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Gunman Chronicles: Ein wenig Half-Life Nostalgie - Leser-Test von Berte


1 Bilder Gunman Chronicles: Ein wenig Half-Life Nostalgie - Leser-Test von Berte
HALF-LIFE ist ein Klassiker und hat nachhaltig Einfluss auf die Entwicklung neuer Ego-Shooter. Nur wenige Spiele reichten an die Qualität dieses Referenzproduktes heran. SYSTEM SHOCK 2 sollte wohl fast ebenso gut sein. Auch NO ONE LIVES FOREVER sollte qualitativ mit HALF-LIFE mithalten können. Dies kann ich leider nicht bestätigen. SYSTEM SHOCK habe ich noch nicht gespielt und für NO ONE LIVES FOREVER reichen meine Hardware Ressourcen nicht mehr aus.
Aber was machen, wenn man das geliebte und schmerzlichst vermisste HALF-LIFE Feeling dennoch reinkarnieren möchte? OPPOSING FORCE war eine sehr gute Variante, bot aber aufgrund des geringen Umfangs nur zeitlich begrenzten Spielspaß.
Daneben gibt es natürlich auch noch die Multiplayer Option, die - ganz logsich- in unserer WG in so ziemlich allen Spielarten durchgezockt wurde. COUNTER STRIKE, TEAM FORTRESS- alles nichts neues. Dennoch dürstete mich nach neuen Einzelspieler Missionen.
Und dann kam die Erleuchtung in Form von GUNMAN CHRONICLES. Dieses Spiel bietet eigentlich einen Nachteil, der aber für mich einen ganz bedeutenden Vorteil darstellte. GUNMAN wurde auf Grundlage der mittlerweile doch recht betagten Half-Life Engine programmiert. Das mag heutzutage im Vergleich mit anderen Spielen doch eher veraltet wirken. Für meinen recht schmalbrüstigen Rechner bedeutete das aber die Rettung und zugleich die Möglichkeit noch einmal ein neues Spiel mit etwas gehobeneren Grafik Optionen zu spielen.

Für Leute mit schnellen Rechnern ist die Grafik dagegen kaum noch akzebptabel. Die üblichen Lichteffekte, veraltete Texturen, die auch beim Näherkommen unscharf bleiben und architektonisch eher unscheinbare Leveldesigns. Dafür wird man aber auch mit extrem kurzen Ladezeiten verwöhnt!

Dennoch weiß das Spiel zu fesseln. Vor allem die komplett neue Spieleumgebung fasziniert. Keine Troppers, Ärzte oder Sicherheitsleute wie in Half-Life. Stattdessen kämpft man gegen Weltraum Desperados, Wissenschaftler und allerlei Ungeziefer von der Größe eines Broilers bis hin zu ausgewachsenen Dinosauriern.

Erfreulich auch, daß die Macher von GUNMAN viele gute Eigenschaften von Half-Life übernommen haben. So muß man auf alles gefaßt sein und hinter wirklich jeder Ecke kann etwas unerwartetes passieren. Das gleiche trifft auch auf die spannende Story zu. Der Sound passt perfekt dazu und läßt die Spannung merklich steigen. Ein paar Besonderheiten gibt es auch noch. Das Waffensystem wurde verändert. Fast alle Waffen verfügen über mehrere Modifizierungsmöglichkeiten, die vereinzelt bis zu mehreren Dutzend verschiedene Kombinationsmöglichkeiten ergeben, die man tatsächlich auch öfter mal gebrauchen kann. Als weiteres Schmackerl darf man streckenweise einen Panzer fahren. Man ist unverwundbar und verfügt über Wahnsinns Feuerkraft. Das macht natürlich einen Heidenspaß!

Aber nicht alles ist Gold was glänzt und unabhängig von der Grafik gibt es noch den einen oder anderen Schwachpunkt. Zum ersten wären da die Gegner. Bei Half-Life kämpfte man zumeist gegen intelliegente Soldaten (oder Roboter in der deutschen Version). Bei GUNMAN sind es hauptsächlich die außerirdischen Lebensformen, die aber meistens unkontrolliert angreifen. Nur die Desperados beweisen etwas KI, sind dafür aber auch seltener anzutreffen. Außerdem hätte die Gegnervielfalt etwas größer sein können.

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