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Gran Turismo 3: A-spec - Endlich.... - Leser-Test von buckshot


1 Bilder Gran Turismo 3: A-spec - Endlich.... - Leser-Test von buckshot [Quelle: Sony]
Einem neugewählten Kanzler werden 100 Tage Schonfrist, um sich in seinem Amt zu bewähren, gegönnt. Übertragen auf den Konsolenmarkt muß die selbsternannte High End Konsole aus dem Hause Sony, so langsam ihren hohen Ansprüchen gerecht werden. Objektiv betrachtet sind, mit Ausnahme des Snowboardspektakels SSX, zwar einige gute, jedoch keine herausragenden Spiele erschienen welche die Investition von rund 870 DM in die Hardware rechtfertigen würden. Der Ruf nach einer echten Killer-Application wird zusehends lauter! Neben METAL GEAR SOLID 2 und FINAL FANTASY X dürfte die Rennsimulation GRAN TURISMO 3 das derzeit mit am meisten Spannung erwartete Game sein, welches endlich die wirkliche Power der Emotion Engine demonstrieren sollte. Zwar erscheint der Racer, nach zahlreichen Verschiebungen als PAL Version erst im Juni, unser ausführliches Preview soll die Wartezeit jedoch etwas verkürzen.

Wie wichtig dieser Titel für Sony ist, demonstriert der bisherige Erfolg der Serie. GRAN TURSIMO verkaufte sich seit der Veröffentlichung 1997 rund zehn Millionen mal, der Nachfolger brachte es innerhalb eines guten Jahres bereits auf fünf Millionen Exemplare. Ursprünglich als GRAN TURISMO 2000 betitelt, konnten die Entwickler von Polyphony Digital diesen Namen aufgrund der angesprochenen Verschiebungen nicht halten und entschlossen sich nun das Kind GRAN TURISMO 3 zu nennen. Dies wollte eigentlich tunlichst vermieden werden, da es sich beim PS2 Auftritt an sich nicht um einen echten dritten Teil handelt, sondern viel mehr um die grafisch extrem aufpolierte Version des direkten PSX Vorgängers.

Auch hier sprechen Zahlen deutliche Fakten. Der Fuhrpark hat sich von ehemals 594 Karossen auf nunmehr 150 Boliden gesund geschrumpft, was in erster Linie auf den deutlich erhöhten Programmieraufwand zurück zu führen ist. Bestanden die Wagenmodelle auf der PSOne noch aus durchschnittlich 300 Polygonen, sorgen auf der PS 2 bis zu 5000 Dreiecke für fotorealistische Abbilder der Traumautos. Der damit verbundene Detailreichtum stellt alles bisher dagewesene spielend in den Schatten. Sei es das Hitzeflimmern auf den Motorhauben, eine akribisch genaue Darstellung - welche bis hin zu den Reflektoren unter dem Plastik der Rücklichter reicht - oder das Spiegeln der Umgebungsgrafik im Lack der Karosserie, an jede noch so nichtig erscheinende Kleinigkeit wurde gedacht.

Das trifft auch auf die Gestaltung der insgesamt 15 Strecken zu, welche zu Gunsten der Langzeitmotivation auch im Mirror-Mode befahren werden können. Durch die wirklichkeitsgetreue Gestaltung der Circuits erscheint die Streckenführung grundsätzlich zwar nicht so spektakulär wie bei einigen Arcaderacern, dieses Manko bügelt GRAN TURISMO 3 allerdings mit einem wahren Feuerwerk an grafischen Effekten aus. Der Spieler wird mit revolutionären Details wie Hitzflimmern auf dem Asphalt, das die Fernsicht in der Mittagsglut trübt, oder einem unglaublich cool aussehenden Lichteinfall durch das Laub in Waldabschnitten nur so bombadiert. Spezielles Augenmerk scheinen die Entwickler auf wirklichkeitsnahe Lichteffekte und deren Auswirkung auf den Fahrer gelegt zu haben. Bisher waren in Videogames nur Lensflares bekannt, GRAN TURISMO 3 treibt das Spiel mit der Sonne jedoch noch viel weiter. Wenn der heiße Planet z.b. durch Baumkronen plötzlich hervor blitz fühlt man sich förmlich geblendet, schneller Licht und Schattenwechsel erschwert es den Kurs im Auge zu behalten, ganz zu schweigen vom berüchtigten Tunneleffekt. Auch die Texturen lassen das oftmals gehörte Jammern über den begrenzten Videospeicher der PS2 in einem anderen Licht erscheinen. Felsmassive z.B. sind nicht nur mit einer eintönigen "Polygontapete" überzogen, sondern bergen in sich nochmals Konturen und kommen somit der Natur absolut nahe, Stahlträger an Brücken weisen Rostflecken auf... Das gleiche trifft auf die PS2 Kinderkrankheiten Interlaceflimmern und fehlende Kantenglättung zu. Davon ist absolut nichts zu sehen. Trotz Fullscreen Anti-Aliasing und High Res Auflösung geht die Hardware kein einziges Mal in die Knie um sich Slow Downs, Pop Up's oder Clipping Fehler zu leisten! Welch grafisches Glanzstück Polyphony Digital hier in der Schmiede hat, zeigt am besten der direkte Vergleich des Laguna Seca Kurses mit der bisherigen Referenz FERRARI CHALLENGE F-355 auf dem Dreamcast. Die Emotion Engine verweist Sega's Edelracer hier klar in die Schranken und sieht nochmals um ein bis zwei Klassen besser aus. Neben 13 altbekannten Kursen aus den Vorgängern finden sich auch zwei komplett neu designte Strecken auf der DVD wieder. Dabei handelt es sich um die Stadtkurse von Monte Carlo und Tokio. Letzterer treibt die Effekthascherei mit dem, sich im Regenwasser spiegelnden Lichtermeer der japanischen Metropole, endgültig auf die Spitze! Auch in Sachen Replay gibt es einige Neuerungen, so können die gefahrenen Rennen nicht mehr nur aus vorgegebenen Perspektiven nochmals verfolgt werden, sondern ganz Premiere World like, direkt ins Cockpit jedes einzelnen Wagen geschaltet werden.

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