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Final Fantasy III: Des Light Warriors neue Kleider - Leser-Test von Gonzo09


1 Bilder Final Fantasy III: Des Light Warriors neue Kleider - Leser-Test von Gonzo09
Was würdet ihr davon halten, wenn ein netter VW-Vertreter euch besucht und euch zu einem guten Preis das aktuelle Golf-Modell anbietet. Von außen sieht er fantastisch aus, aber beim Hineinsetzten kommen erste Zweifel zu der großen Freude: Alle Instrumente sind angeordnet wie beim Golf I von vor 20 Jahren, nur das Design ist neu. Das Anlassen und die erste Probefahrt bestätigen es: In der schönen Hülle steckt eine uralte Konstruktion. Was hat das mit "Final Fantasy III DS" zu tun? Ganz einfach: Bei Grafik und Sound hat man bei Square keine Kosten und Mühen gescheut, nur das eigentliche Spiel ist, nun ja, nostalgisch.

So ist schon die Story für die "gute, alte" NES-Zeit sehr typisch. Ein Junge findet einen Kristall, der ihm erzählt, dass er das Böse bekämpfen und die Welt retten muss. Bar jeglicher sozialer Verpflichtungen stellt er keine Fragen, sondern schnappt sich seinen besten Freund und macht sich mit ihm zusammen auf den Weg. Später gesellt sich noch ein weiterer Kerl und die Quotenfrau dazu, damit die Ende der 80er für Rollenspiele magische Zahl von vier Charakteren erreicht. Ein paar Subplots sind zwar auch noch vorhanden, aber tiefgehende Ausflüge in interessante Charaktervergangenheiten oder komplexe Verwobenheiten sollte man hier nicht erwarten. Zumindest hat Square den ursprünglich Namenlosen solche spendiert und mit den Anreden Luneth, Arc, Refia und Ingus werden ein paar lesbare Dialoge geführt.

Lesbar heißt aber keineswegs immer interessant, auch hier herrscht der zu seligen 8-Bit-RPG-Zeiten weit verbreitete tote Ernst des Lebens. Anflüge von Humor oder Selbstironie sind noch weit seltener als in den späteren Teilen und zeitweise muss man sich schon ein wenig durch das belanglose und staubtrockene Helden"gewäsch" quälen. Wenn gerade nicht gesprochen wird, wird meistens gekämpft. Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als man auf der Oberwelt gerade mal 10 Sekunden Bewegungsfreiheit hatte, bevor der nächste Zufallskampf startete? Wie man dieser Kämpfe zehntausende absolvieren musste, um die eigene Truppe ein wenig für den nächsten Bosskampf vorzubereiten? Wenn ihr, genau wie ich, beim Gedanken daran ein unkontrolliertes Wutzucken im linken Auge bekommt, dann habe ich schlechte Nachrichten: Es darf wieder endlos Ge-zufall-kämpft und Gelevelt werden!

Ein Kampfsystem wie dieses findet man heute auch nicht mehr alle Tage. Bevor Square das Echtzeit-Rundensystem erfand (geheiligt für immer seinen sie dafür), durfte jeder Held pro Runde einmal draufhauen, zaubern oder einen Gegenstand benutzen. Genauso funktioniert das auch hier. Damit es nicht ganz langweilig wird, verbessern sich die Anzahl der Schläge oder Zauber die ein Held pro Runde ausführen darf, auch kann er später z.B. zwei Waffen gleichzeitig benutzen. Ein Mönch, der in einer Runde ein dutzend harter Faustschläge an einen Bossgegner austeilt, bringt immer ein Lächeln auf des Spielers Gesicht. Für weitere Abwechlung sorgt das das rudimentäre Job-System. Es gibt ca. 20 verschiedene Professionen, die jeder Charakter erlernen kann, wann immer ihm der Sinn danach steht. Man sollte lediglich beachten, dass die Gruppe halbwegs ausgewogen bleibt (ich weiß wovon ich nach einer katastrophalen Runde mit vier Dragonern rede...) und dass die Joblevel nach dem Wechsel erst mal hart erarbeitet werden müssen. Da es aber dank der zahllosen Zufallskämpfe mehr als genug Punkte gibt, ist dies eher ein kleines Problem.

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