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Donald Duck: Quack Attack - Auf nach Entenhausen - Leser-Test von Ceilan


1 Bilder Donald Duck: Quack Attack - Auf nach Entenhausen - Leser-Test von Ceilan
Häufig schlecht gelaunt, ständig knapp bei Kasse und oftmals ein wenig zu tollpatschig, trotzdem aber im Grunde gutherzig und hilfsbereit. So haben schon Generationen von Comiclesern den berühmten Erpel Donald Duck kennen und lieben gelernt. Obwohl er durch die oben genannten Eigenschaften auf den ersten Blick nicht gerade den typischen Helden verkörpert, muss er im Spiel „Quack Attack“ einmal mehr über sich hinauswachsen. Denn es ist so ungefähr das Schlimmste passiert was sich der Enterich überhaupt vorstellen kann: Seine hübsche Angebetete Daisy wurde vom bösen Zauberer Merlock gekidnappt als sie sich gerade beruflich (sie ist Reporterin) in dessen Zauberland aufhielt. Nun sitzt das Entenfräulein gewaltig in der Patsche. Weil nicht immer sein schleimiger Cousin Gustav Gans alle Lorbeeren einheimsen soll, macht sich unser Held Donald ebenfalls sofort auf die Socken. Auf seinem Weg muss er 24 sehr unterschiedliche Levels heil überstehen, um schließlich Magier Merlock zum finalen Kampf herauszufordern. Mal müssen die Welten in der typischen Seitenansicht von links nach rechts durchquert werden, mal gilt es in Richtung des Bildschirmhintergrundes weiterzulaufen. Gemeinsam sind dabei allen Levels die sehr günstig gelegten Pfade, die es ermöglichen mit einem Affenzahn zum Ziel zu rasen. Das ist auch bitter nötig, denn der ewige Glückspilz Gustav hat für jeden der Spielabschnitte bereits eine Bestzeit hinterlassen, welche von Donald unterboten werden muss. Aber das ist bei weitem nicht die einzige Herausforderung, die unser Erpel auf seinem Weg zu meistern hat. Nebenbei müssen nämlich noch weitere Gegenstände aufgesammelt werden. Unter anderem müssen Spielsachen, die von Donalds Neffen Tick, Trick und Track verloren wurden, wiedergefunden werden. Zusätzlich sollen alle Münzen des Levels sowie jeweils eine Medaille aufgetrieben werden. Man sieht also, dass Donalds Abenteuer alles andere als anspruchslos ist. Natürlich treiben auch in diesem Jump&Run zahlreiche Gegner ihr Unwesen, welche direkt aus den Comicheften entsprungen zu sein scheinen. Auch gefährliche Levelelemente wie Schluchten, die nur mit Hilfe beweglicher Plattformen überquert werden können, machen dem quirligen Erpel das Leben (oder eher Überleben) nicht gerade leicht.
Für all die Mühe wird der Spieler jedoch durch die außergewöhnlich überzeugende Atmosphäre bestens entschädigt. Selten wurde man bisher so in die Comicwelt eines Spiels hineinversetzt wie in Donald Duck-Quack Attack. Der typische Grafikstil samt kunterbunter und detaillierter Hintergründe erinnert stets in hohem Maße an die Comichefte beziehungsweise die Zeichentrickserien wie zum Beispiel „Duck Tales“. Auch die Animationen der Spielfigur sowie der Gegner sind total witzig und sehr überzeugend gelungen. Zusätzlich unterstützt wird dieser positive Eindruck durch die hübschen Zwischensequenzen. Auch die abgefahrenen Endgegner müssen lobend erwähnt werden, weil sie ebenfalls unglaublich comictypisch und liebevoll gestaltet und animiert wurden.
Der Sound des Jump&Runs ist in gleichem Maße überdurchschnittlich gut gelungen. Durch Vogelzwitschern und plätschernde Bächlein wird eine sehr schöne Atmosphäre aufgebaut, der man sich nur schwer entziehen kann. Darüber hinaus wird auch eine lustige Sprachausgabe geboten. Natürlich ist dabei auch Donalds patentiertes und weltberühmtes Schnattern zu hören, welches beim Spieler für weitere Lachanfälle sorgen dürfte. Auch die Musikbegleitung kann überzeugen und ist als abwechslungsreich zu bezeichnen.
Auch sonst wird einiges an Abwechslung geboten. So können zum Beispiel etwa durch besonders gute Leistungen zusätzliche Kostüme freigeschaltet werden, welche im Labor von Technikfreak Daniel Düsentrieb angewählt werden dürfen. Dadurch wird die Langzeitmotivation weiter gesteigert. In Daniels Labor stehen außerdem verschiedene Statistiken zur Verfügung. Unter anderem kann man dort nachschauen, welche Ziele im Laufe des Spiels bereits erreicht wurden. Auch aus dem Labor des Wissenschaftlers stammt eine Maschine, welche Donald innerhalb von wenigen Sekunden durch Zeit und Raum befördern kann.
Ein besonderes Feature des N 64-Spiels ist die Wutanzeige. Donald Duck besitzt in Quack Attack verschiedene Gefühlsregungen. So rastet der Erpel im Falle eines gegnerischen Treffers aus und es ist nur noch eine Art Wolke aus herumwirbelnden Fäusten und Füssen zu sehen. Auch dieses Element erinnert sehr stark an die Darstellung in Comics. Wenn sich Donald nach einiger Zeit wieder beruhigt hat, stapft er entschlossen nach vorne gebeugt weiter. Mehr als zwei Treffer kann der zartbesaitete Enterich leider nicht aushalten und er fällt nach der zweiten Verletzung schnurstracks in Ohnmacht.
Mein Fazit: Donald Duck-Quack Attack ist ein überdurchschnittlich gutes Jump&Run, welches vor allem auch im Bezug auf seine unübertroffene Comicatmosphäre auf dem Nintendo 64 kaum eine Konkurrenz zu befürchten hat. Lediglich für fortgeschrittene Spieler dürfte das Spiel aufgrund eines recht moderaten Schwierigkeitsgrades etwas zu schnell durchgespielt sein. Aber selbst diese Spieler werden sich mit Sicherheit gern an die unterhaltsame Zeit zurückerinnern, welche sie mit Donald Duck und seinen Freunden verbracht haben. Schließlich sind wenige Stunden voller Spielspaß einem nicht enden wollenden, langweiligen Game mit Sicherheit vorzuziehen. Also, auf nach Entenhausen! :)

Negative Aspekte:
Schwierigkeitsgrad etwas zu niedrig

Positive Aspekte:
überzeugende Comic-Atmosphäre

Infos zur Spielzeit:
Ceilan hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Ceilan
  • 9.0%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • 7.2/10
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 9/10
    Steuerung: 9/10
    Sound: 9/10
    Atmosphäre: 9/10
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