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Gothic 2: geniales RPG - Leser-Test von agony


1 Bilder Gothic 2: geniales RPG - Leser-Test von agony
Der langersehnte Nachfolger des Rollenspiel-Hits Gothic ist nun endlich erhältlich und verspricht ein größeres, besseres und beeindruckenderes Abenteuer.
Bereits das dramatische und eindrucksvolle Intro leitet in die gelungene, wenn aber auch nicht überaus einfallsreiche Story ein. Wie schon im ersten Teil schlüpft man in die Rolle eines namenlosen Helden, der zuvor vom Magier Xardas gerettet wurde. Er erzählt uns, dass sich das Grauen in Form einer Orkarmee verbreitet und ihr Unwesen in einem Minental treibt.
Hierbei gilt es, die Stadt Khorinis zu betreten und die Paladine darüber zu informieren.

Die Aufgabe des Spiels besteht nun darin, ein magisches Artefakt zu erhalten, um damit die Armee der Orks zu vernichten. In einer Welt von Magiern, Paladinen, Söldnern und brutalen Bauern beginnt man eine Karriere als einfacher Kämpfer, sammelt Erfahrungen und Erlebnisse und soll nun zum großen und anerkannten Drachentöter werden, um die Welt zu retten. In Gothic 2 startet man also als einfacher Mensch, völlig unerfahren und schwach.

Gleich zu Beginn fällt auf, dass dem Spieler wirklich eine Menge Freiheit geboten wird. Egal, ob man anfängliche einfache Arbeiten bei einem Bauern ausübt oder direkt in die Stadt wandert - es ist dem Charakter überlassen, wofür er sich entscheidet. Alle Wege führen irgendwie zum Ziel, und somit steht man bereits in den ersten Minuten vor der Qual der Wahl. Doch aufgepasst: Einsteiger mögen anfänglich durch den hohen Schwierigkeitsgrad erschreckt sein, denn bereits durch kleine Handlungen kann das Spiel beendet werden. Sagt man etwas falsches oder kämpft gegen einen zu starken Gegner, so darf man stets neu beginnen. Hier hilft zum Glück die Möglichkeit, jederzeit abspeichern zu können.
Hat man es trotzdem geschafft, sich einer Gilde anzuschließen, ist der Einstieg erfolgt. Spätestens dann bemerkt man die riesige Welt dieses düsteren Reiches. In der Stadt kann man mit zahlreichen unterschiedlichsten Charakteren reden und sich auch die entsprechenden Aufträge geben lassen. Besonders die vielen Unterhaltungen mit den Menschen überzeugen. Die mannigfachsten Eigenschaften, Bewegungen und Handlungen der Personen lassen das Gefühl aufkommen, dass es sich um wirklich reale Individuen handelt. Sie reagieren auf die Spielerentscheidungen, können einen anschwärzen oder sauer werden, wenn ihnen etwas nicht passt.
Auch die lebendige Landschaft gefällt sehr. Patrouillierende Wachen, verkaufende Händler, besoffene Penner, Mägde und zahlreiche andere Charakterzüge lassen bald erkennen, dass das soziale Umfeld durchdacht und umfangreich gestaltet wurde. Die deutsche Sprachausgabe der vielen Figuren ist beeindruckend und an die jeweiligen Personen angepasst. Auch wenn sich einige Synchronsprecher wiederholen, trägt dies trotzdem ungemein zur düsteren Atmosphäre bei, ohne das Gothic2 nicht annähernd so mystisch wirken würde. Die teilweise recht deftigen Sprüche sind nichts für zartbesaitete Spieler, da passende Vulgärsprache verwendet wurde. Beziehungen zwischen den Menschen und ihre Abneigung gegeneinander sind z. B. wichtige Punkte, um umfangreiche Quests zu erfüllen. Dabei ist nicht nur das Kämpfen wichtig, sondern auch das Kommunizieren mit den Einwohnern darf nicht zu kurz kommen.
Von Mission zu Mission muss der Spieler nun versuchen, vom unbekannten Menschen zum einflussreichen Kämpfer zu werden, damit die Paladine euch anhört. Erst mit ihrer Hilfe ist man dann in der Lage, die Gefahr der Orks zu vernichten. Auch das Kämpfen außerhalb der Stadt hilft dabei, Erfahrungen zu gewinnen und Lernpunkte zu erhalten, die Stärke oder Fähigkeiten verbessern. Diese Lernpunkte können selbst verteilt werden und somit ist es möglich, den eigenen Charakter zu formen und bestimmte Fähigkeiten nach eigenen Vorstellungen zu fördern.
Wie auch bereits im Vorgänger kann man sich 3 verschiedenen Gildenarten anschließen. Sowohl Söldner, Feuermagier als auch Miliz stehen zur Auswahl, die jeweils ihre Vor-und Nachteile besitzen.

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