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E.V.O.: Search for Eden - Survival of the Fittest - Leser-Test von Ceilan


1 Bilder E.V.O.: Search for Eden - Survival of the Fittest - Leser-Test von Ceilan
Vor 4,6 Milliarden Jahren hatte die mächtige Sonne sechs kleine Sterne, von denen sie den dritten Gaia nannte. Eines Tages sprach die Sonne zu Gaia: „Einmal in einer Milliarde Jahren wirst du Kinder haben, die man „Leben“ nennt. Jedes dieser Kinder wird verschiedene Prüfungen überstehen müssen. Das mag dir hart erscheinen, aber es ist das Gesetz der Natur: „The Survival of the Fittest“. Aber das Wesen, welches seine Aufgaben als erstes erfüllt hat, wird reich belohnt und als dein Partner in den Garten Eden aufgenommen werden.“
Dies ist die Vorgeschichte zu E.V.O. Search for Eden. An dieser Stelle kommt der Spieler zum Zug und Gaia (die Erde; daher auch die blauen Haare), die in Gestalt einer schönen jungen Frau erscheint, erklärt was zu tun ist.
In Gestalt von verschiedenen Tieren muss man fünf Epochen der Erdgeschichte durchleben, und sich immer wieder so gut wie möglich an die jeweilige Umwelt anpassen. Man beginnt das Spiel als winziger Fisch in einem riesigen Ozean voller Gefahren, durchläuft später das Amphibienstadium, entwickelt sich zu einem Reptil und schließlich zu einem Säugetier. Mit etwas Glück kann danach auch noch der Sprung zum Homo Sapiens gelingen, was aber zum Bestehen der Aufgabe nicht zwingend erforderlich ist. Auch ein Wesen aus einer der früheren Stufen wie zum Beispiel ein Dinosaurier wird von Gaia mit offenen Armen in Eden empfangen. Nur kann es für ein weniger entwickeltes Tier sehr schwer werden, das Spielziel überhaupt zu erreichen. Denn Mutter Natur hat ihrem „Kind“ zahlreiche Steine in den Weg gelegt. Schon der kleine Fisch vom Anfang muss zusehen, wie er selbst Nahrung findet ohne von den größeren Meeresbewohnern verspeist zu werden. „Fressen und gefressen werden“ wie es so schön heißt. Nur durch den Verzehr von anderen Fischen kann der „Held“ die wichtigen Erfahrungspunkte bekommen, welche für die Ausbildung von verbesserten Körperteilen benötigt werden. So kann der Fisch zum Beispiel seine Flossen verstärken, um schneller zu schwimmen, stärkere Kiefer können besser zubeißen und so weiter.
Bei der Evolution lässt E.V.O. dem Spieler viel Freiraum zum Experimentieren. Man kann die seltsamsten Kreaturen mit Hörnern, Stachelschwänzen und anderen Merkmalen erschaffen und beobachten, welche besonderen Fähigkeiten die Wesen an den Tag legen. Bis zu fünfzig Eigenkreationen dürfen in einem Evolutionslogbuch für die Nachwelt festgehalten werden.
Wie schon gesagt, gilt es immer wieder Actioneinlagen im Meer in der Luft oder auf dem Land zu bestehen und man muss sich gegen die Konkurrenten durchsetzen. Darüber hinaus wollen auch einige Rätsel geknackt werden, was wiederum mit besonderen Fähigkeiten (z.B. Flugvermögen) und geheimen Tips belohnt wird.
Technisch ist E.V.O. Search for Eden ein überzeugendes Spiel. Grafisch gefällt das Game durch vielfältige, hübsche Hintergründe und vor allem natürlich die sehr liebevoll gestalteten Figuren selbst. Die verschiedenen Figuren sind detailliert und ihre Bewegungen sind flüssig.
Auch der Sound des Spiels ist in Ordnung, wenn auch nicht ganz so gelungen wie der Rest. Die Hintergrundmusik ist sehr schön und atmosphärisch, es hätte aber ruhig etwas mehr Abwechslung geboten werden können. Die Soundeffekte sind eher durchschnittlich und wiederholen sich auch ein bisschen zu oft.
Einen Multiplayermodus gibt es nicht, aber dieser wäre bei einem solchen Spiel wohl auch schwer einzufügen gewesen. Der Schwierigkeitsgrad steigt kontinuierlich an, was für eine angenehme Lernkurve sorgt. Die persönlichen Erfolge werden auf dem modulinternen Speicher gesichert.
Die Steuerung von E.V.O. ist sehr gut gelöst, so dass man immer die Kontrolle über alle Aktionen der Spielfigur hat. Leider unterscheiden sich die Actioneinlagen nicht genug, zum auf Dauer wirklich zu begeistern. Die meiste Zeit schwimmt, hüpft und fliegt man durch die eher kurzen Levels und achtet nur darauf, genug Beutetiere oder andere Widersacher zur Strecke zu bringen ohne selbst zum Opfer zu werden. Für diese Tatsache wird man aber durch die Vielfalt an Evolutionsmöglichkeiten gut entschädigt und man wird einige Zeit mit dem Experimentieren verbringen, bis die eigene Schöpfung schließlich im Garten Eden einziehen kann und auf die schöne Gaia trifft.
Fazit: E .V.O. Search for Eden ist ein innovativer Genremix, der Rollenspielentwickler von Enix. Action- und RPG-Elemente werden vom Spiel auf interessante Weise verknüpft. Unterstützt wird der positive Eindruck durch eine überzeugende Technik, welche für Super Nintendo-Verhältnisse überdurchschnittlich gut ist. Natürlich kann auch E.V.O. (wie die anderen Enix-Spiele, welche sich mit der Entstehung des Lebens beschäftigen) nicht als Anschauungsmaterial für den Biologieunterricht verwendet werden, aber ein paar real existierende Prinzipien aus der Natur wird man im Spiel schon wiederfinden.
Das Experimentieren mit dem „Kreaturenbausatz“ und das Erforschen der Umgebungen machen sehr viel Spaß, auch wenn die Actionelemente etwas abwechslungsreicher hätten sein können. Dieses Spiel gehört in jede ordentliche Sammlung eines Super Nintendo-Fans, wobei es bei der Beschaffung ein paar Probleme geben könnte. E.V.O. war in Europa nämlich nie offiziell zu kaufen, und vor allem ist seit dem Erscheinen des Spiels ja schon eine ganze Weile vergangen. Wer das Game trotzdem irgendwo sieht sollte unbedingt zugreifen, um nicht einen wirklichen Klassiker der ungewöhnlichen Art zu verpassen.
Also, auf nach Eden kleiner Fisch :)

Negative Aspekte:
die Actionsequenzen könnten abwechslungsreicher sein

Positive Aspekte:
innovative Spielidee

Infos zur Spielzeit:
Ceilan hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Ceilan
  • 8.2%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 8/10
    Steuerung: 9/10
    Sound: 7/10
    Atmosphäre: 9/10
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