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Formel Eins 2002 im Gamezone-Test


1 Bilder Formel Eins 2002 im Gamezone-Test

Sony schickt sich mit "Formel Eins 2002" an, den etablierten F1-Simulationen ein Stück vom Kuchen abspenstig zu machen. Dabei verrät uns der puristische Titel schon was uns erwartet, nämlich ausschließlich 17 Formel1 Rundkurse die ohne Schnickschnack wie einer Fahrschule oder ähnlichen Spielereien präsentiert werden. Dafür hat man an den Spielmodi nicht gespart, die für jede Gelegenheit vorbereitet sein sollten. Für die Ungeduldigen ist das schnelle Rennen gedacht in das man, ohne große Einstellungen vornehmen zu müssen, direkt einsteigen und loslegen kann. Dieser Modus kann per Splitscreen auch von zwei Spielern gleichzeitig benutzt werden. Daneben existiert natürlich der allseits bekannte Arcade-Mode, der mit einer einfacheren Steuerung und Fahrphysik aufwartet, so dass man auch ohne Übung gut an den Rennen teilnehmen kann. Dabei haben wir die Wahl zwischen einem Einzelrennen, wohl am besten geeignet um die Strecke unter Rennbedingungen auszutesten, dem Duell für zwei Spieler, die sich dann per Splitscreen um die Pole-Position schlagen, sowie eine ganze Arcade-Saison, in der wir die gesamten 17 Strecken als Sieger zu bestehen haben, was trotz der vereinfachten Steuerung kein Kinderspiel ist. Schließlich gibt es noch das einfache Zeitrennen, welches uns ermöglicht auf leerer Piste die Ideallinie herauszufinden. Der Schwerpunkt des Programms liegt natürlich bei der Simulation, die eine komplette Formel1-Saison nachstellt, inklusive Training, Qualifikation, WarmUp und Rennen. Wie man es erwartet kann man das Training dazu benutzen den Wagen optimal auf das bevorstehende Rennen vorzubereiten. Dies ist auch bitter nötig, denn die vorgegebenen Einstellungen gereichen gerade für eine Platzierung im Mittelfeld, für die Pole muss man schon selbst Hand anlegen. Der lustigste und gleichzeitig unnötigste Modus nennt sich "Zuschauermodus", welcher nicht etwa das tatsächliche Rennen der Saison 2002 nachstellt, sondern nur die originalen Startpositionen verwendet, welche wir auch noch frei ändern können, um daraufhin ein Rennen zu starten welches wie im Fernsehen präsentiert wird. Apropos Fernsehen: Dokumentiert werden die Rennen, in der deutschen Version, von Christian Danner persönlich. Das was er sagt ist zwar nicht besonders intelligent oder gar passend, dafür kommt durch die bekannte Stimme schon so etwas wie das typische F1-Feeling auf.

Die präsentierte Grafik schafft es leider nicht an F1 2002 von EA heranzukommen. All die verliebten kleinen Details fehlen einfach, wie winkende Streckenposten, ein funktionierender Windschatten oder die wild arbeitende Boxencrew. Auch sieht man, besonders aus der Hubschrauberperspektive viele quadratische Texturen auf dem Boden angesiedelt, was kein sehr schönes Bild abgibt. Dafür geht die Framerate im Spiel nur selten nach unten, und das auch nur ganz leicht, so dass man es kaum bemerkt, da man in solchen Momenten, wenn der aufgewirbelte Dreck des Vordermannes einem die komplette Sicht rauben während man sich zwischen zwei anderen Autos durchzuschieben versucht, mit dem Renngeschehen vollauf beschäftigt ist. Um solchen Situationen Herr zu werden kann man zwischen drei Kamerapositionen wählen, die von der Innenansicht bis zur Verfolgerkamera reicht.

Die Steuerung gibt sich ebenfalls recht durchschnittlich, was nicht negativ gemeint ist. Im Arcade-Modus sollten selbst Einsteiger keine Probleme haben die Autos auf der Piste zu halten, da sie nur selten den Bodenkontakt verlieren und selbst dann auch wieder in den Griff zu kriegen sind. Einzig der fast komplette Verlust des Lenkvermögens sobald man die Strecke verlassen hat, sorgt etwas für Frust, da man gezwungen wird riesige Schleifen zu fahren bis man sich wieder auf der Strecke befindet. Die Simulation unterscheidet sich von der Arcade-Steuerung nicht so stark wie man meinen möchte. Lediglich den Bleifuß in den Haarnadelkurven und das verlassen der Strecke sollte man in diesem Modus unterlassen, da man auf dem Kies fast keine Kontrolle mehr über den Wagen hat und auch trotz eingeschalteter Traktionskontrolle kaum mehr Macht über sein Auto hat. Doch eigentlich verhält sich die Simulation auch sehr arcadelastig, man muss also keine Angst haben hierfür unbedingt ein Lenkrad zu benötigen oder nach kurzer Zeit einen Krampf im Daumen zu bekommen, weil man so feinfühlig zu Werke gehen muss. Im Großen und Ganzen also kann man die Steuerung durchaus als gelungen bezeichnen, trotz der kleineren Mängel abseits der Strecke.

Die Soundkulisse wartet überraschenderweise mit verschiedenen Motorsounds auf, so dass man schon am Sound erkennen kann für welches Team man fährt. Allerdings klingen die Motorsounds durch die Bank etwas dumpf, so als würde ein Kissen auf den Lautsprechern liegen. Dies relativiert sich allerdings etwas wenn man die lästige Hintergrundmusik während des Rennens(!) deaktiviert, denn erst dann kommt das Gebrüll am Start richtig 'rüber und wird erst der Funkverkehr verständlich.

Das Gameplay kann zumindest für eine Saison begeistern, evtl. auch noch für eine Zweite, um die gefahrene Leistung noch zu steigern, dann aber spätestens dürfte das typische F1 Syndrom zuschlagen, welches den Spieler sich fragen lässt, was denn eigentlich der tiefere Sinn ewiger Rundkurse ist. Die einzige Belohnung die das Game selbst ausspuckt sind nur eine Reihe von Bildern, da natürlich sämtliche Autos und Strecken schon vom Beginn an zur Verfügung stehen. Eben das alte Dilemma unter dem F1 Games schon immer gelitten haben.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Formel Eins 2002" ist ein anständiges F1-Game ohne grobe Schnitzer oder Kanten. Technisch allerdings ist es nicht in der Lage an das große Vorbild von EA aufzuschließen, welches Fans des Genres sicher vorziehen werden. Wer dies allerdings schon besitzt oder seine Sammlung komplettieren will, kauft mit diesem Titel kein schlechtes Produkt, denn es kommt mit allen Lizenzen daher und wird sogar von den lokal bekannten Sprechern kommentiert. So kann es zumindest für eine Saison an den Schirm fesseln oder eben bis man alle Bildchen freigeschaltet hat.
Formel Eins 2002 (PS2)
  • Singleplayer
  • 7,2 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 7/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 7/10 
    Gameplay 8/10 
Pro & Contra
Christian Danner und Heiko Waßer kommentieren persönlich
volle Lizenz
viele Spielmodi Einsteigerfreundlich
Nur Bildchen zum freischalten
grafisches Mittelmaß
Lenkverlust beim verlassen der Strecke
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