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Divinity: Original Sin 2 im Test - Meisterhaft wie belgische Schokolade - Update mit Testvideo

Divinity: Original Sin 2 ist ein richtiges Meisterwerk seines Genres geworden. Vor der Leistung der belgischen Entwickler von Larian Studios können wir nur den Hut ziehen. Im Test erklären wir euch, was dieses Rollenspiel so großartig macht.

15 Bilder Divinity: Original Sin 2 im Test. Divinity: Original Sin 2 im Test. [Quelle: PC Games]

Vor einigen Jahren belebte Divinity: Original Sin zusammen mit einigen anderen Titeln das Genre der klassischen isometrischen Rollenspiele wieder. Mit dem Nachfolger hat diese Renaissance nun seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Divinity: Original Sin 2 ist das Ergebnis dessen, was passiert, wenn man eine bereits sehr gute Vorlage nimmt und in nahezu allen Bereichen verbessert. Was die belgischen Entwickler von Larian Studios hier auf die Beine gestellt haben, sucht im Genre derzeit seinesgleichen. So wie sich The Witcher 3 vor zwei Jahren zum Maß aller Dinge für moderne Third-Person-Rollenspiele aufgeschwungen hat, nimmt Larians neuestes Werk diese Rolle nun unter den Iso-RPGs ein.

Lebendige Spielwelt voller Details

      

Welchen unglaublichen Aufwand die Entwickler betrieben haben, um dieses Ziel zu erreichen wird schon bei der Spielwelt deutlich. Die großen Karten der einzelnen Abschnitte des Spiels strotzen nur so vor einer unglaublichen Detailfülle und Abwechslung. Es dauert Stunden sich nur die unterschiedlichen Gebiete anzuschauen und jedes Details aufzusaugen. Dabei ist von den Designern nichts willkürlich in die Welt gesetzt. Alles dient einem Zweck und jeder NPC, gar jedes Tier, sind potentielle Auftraggeber oder Hinweisgeber.


15 Bilder Mit nahezu allen Objekte der Spielwelt kann interagiert werden. Aber Vorsicht: wer beim stehlen erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen. Mit nahezu allen Objekte der Spielwelt kann interagiert werden. Aber Vorsicht: wer beim stehlen erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen. [Quelle: PC Games]
Die spielerische Freiheit für den Spieler steht dabei immer im Vordergrund. Wie ihr mit der Welt interagiert, ist völlig euch überlassen. Ihr wollt alles und jeden zur Strecke bringen? Kein Problem, das Spiel gibt euch die Freiheit dazu. Es gibt unbeschreiblich viele Wege sich in dieser Welt daneben zu benehmen und sich selbst, teilweise auch ungewollt, zu sabotieren und doch geht es immer weiter. Das Spiel manövriert euch nie in eine Sackgasse, aus der ihr nicht mehr heraus kommt. Es gibt immer eine alternative Lösung. Ihr müsst sie nur finden.

Dabei hilft auch, dass nahezu alles, was ihr in der Spielwelt vorfindet, manipuliert, verschoben oder aufgesammelt werden kann. Das ist nicht nur wichtig für kreative Lösungswege auf dem Weg zum nächsten Questziel, sondern fördert auch das Gefühl sich in einer lebendigen Spielwelt zu bewegen. Stühle und Bänke können tatsächlich zum Sitzen genutzt werden, an einem Lagerfeuer bauen wir eine Kochstelle auf und den Amboss des Schmieds nutzen wird für eigene Arbeiten. Kurz gesagt es gibt unheimlich viel zu entdecken. Gute 100 Stunden Spielzeit könnt ihr locker einplanen. Je nach Spieltyp sind dem nach oben hin kaum Grenzen gesetzt.

Entscheidungen mit echten Auswirkungen

      

Nun ist Divinity: Original Sin 2 jedoch nicht nur ein Sandkasten, in dem ihr munter drauf los spielen könnt. Es gibt auch eine toll erzählte Handlung, die anders als noch beim Vorgänger durchgehend Spannend bleibt und viele Interessante Entwicklungen bereithält. Angesiedelt ist das Abenteuer viele Jahrhunderte nach dem Vorgänger. Zwar treffen Kenner auf zwei bis drei bekannte Charaktere, aber Vorkenntnisse der Story des ersten Teils sind nicht nötig. Die Welt von Rivellon wird von sogenannten Leerenerwachten heimgesucht, schreckliche Monster aus der Welt der Leere.

