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Final Fantasy X im Gamezone-Test

Im zehnten Teil der Serie übernehmen wir die Rolle von Tidus, der durch ein mächtiges Wesen namens "Sin" von seiner geliebten Heimat Zarnakand nach Spira versetzt wird und wie sich herausstellt, auch noch um 1000 Jahre in die Zukunft gereist ist.

1 Bilder Final Fantasy X im Gamezone-Test

Danke Squaresoft, danke Sony!

Völlig verwirrt schließt sich Tidus einer Gruppe von Leibwächtern an, welche die Aufgabe haben, ihr Medium (die wunderschöne Yuna) mit dem eigenem Leben zu verteidigen. Yuna hat wie jedes Medium in der Welt von Spira die Aufgabe am Ende Ihrer Pilgerreise gegen "Sin" anzutreten. Bis das soweit ist, erlebt unsere Gruppe eine Vielzahl von spannenden Abenteuern.

Grafisch ist FFX natürlich der schönste Teil der Serie, was hier besonders an den Kostümen und Gesichtern der Figuren zu erkennen ist. Ansatzweise übertrifft hier FFX sogar das legendäre Shenmue was dies anbelangt. Dennoch sind manche Umgebungsgrafiken etwas öde geraten und das PS2-Kantenflimmern macht sich an vielen Stellen sehr unangenehm bemerkbar. Der Sound ist wie immer packend und schön die bekannten FF-Themen wurden neu umgesetzt und kombinieren sich mit der Grafik zu einem eindrucksvollen Spieldesign.

Das Kampfsystem ist schnell verstanden, wir können nun auch während des Kampfes Teammitglieder austauschen, bei größeren Gegnern ist dies sehr praktisch. Der Einsatz der "Bestia" oder "Aeons" ist wie immer ein absoluter Augenschmaus, dank der Fähigkeiten der PS2 absolut atemberaubend. Die "Bestia" können nur von Yuna gerufen werden und besitzen eigene Status- und Gesundheitswerte. Somit kämpft unser großer Freund bis zum bitteren Ende, erreicht aber auch sehr schnell die "Extase" - ein Angriff in diesem Zustand befördert so ziemlich jeden Gegner sofort in die ewigen Jagdgründe bzw. zurück ins Gaia.

Das Gameplay wird viele Fans des neunten Teils ziemlich enttäuschen, man merkt sofort, dass dieser Teil von den Machern des achten Teils designed wurde. Im Vergleich zum eher klassisch orientierten FFIX ist der zehnte Teil ein komplett anderes Spiel mit anderen Regeln und Besonderheiten. Final Fantasy ist also nicht gleich Final Fantasy. So gibt es in diesem Spiel kein "Levelsystem" mehr: Ein Charakter verdient zwar mit Kämpfen Erfahrungspunkte, diese werden aber ausschließlich dazu benutzt um auf dem Sphärobrett weiterzurücken. Das Sphärobrett ist eine relativ komplexe Möglichkeit die Eigenschaftswerte eines Charakters weiterzuentwickeln. So kann man durch das Vorrücken auf ein bestimmtes Feld und Einsatz eines entsprechendes Steines z.B. seine Angriffskraft um 3 Punkte steigern. Somit kann man mehr oder weniger selbst bestimmen, in welche Richtung man seine Figur weiterentwickeln will.

Ganz anders präsentiert sich das Spiel auch in Bezug auf Ausrüstungsgegenstände: Es steht nur noch eine Waffe und Schild zur Verfügung. Diese haben aber auch nicht bestimmte Angriffswerte, sondern können durch Einsatz von magischen Gegenständen in "Slots" weitere Eigenschaften annehmen. So kann man ein normales Schwert mit passendem Zusatz zum Eisschwert umwandeln. In den Shops hält man sich dadurch zwangsläufig nicht mehr allzu lang auf, das lustige Shopping mit hunderten unterschiedlich starken Waffen aus vergangenen Final Fantasy's ist leider nicht mehr möglich. Ob sich durch eine bestimmte Ausrüstung unsere Charakterwerte verbessert haben, sehen wir auch nicht sofort, man muss extra noch mal in den "Status-Bildschirm" wechseln um dies zu erfahren. Die klassische Freude bei einem Rollenspiel, endlich eine stärkere und bessere Waffe ausrüsten zu können vermisst man hier völlig. Diese Neuerungen bieten sicherlich immer noch genug Platz zum experimentieren, allerdings völlig anders als beim neunten Teil der Serie.

Das größte Manko des Spiels ist sicherlich die PAL-Anpassung: So eine bodenlose Frechheit hat sich bisher noch kein Spielehersteller erlaubt. Die PAL-Balken sind so groß, dass das gesamte Spiel stark gestaucht wird, die Gesichter der Figuren wirken "dick" und die Geschwindigkeit des Spiels ist fast schon mit Slow-Motion zu vergleichen. Der größte Witz dabei war die Begründung von Squaresoft, es sei "nicht genug Platz auf der DVD für eine PAL-Anpassung gewesen". Eine simple Abfrage auf 50/60 Hz zu Beginn des Spiels hätte viele Spieler glücklich gemacht und sicherlich nicht mehr als 100 KB mehr auf der DVD verbraucht. Genauso schlecht wie die Grafik ist die deutsche Übersetzung, die viele Spieler sowieso nicht gewünscht haben. Gesprochene Dialoge sind zwar zum Glück in Englisch, aber die eingeblendeten Untertitel sind nicht nur völlig falsch übersetzt, sondern haben oft sogar eine völlig andere Bedeutung! Somit ist das Chaos perfekt und dabei dachten wir immer Squaresoft steht für Qualität....

Durch solche Aktionen zwingt Sony seine Kunden doch förmlich dazu sich einen Mod-Chip in die Konsole einzubauen oder auf Importkonsolen und Spiele zurückzugreifen. Schade, dass wir gerade bei Sony immer wieder gezeigt bekommen wie wenig Wert auf den europäischen Markt gelegt wird.

  • - GreenAcid"-"
  • Die packende Story und das grandiose grafische Design, machen die vielen schlechten Eigenschaften des Spiels wenigstens ansatzweise wieder gut. Wer von FFIX begeistert war, wird bei diesem Spiel sicherlich eine große Enttäuschung erleben, Fans des achten Teils wiederum werden sich heimisch fühlen. Wenn wir die Qualität der PAL-Anpassung mit in die Wertung einfliesen lassen würden, bekäme das Spiel nicht mal 5 Gesamtpunkte.
Final Fantasy 10 (PS2)
  • Singleplayer
  • 8,1 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 9/10 
    Sound 9/10 
    Steuerung 8/10 
    Gameplay 7/10 
Pro & Contra
Sehr schöne Grafik
packende Story
absolut miese PAL-Umsetzung
Waffen/Shopsystem sehr gewöhnungsbedürftig
kein klassiches FF-Feeling
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