verluste beginnt endlich der wirkliche Einsatz...

Nachdem sich die Überlebenden Alex und Michelle im Togusa Building getroffen und einen erneuten Abwehrversuch der Terroristen überlebt haben, beginnt ein charmantes Third-Person Action-Adventure, das -etwas gewöhnungsbedürftig für westliche Spieler- eher den Geschmack von Anime- und Manga Freunden treffen dürfte. Inmitten exzellenter und überaus realistischer Renderkulissen, die sich von Resident Evil über Parasite Eve und Galerians nicht vor der Genre-Konkurrenz verstecken müssen, stehen dem Spieler nämlich mit Alex und Michelle zwei typisch japanische Kulleraugen-Heroes zur Verfügung. Die sind zwar, anders als von RPGs, zumindest nicht klein und riesenköpfig, ihre kulturelle Herkunft können sie aber dennoch nicht verbergen.

Zum Glück wird schon recht früh im Spiel deutlich, das Hard Edge das Genre zum damaligen Zeitpunkt nicht nur in Punkto Heldenoptik bereichert, sondern auch spielerisch ein wenig frischen Wind mitgebracht hat. Unmittelbar nach ihren ersten zaghaften Schritten trennt sich das Helden Duo nämlich und geht fortan getrennte Wege. Ganz unter dem Motto "Getrennt marschieren, gemeinsam zuschlagen" kann der Spieler jederzeit die Kontrolle zwischen den Protagonisten wechseln. Wo sonst genretypisch im Zweifelsfall die ewig lange Suche nach einem Schlüssel-Item auch schon mal die persönliche Frustanzeige des Spielers nach oben treibt, wechselt Ihr bei Hard Edge einfach den Charakter und greift dem verzweifelten Kollegen unter die Arme. Anders als im indizierten Resident Evil 2 oder dem letzten Alone in the Dark ist es unmöglich, das Spiel mit jedem Charakter jeweils einmal durchzuspielen, hier kommt es von Anfang an auf Teamwork an. Selbst das durchtrainierte Anime-Heldenpärchen wäre damit überfordert, sodaß sich im Verlaufe der Odyssee durch den Wolkenkratzer mit dem riesigen Polizisten Burns Byford und der kleinen, flinken Rachel Howard sogar zwei weitere spielbare Charaktere zu den Spezialisten dazu gesellen. Ein Action-Adventure mit vier abwechselnd zu steuernden Protagonisten, das hat immerhin Seltenheitswert im Genre!

Natürlich schauen die Terroristen da nicht tatenlos zu und so wimmelt es im Togusa Building von allerlei Gestalten, die dem Quartett ans Leder wollen. Von einfachem Fußvolk über Wachroboter, Sprengfallen und Mutanten, die aussehen, als wären sie in Resident Evil gerne mal als Licker aufgetreten, ist so ziemlich alles hinter den Gesundheitsleisten Eurer virtuellen Alter Egos her, was man sich vorstellen kann. Ist das terroristische Kanonenfutter noch relativ einfach zu bändigen, wird es in den Boßkämpfen aber in jedem Fall herausfordernd, was zugegebenermassen nicht immer nur das Verdienst der Gegner ist, doch davon später mehr.

e_gz_ArticlePage_Default