Die Schuld für diese Vorgänge gibt der radikale Orden der Magister den Quellenmagiern und startet ein Pogrom gegen alle, die mit dieser mächtigen Form der Magie gesegnet sind. Ihr seid einer von ihnen und befindet euch auf dem Weg in ein Internierungslager auf einer weit entfernten Insel. Habt ihr zunächst nur das Ziel aus der Gefangenschaft zu entkommen, werdet ihr jedoch schnell in viel weitreichendere Ereignisse hinein gezogen, bei denen es um nicht weniger als die Rettung der Welt geht. Die Handlung ist durchweg hervorragend geschrieben und mündet in einem fantastischen Finale.


15 Bilder Zwischen den einzelnen Spielabschnitten, wird die Handlung mit gezeichneten Zwischensequenzen vorangetrieben. Zwischen den einzelnen Spielabschnitten, wird die Handlung mit gezeichneten Zwischensequenzen vorangetrieben. [Quelle: PC Games]

Wie sich die letzte Konfrontation abspielt und welche Zukunft sich für die Welt daraus ergibt, hängt jedoch sehr stark von euren Taten und Entscheidungen im Verlauf des Spiels ab. In Divinity: Original Sin 2 sind unterschiedliche Dialogoptionen und Handlungsmöglichkeiten nicht nur eine Fassade hinter der sich eh nur ein vorgegebener Weg verbirgt. Eure Aktionen entscheiden darüber wer Freund und wer Feind ist. Wir hatten es im Endkampf zum Beispiel unter anderem mit zwei Gegnern zu tun, die uns dort nur aufgrund bestimmter Handlungen unsererseits gegenüber standen.

Auch die Nebenquest spielen dabei eine wichtige Rolle. Viele dieser optionalen Aufgaben sind eng mit der Haupthandlung verzahnt. Helfen wir zum Beispiel einem Liebespaar einer Gefahr zu entkommen, können wir später während unserer Reise womöglich davon profitieren. Nebenquests können sich auch untereinander positiv oder negativ beeinflussen. Aufgrund der schier unüberschaubaren Menge an Kombinationsmöglichkeiten ist es nahezu garantiert, dass ihr beim ersten Mal viele Inhalte gar nicht zu sehen bekommt, weil euch eure Entscheidungen auf einen anderen Pfad bringen. Ein hoher Wiederspielwert ist dadurch garantiert. Stupide Sammel- und Töte-Aufgabe sucht man im Spiel übrigens vergebens.

Testvideo

      

Tierflüsterer

      

Beim Aufbau bleibt Divinity: Original Sin 2 im Herzen ein Spiel der alten Schule. Abgesehen von einer Handvoll knappen Tutorial-Einblendungen in den ersten Spielstunden nimmt euch das Spiel nicht bei der Hand. Kein Ausrufezeichen deutet auf neue Quests hin, keine Kartenmarkierungen, die euch die Geheimnisse der Welt auf dem Silbertablett präsentieren. Wer die zahlreichen kleinen und großen Nebenquest erleben will, muss hinausgehen und mit Leuten sprechen. Auch die Tiere der Spielwelt solltet ihr nicht unbeachtet lassen.


15 Bilder Sorgt dafür, dass einer eurer Charaktere mit Tieren sprechen kann. Sonst verpasst ihr großartige Dialoge wie diese zwei flüsternden Kühe hier. Sorgt dafür, dass einer eurer Charaktere mit Tieren sprechen kann. Sonst verpasst ihr großartige Dialoge wie diese zwei flüsternden Kühe hier. [Quelle: PC Games]
Es ist höchst zu empfehlen wenigstens einen eurer Charaktere mit dem Talent "Tierfreund" auszustatten. Sonst entgehen euch wichtige Hinweise, diverse Nebenquest und einige der schönsten und witzigsten Begegnungen des Spiels. So treffen wir am Strand eine Krabbe, die uneingeschränkt von sich selbst überzeugt ist, das mächtigste Wesen aller Zeiten zu sein. Oder wir treffen auf eine Schildkröte, die sich in eine Ratte verliebt hat und müssen ihr helfen sie mit ihrem Schwarm zusammen zu bringen. Im Spielverlauf erhaltet ihr dann außerdem die Möglichkeit mit Geistern zu sprechen, was eine weitere Quelle spannender Hinweise und Quests ist. Ihr müsst nur dran denken die Fähigkeit zu nutzen. Das Spiel wird euch nicht daran erinnern.

