Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Geoff Crammond's Grand Prix 4 im Gamezone-Test

Die Formel 1 Saison befindet sich bereits im vollen Gange, sogar einen Skandalfall hatte sie dieses Jahr schon, da schickt Infogrames seine F1-Simulation "Geoff Crammond's Grand Prix 4" ins Rennen.

1 Bilder Geoff Crammond's Grand Prix 4 im Gamezone-Test

Der Entwickler verspricht uns mit diesem Titel eine komplett neu erstellte 3D-Engine die ihre Daten direkt aus dem GPS-System erhalten hat. Die Grafik soll einen gestalterischen Meilenstein darstellen. Nach diesen Versprechungen waren wir umso gespannter was uns denn nun erwarten würde.

Nach der Installation finden wir uns in einer Menüstruktur wider wie sie unübersichtlicher kaum mehr sein kann. Da wir die Ingame-Grafik endlich begutachten wollen starten wir ein schnelles Rennen ohne Wertung. Besser gesagt, wir versuchten zu starten, denn unser Bolide weigerte sich standhaft sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Die Ursache ist schnell gefunden und liegt einfach darin, dass die vorgegebenen Konfigurationen absolut unspielbar sind. Wählt man z.B. das Keyboard, liegen auf den Cursortasten die verschiedenen Kameras, gelenkt wird mit Komma und Punkt. Aber wer spielt schon ein Autorennen mit der Tastatur?! Also die Steuerung auf das Gamepad umgelegt und sich wieder geärgert, denn mit dem Steuerkreuz nicht nur zu Lenken sondern auch zu Beschleunigen und zu Bremsen ist nicht sehr praktisch. Laut Handbuch sollte es aber kein Problem darstellen die Joypad Belegung neu zu definieren. Leider schweigt es sich darüber aus wie das funktionieren soll. So sind wir auf uns allein gestellt und versuchen in den Tiefen der unübersichtlichsten Menüs die je ein PC gesehen hat die Belegung zu ändern. Dabei müssen wir uns durch vier Ebenen durchklicken um nur eine einzige Funktion umzulegen. Wer dabei die deutsche Sprache ausgewählt hat steht komplett im Wald, denn verwirrender können die Bezeichnungen nicht mehr sein. Einzig die vorgegebenen Einstellungen für ein Lenkrad sind vernünftig vergeben, bei allen anderen Eingabegeräten kommt man um eine Neueinstellung nicht herum.
Nach diesem Abenteuer können wir uns endlich auf die Piste wagen und die ersten Runden drehen. Dabei greifen uns alle bekannten Fahrhilfen unter die Arme, von der eingeblendeten Ideallinie über die Lenk- und Bremshilfe bis hin zur Anti-Schlupf Regelung, die sich selbstverständlich auch einzeln ab- und anschalten lassen. Dies stellt sich in der Praxis allerdings als nicht wahr heraus. Benützt man z.B. ein Joypad, lenkt der PC immer mit, selbst bei ausgeschalteter Hilfe. Ein Kurvenschneiden ist so nicht möglich, da sich der Wagen schlicht und einfach weigert vor der Kurve zu lenken. Aber wer spielt schon ein Autorennen mit einem Joypad?! Es läuft also alles darauf hinaus, dass man dieses Game nur mit dem Lenkrad vernünftig bedienen kann.
Bleibt noch zu erwähnen, dass sämtliche Autos über das gleiche Physikmodel verfügen. Der Minardi fährt also genau so schnell wie der Ferrari etc...

Die verwendeten F1-Pisten wurden allesamt nach den GPS-Satellitendaten erstellt und entsprechen somit praktisch den Originalen, was man ihnen auch anmerkt. Wer sich bereits auf den F1-Pisten dieser Welt auskennt fühlt sich wie zuhause. Trotzdem wirken die Strecken großteils recht mager und etwas schmucklos. Dies trifft auch auf die restliche Grafik zu. So sind die Rennwagen alle sehr detailliert dargestellt, das Schadenssystem aber ist megaplump und nach einem Ausflug ins Grüne sind die Reifen immer noch blitzblank sauber.
Im Rennen gibt es auch nur zwei Kameraperspektiven, nämlich die aus dem Cockpit und die auf dem Heckflügel, mehr nicht. Das reicht zwar zum spielen, eine Verfolgerkamera hätte trotzdem nicht geschadet.

Die Steuerung hinterlies einen sehr durchwachsenen Eindruck. Vernünftig bedienen kann man "Grand Prix 4" ausschließlich mit einer Lenkrad/Pedal-Kombination, alle anderen Eingabegeräte sorgen nur für Frust und sind mehr oder weniger ungeeignet. Einen Minuspunkt gibt es auf alle Fälle wegen der extrem verkomplizierten Konfiguration, die einen manchmal am eigenen Verstand zweifeln lässt.

Die Soundkulisse bewegt sich bestenfalls irgendwo im Mittelfeld. Die Motoren klingen sehr real und gut, viel mehr gibt's aber kaum zu hören. Besonders der Start eines Rennens sollte schon etwas mehr Lärm produzieren. Abseits der Strecke gesellt sich zum Motorensound noch diverse Abrollgeräusche, die aber nicht mehr so echt klingen wie der Motor. Wirklich schräg klingen aber erst die Karambolagesounds, welche wohl beim zusammenschlagen von Sperrmüll entstanden sind.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Grand Prix 4" wird es sicher nicht schaffen die Konkurrenz zu schlagen, zu viele Spaßbremsen hat man eingebaut. Die Menüs sind extrem unlogisch und unübersichtlich aufgebaut und verschachtelt, die Steuerung funktioniert nur mit einem Lenkrad vernünftig, insofern man den Konfigurationsmarathon überstanden hat, und die Grafik wartet auch nur mit mittelmäßiger Kost auf. Dazu gesellt sich ein flacher Sound und eine nicht dem Reglement entsprechende F1-Saison, da man sich die Reihenfolge der zu fahrenden Strecken frei aussuchen kann. Weitere Spielmodi sind ebenfalls nicht vorhanden.
Geoff Crammond's Grand Prix 4 (PC)
  • Singleplayer
  • 6 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 7/10 
    Sound 6/10 
    Steuerung 4/10 
    Gameplay 5/10 
Pro & Contra
Fahrer und Team-Lizenzen (Saison 2000)
Extrem unübersichtliche Menüstruktur
nur mit Lenkrad vernünftig spielbar
uninformatives Handbuch
Im Vergleich mit der Konkurrenz nur mittelmäßige Grafik und Sound
e_gz_ArticlePage_Default