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Everblue im Gamezone-Test


1 Bilder Everblue im Gamezone-Test
"Everblue" nennt sich das erste Tauchspiel für die PS2. Wer jetzt aber an solche Genrevertreter wie "Ecco the Dolphin" denkt liegt falsch, denn "Everblue" unterscheidet sich schon von der Story und vom Gameplay her, so dass bis auf das Wasser kaum Gemeinsamkeiten vorhanden sind.

Das Spiel beginnt mit einer Traumsequenz, in der man beobachten kann wie der Bruder unseres Hauptdarstellers Leo bei einem Tauchgang ums Leben kommt. Fünfzehn Jahre später nun beginnt das eigentliche Spiel. Leo liegt mit seinem Freund vor Anker und bereitet sich auf seinen Tauchgang vor. Hier splittet sich das Spiel in zwei Teile auf die man ab sofort abwechselnd benützt. Über Wasser bzw. am Hafen bewegen wir uns in einer gezeichneten 2D Umgebung, wobei das auch schon falsch ist, denn unser Charakter bewegt sich nicht wirklich, lediglich die angeklickten NPGs reagieren auf den Spieler, genauso wie die Geschäfte die sich hinter den Türen verbergen. Dort können wir unsere Sauerstoffflaschen auffüllen, gefundene Gegenstände verkaufen, neue Ausrüstung kaufen und z.B. besonders gute Fotos an den Fotografen verkaufen, woraufhin sie sogar im Tagblatt auftauchen können. Der zweite Schauplatz auf dem wir uns bewegen ist die Unterwasserwelt. Dort sind wir Anfangs noch ziemlich beschränkt, da unsere Ausrüstung noch keinen Thermoanzug beinhaltet oder das eigene Sonar noch keine besonders große Reichweite besitzt. So dümpelt man also am Grund entlang, pingt mit dem Sonar in alle Richtungen und drückt bei einem Echo die Aktion-Taste. Daraufhin geht ein Fenster auf in dem uns der gefundene Gegenstand angezeigt wird mit der Frage ihn einzustecken oder fallen zu lassen. Die gefundenen Gegenstände kann man dann nach dem Tauchgang wieder zu Geld machen um damit seine Ausrüstung zu komplettieren mit der man dann weiter und tiefer tauchen kann.

Die Grafik von "Everblue" kann leider überhaupt nicht überzeugen. Die 2D-Welten an der Oberfläche wirken wie in einem 2D-Adventure aus den späten 80ern in der man den Hauptdarsteller glattweg vergessen hat, denn der eigene Charakter bleibt grundsätzlich am Steg stehen, selbst wenn man eigentlich im Dorf tätig ist. Die Unterwasserwelt sieht da schon wesentlich besser aus da sie tatsächlich in 3D gehalten wurde. Wer allerdings schon einmal "Ecco the Dolphin" gesehen hat wird auch hier tief enttäuscht sein, denn die Tauchgänge sehen verhältnismäßig mager aus. Der Blick durch das Wasser erzeugt nicht den erwarteten Effekt der Lichtbrechung, lediglich am Grund scheinen sich unscharfe Wölkchen zu bewegen. Die Meeresbewohner hingegen sind nett gemacht und bieten keinen Grund zur Kritik, dafür sehen die Wracks aus wie direkt aus "Tomb Raider" geklaut und von Lego gesponsert, viel zu eckig und würfelig. Dabei kämpft man ständig gegen die geringe Sichtweite die so manches Mal dafür sorgt, dass man am Wrack unbemerkt vorbeischwimmt.

Der Sound passt gut zum Spiel und ist nicht überladen. An der Oberfläche hört man die typischen Strandgeräusche, von der Brandung bis zu den Möven, während man unter Wasser hauptsächlich das Atemgerät und das Wasserblubbern vernimmt, zu dem sich ein ziemlich heftiger Herzschlag gesellt wenn aus diversen Gründen unser Taucher an seine Leistungsgrenze gelangt.

Da es nicht besonders viel zu Steuern gibt ist auch die Steuerung selbst recht einfach ausgefallen. Unter Wasser steuert man den Taucher mit den beiden Analogsticks während man mit L1 einen Ping absendet und mit der X-Taste gefundene Gegenstände aufhebt. Über Wasser benutzt man ebenfalls nur einen Stick um den Cursor zu positionieren und die X-Taste zum auswählen.

"Everblue" ist zwar keine neue Spielidee aber trotzdem ein recht einmaliges Game auf der PS2. Wer ein Faible für das kühle Nass hat und sich von der veralteten Grafik nicht abschrecken lässt, der kann damit so manch vergnügliche Stunde erleben. Wer aber ein Spiel a la "Ecco" oder gar ein klassisches Action-Adventure erwartet, der sollte erst ein Probespiel wagen bevor er den Geldbeutel zückt.

Everblue (PS2)
  • Singleplayer
  • 6,8 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 6/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 8/10 
    Gameplay 6/10 
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