Zwar gibt es immer wieder heitere Momente, aber die Lage, in der sich eure Helden und die Welt von Rivellon befinden, ist düster. Hier haben die Entwickler gut vom Vorgänger gelernt, der es mit dem Witz an vielen Stellen zu stark übertrieben hat. Um all den Gesprächen mit den unzähligen NPCs zu folgen, müsst ihr euch an das Lesen von viel Text gewöhnen. Wer die englische Sprache beherrscht, kann sich alternativ an der hervorragenden Vollvertonung erfreuen. Die Leistung einer vollständigen Vertonung aller Dialoge mit erstklassigen Sprechern ist bei der schieren Textmenge dieses Spiels mehr als beeindruckend.

Hin und wieder bekommt ihr es auch mit Rätseln zu tun. Diese reichen von simplen Schalterrätseln, bei denen die größte Herausforderung ist, alle benötigten Schalter zu finden, bis zu wirklich komplexen Herausforderungen. Hier hängt euer Erfolg dann meist davon ab, ob ihr die benötigten Hinweise zur Lösung des Puzzles gefunden habt. Hin und wieder ist ein wenig das berühmte um die Ecke denken nötig. Besonders gegen Ende des Spiels werden eure grauen Zellen in dieser Hinsicht gefordert. Wirklich unfair wird das Spiel dabei aber nie.

Interface mit Licht und Schatten

      

Zu den größeren Kritikpunkten am Vorgänger gehörten das Interface und besonders die eher umständliche Inventarverwaltung und der Handelsbildschirm, denen es an Übersicht und Komfort mangelt. Hier haben die Entwickler sinnvolle Verbesserungen vorgenommen. So lassen sich Gegenstände jetzt einfach per Drag & Drop zwischen den Charakteren verschieben und beim Händler habt ihr freien Zugriffe auf die Taschen aller Begleiter und auch der Item-Vergleich funktioniert für die gesamte Gruppe.


15 Bilder Das Inventar lässt sich deutlich angenehmer bedienen. Gegenstände können zum Beispiel einfach per Drag&Drop zwischen Charakteren verschoben werden. Das Inventar lässt sich deutlich angenehmer bedienen. Gegenstände können zum Beispiel einfach per Drag&Drop zwischen Charakteren verschoben werden. [Quelle: PC Games]
Wirklich optimal sind die Möglichkeiten im immer voller werdenden Inventar die Übersicht zu behalten aber nach wie vor nicht. Wir haben versucht mit verschiedenen Taschen ein wenig Ordnung in unsere Sammlung zu bringen. An dieser Stelle hätten wir uns aber gewünscht, dass wir die einzelnen Beutel individuell benennen können. Da die Autosortier-Funktion die Taschen immer wieder durcheinander würfelt, mussten wir so immer umständlich jede Tasche öffnen und schauen, was enthalten ist, bis wir die gewünschten Items gefunden haben.
Sehr nervig ist auch die automatische Befüllung der Schnellleiste. Sobald ihr neue Fähigkeiten lernt oder Tränke, Schriftrollen sowie Pfeile aufsammelt, werden diese umgehend in den nächsten freien Platz eurer Schnellleiste verfrachtet - egal ob dieser Charakter die Gegenstände braucht oder ihr es für sinnvoll erachtet. Dieses Verhalten lässt sich leider auch nicht optional abschalten. Wer Wert auf einen aufgeräumten Schnellzugriff legt, ist daher ständig damit beschäftigt wieder Ordnung zu schaffen.

Deutlich verbessert wurde das Questlog im Vergleich zum Vorgänger. Die Einträge sind ausführlicher und halten alle Hinweise fest, die ihr zur Lösung einer Quest bereits gesammelt habt. Außerdem gibt es eine schicke


15 Bilder Das Quest-Journal ist deutlich aufgeräumter und informativer. Bei einigen Quests waren uns die Einträge aber noch zu wage. Das Quest-Journal ist deutlich aufgeräumter und informativer. Bei einigen Quests waren uns die Einträge aber noch zu wage. [Quelle: PC Games]
Übersicht über euer bisheriges Abenteuer. So verliert ihr nie den Faden der Handlung, wenn ihr mal längere Zeit nicht gespielt habt. Schön ist auch, dass es nun ein paar hilfreiche Markierungen auf der Karte gibt. Sobald ihr einen Ort entdeckt beziehungsweise eine spezifische Ortsangabe für eine Quest findet, werden diese auf der Karte eingetragen.

Bei einigen Quests leidet das Journal aber weiterhin an der alten Krankheit, dass die Einträge manchmal zu schwammig sind, um so richtig zu wissen, was man eigentlich als nächstes tun soll. Auch liest sich das Tagebuch gelegentlich etwas eigenartig, wenn man bestimmte Einträge in der falschen Reihenfolge findet. Zum Beispiel weil man erst einen Gegenstand gefunden hat und später mit einem NPC redet, der einen Hinweis auf besagten Gegenstand liefert. Vermisst haben wir außerdem eine Sicherheitsabfrage bei der Vergabe von Skillpunkten. Anders als noch im Vorgänger sind Eingaben jetzt sofort permanent. Hat man sich verklickt, hat man erst einmal Pech gehabt. Immerhin gibt es nach Ende des ersten Aktes die Möglichkeit seinen Charakter umzuskillen.

Helden mit Charakter

      

Ihr beginnt das Spiel mit einem selbst erstellten Avatar. Dieser kann Mensch, Elf, Zwerg, Echse sowie eine untote Variante dieser vier Rassen sein - natürlich jeweils in weiblicher oder männlicher Ausführung. Wie gewohnt wählt ihr aus einer eher überschaubaren Auswahl an vorgefertigten Gesichtern, Frisuren und Haarfarben aus. Außerdem bestimmt ihr über einen von 14 Klassen-Archetypen die Startwerte und Fähigkeiten eures Helden. Eine Festlegung auf einen bestimmte Spielweise ist dies jedoch nicht. Im Spiel habt ihr dann völlige Freiheit bei der Entwicklung eures Charakters.

Neu sind die sogenannten Kennzeichen. Neben Geschlecht und Rasse könnt ihr hier zwei weitere Eigenschaften wie Adliger, Gelehrter und Soldat auswählen. Diese Kennzeichen bestimmen den Hintergrund eurer Figur und lassen euch in Dialogen dazu passenden Antworten geben. Neben dem komplett selbst erstellten Charakter habt ihr diesmal allerdings auch die Wahl einen der sechs vorgefertigten Origin-Charaktere als euren Avatar zu nutzen. Jeder dieser Figuren verfügt über eine eigene Hintergrundgeschichte mit interessanten Questreihen und einzigartigen Begegnungen, deren Auswirkungen bis in das große Finale der Haupthandlung reichen können.


15 Bilder Bei der Charaktererstellung legt ihr aus wenigen Optionen das Aussehen eures Helden fest und bestimmt seine Anfangswerte - das gilt übrigens auch für die sechs Origin-Charaktere. Bei ihnen sind nur Name, Geschlecht und Rasse fest vorgeschrieben. Bei der Charaktererstellung legt ihr aus wenigen Optionen das Aussehen eures Helden fest und bestimmt seine Anfangswerte - das gilt übrigens auch für die sechs Origin-Charaktere. Bei ihnen sind nur Name, Geschlecht und Rasse fest vorgeschrieben. [Quelle: PC Games]

Da ist zum Beispiel die Musikerin Lohse, die eigentlich eine fröhliche Natur ist, wäre da nicht der Dämon, der in ihrem Kopf haust. Dieser kommt immer wieder zum Vorschein und zwingt ihren Wirt zu ungewollten Handlungen. Ihre Suche nach einer Heilung ist eng mit der Haupthandlung verknüpft. Gleiches gilt für den Untoten Fane, der zu einer seit Jahrtausenden ausgestorbenen Zivilisation gehört und sich selbst gegenüber den heutigen Völkern Rivellons als Überlegen ansieht. Aus den Origin-Charakteren, die ihr nicht selbst übernehmt, rekrutiert ihr im Spiel dann die Begleiter für eure vierköpfige Party.

Dabei ergeben sich interessante Kombinationen, da sich die persönlichen Geschichten und Ziele der einzelnen Figuren mitunter kreuzen und sogar im Konflikt zueinander stehen können. Die ehemalige Sklavin Sebille ist zum Beispiel auf einem Rachefeldzug, bei dem sie unweigerlich mit dem roten Prinz des Echsenimperiums aneinander gerät, wenn sich dieser auch in eurer Gruppe befindet. Bei der Zusammenstellung solltet ihr aber auch auf eine Vielfalt der Rassen achten. Das erhöht eure Möglichkeiten bestimmte Situationen zu lösen. Denn manche NPCs sprechen nicht mit jedem dahergelaufenen Abenteurer.

Sehr schön ist, dass ihr bei der Auswahl eurer Begleiter nicht auf die kampftechnischen Notwendigkeiten eurer Gruppe Rücksicht nehmen müsst. Sobald ihr einen Gefährten das erste Mal rekrutiert, könnt ihr bestimmen welchem Klasse-Archetyp die Startwerte desjenigen entsprechen sollen. Später habt ihr eh die Möglichkeit jederzeit umzuskillen. Alternativ zu den vorgefertigten Charakteren könnt ihr übrigens auch zufallsgenerierte Söldner anheuern, die jedoch über keine Geschichte oder Persönlichkeit verfügen.

Meister der Elemente

      

Gekämpft wird in Divinity: Original Sin 2 erneut in taktischen Rundengefechten. Das Prinzip ist das gleiche wie im Vorgänger, aber die Entwickler haben ordentlich an der taktischen Tiefe geschraubt. Es gibt nur noch bis zu sechs Aktionspunkte und Fähigkeiten kosten zwischen einem und drei dieser Punkte. Das Abwägen zwischen Bewegung, mehreren kleiner Fähigkeiten oder einem mächtigen Skill wird dadurch noch wichtiger. Neu ist außerdem die Rüstung gegen magischen und physischen Schaden, die es jetzt auf den meisten Gegenständen gibt.


15 Bilder Während hinten Feuer brennt ist vorne eine Blutlache zu sehen, die unter Strom steht. Zusätzlich ist der ganze Bereich auch noch verflucht. Kein einfaches Schlachtfeld. Während hinten Feuer brennt ist vorne eine Blutlache zu sehen, die unter Strom steht. Zusätzlich ist der ganze Bereich auch noch verflucht. Kein einfaches Schlachtfeld. [Quelle: PC Games]
Die Lebenspunkte sind nun so lange geschützt, bis die jeweilige Rüstung durchbrochen wurde. Auch lassen sich mit noch aktiver Rüstung keine negativen Statuseffekte anbringen. Es gilt daher immer zu überlegen, ob einem Gegner besser mit Magie oder direkten physischen Angriffen beizukommen ist. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist die Beherrschung der Elemente. Wind, Wasser, Feuer und einige mehr spielen wieder eine große Rolle. Regen macht durchnässte Gegner anfälliger für Blitzangriffe, eine Öllache kombiniert mit einem Feuerpfeil ergibt einen schicken Feuerteppich und eine Giftwolke lässt sich eine wunderschöne Explosion verwandeln. Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig. Ein Paradies für Taktiktüftler.

Neue Möglichkeiten ergeben sich zusätzlich durch die Einführung von Fluch und Segen. Jede Elementoberfläche kann jetzt zusätzlich verflucht oder gesegnet werden. Während ersteres die zerstörerische Wirkung verstärkt, bietet letzteres in der Regel positive Effekte für eure Gruppe. So verwandelt sich verfluchtes Feuer in Nekrofeuer, das wesentlich schwerer wieder zu entfernen ist. Aus einer gesegneten Pfütze wird heiliges Wasser, das in ihm stehende Charaktere heilt. Dadurch ergeben sich taktisch ganz neue Möglichkeiten. Allerdings machen auch die Gegner von all diesen Mitteln gebrauch. Besonders auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden ist das Spiel kein Zuckerschlecken, sondern richtig knackig.

Wer diese Herausforderung nicht alleine angehen möchte, erlebt die Kampagne mit bis zu vier Spielern im Koop, wo die verrücktesten Situationen entstehen können. Oder ihr testet eure taktischen Fähigkeiten in der Multiplayer-Arena gegen andere Spieler. Pen&Paper-Freunde erstellen im Spielleiter-Modus völlig eigene Abenteuer, die sie mit ihren Freunden erleben. Das alles ist reiner Bonus und wäre gar nicht nötig gewesen, um die herausragende Stellung dieses Rollenspiels im Genre zu unterstreichen. Für Liebhaber schick gestalteter Fantasy-Welten und Rollenspiel-Fans führt an Divinity: Original Sin 2 kein Weg vorbei.

  • Matthias Dammes"„Eines der besten klassischen Rollenspiele seit Baldur’s Gate 2.“"
  • Ich kann euch nur eins Raten: nehmt euch viel Zeit. Divinity: Original Sin 2 ist ein Spiel für Genießer und geduldige Menschen. Die tolle und atmosphärische Spielwelt ist es Wert bis in den letzten Winkel erkundet zu werden. Ich habe knapp 100 Stunden in Rivellon verbracht, aber das Spiel hätte locker Potential für einen doppelt so langen Aufenthalt gehabt. So vieles, was ich gerne noch ausprobiert und erledigt hätte, so viele NPCs mit denen ich gerne noch ausführliche Gespräche geführt hätte. Das Spiel macht einfach so vieles richtig und besser, ohne sich dabei allzu große Patzer zu erlauben. Das beginnt bereits mit den grandiosen Origin-Charakteren. Ich habe mit ihnen bei ihren persönlichen Herausforderungen mitgelitten, sie unterstützt und Angst um meine Freunde gehabt. Anders als noch beim Vorgänger hat mich die Geschichte wirklich gepackt und einen tollen Rahmen geschaffen, in dem ich meinen Charakter spielen konnte. Die spielerische Flexibilität und Freiheit sucht seines gleichen. Das Spiel endete für mich nicht optimal. Ich hatte ein paar bittere Pillen zu schlucken, die sich aus meinen Handlungen zuvor ergaben. Aber genau das macht es auch so großartig. Und es motiviert mich, es später noch einmal zu versuchen – schon allein, weil ich das Gefühl habe noch so viel nicht gesehen zu haben. Völlig perfekt ist auch Divinity: Original Sin 2 nicht. Die Wegfindung der Begleiter und die sich automatisch füllende Schnellleiste haben mich das eine oder andere Mal richtig genervt. Auch die vereinzelt noch vorhandenen Bugs sind nicht schön. Bei der schieren Masse des Inhalts dieses Spiels, verblassen diese Unannehmlichkeiten aber nahezu, denn abgesehen davon stimmt hier einfach alles. Daher wird mir Original Sin 2 auch lange Zeit als eines der besten Rollenspiele der letzten Jahre in Erinnerung bleiben.


Divinity: Original Sin 2 (PC)
  • Spielspaß
  • 93 %
  • Grafik - 
    Sound - 
    Multiplayer - 
Pro & Contra
Unglaubliche spielerische Freiheit
Spielwelt voller optionaler Inhalte wie Dungeons und Geheimnisse
Stets mehrere Lösungsmöglichkeiten
Taktisch herausfordernde Rundenkämpfe
Lebendige und atmosphärische Spielwelt
hervorragend geschriebene Origin-Charaktere
spannende Handlung
Entscheidungen mit klaren Konsequenzen
Hübsche Grafik
toller, dynamischer Soundtrack
(englische) Vollvertonung
Schiff als Basis mit Händlern und Lagerkiste
Koop-Modus für vier Spieler
Enormer Umfang
Umfangreiches Handwerkssystem
Hoher Wiederspielwert
Zusätzliche Arena- und GM-Modi
Menüs nicht immer optimal
Wegfindung der KI mit Schwächen
Gelegentliche Bugs


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