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Die Gilde: Handel, Habsucht und Intrigen - Würdiger Nachfolger der Fugger - Leser-Test von Sese


1 Bilder Die Gilde: Handel, Habsucht und Intrigen - Würdiger Nachfolger der Fugger - Leser-Test von Sese
Auf den ersten Blick handelt es sich bei „Die Gilde“ aus dem Hause Joe Wood um eine mittelalterliche Wirtschaftsimulation. Der Spieler kann zu Beginn des Spiels seinen Beruf und seine Eltern auswählen. Die Wahl der Eltern bestimmt die Fähigkeiten des eigenen Charakters. Diese Fähigkeiten umfassen Handwerkliches Geschick, Verhandeln, Rhetorik, Nacht und Nebel sowie Kampf. Je nach gewählter „Karriere“ sind die einzelnen Eigenschaften mehr oder weniger wichtig. Für einen Händler steht und fällt das Geschäft mit seinem Verhandlungsgeschick, ein Schmied sollte sich auf sein handwerkliches Können verlassen können, etc.
Dem Spieler bleibt die Qual der Wahl aus acht Berufen (z.B. Schmied, Wache, aber auch Räuber, Alchemist oder Parfumhersteller) auszuwählen. Dabei können einige Berufe erst später im Spiel erlernt werden. Dann wird, wie es bei anderen Handelssimulationen üblich ist, mit erkaufen bzw. gesammelten Rohstoffen produziert, die Waren auf dem Markt verkauft, mit dem Geld neue Rohstoffe gekauft usw.
Um die Produktivität zu steigern, kann man weitere Angestellte suchen, „altgediente“ befördern, was zwar mehr Lohn kostet, doch dann arbeitet der oder diejenige effektiver. Damit den eigenen Leutchen nichts zustößt, können Extras für die Werkstätten wie Schürzen, Handschuhe oder Mörser und Pistill (je nach gewähltem Beruf) gekauft werden. Auch das eigene Heim kann so erweitert werden, Abwasser steigert die Hygiene im Haus, man selbst und auch die Familienangehörigen leben länger, ein Rosenstrauch mit Zaun hält so manchen neugierigen Besucher ab.
Ein besonderen Augenmerk sollte der Spieler auf seinen „Charakter“ legen. Der eigenen Spielfigur stehen pro Runde sogenannte Aktionspunkte (APs) zur Verfügung, mit denen unterschiedlich verfahren werden kann. Diese APs können dazu genutzt werden, um eigene Talente zu steigern oder neue Meistergrade und Berufe zu erlernen. Pro Beruf gibt es neue Meistergrade, die den Ausbau der eigenen Werkstatt und damit die Produktion neuer Güter ermöglichen.
Natürlich sollte der Spieler sich beizeiten nach einem/einer passenden Ehegattin/en umsehen und für Nachwuchs sorgen, soll das Spiel nicht vorzeitig enden. Die Partnerwahl ( :) ) beeinflusst die Fähigkeiten des Kindes. Die Entwicklung des Kindes darf man nicht aus den Augen verlieren, denn man legt sich sozusagen selbst den Grundstein für seinen zukünftigen Charakter. Mit Geldgeschenken, Spielzeug, Schule und Studium kann man die Fähigkeiten des oder der Kleinen beeinflussen.
Doch nicht nur um das wirtschaftliche und private Fortkommen sollte der Spieler sich Gedanken machen, sondern auch um seine gesellschaftliche Karriere. Gibt es doch bei „Die Gilde“ einige duzend Ämter samt Pflichten und Privilegien, die es zu besetzen gilt. Dabei besteht kein Unterschied, ob man zwischen weltlicher und kirchlicher Karriere hin- und her springt, Hauptsache man kommt nach vorne oder besser gesagt nach oben.
Dies wollen natürlich die Gegner verhindern, ein weiterer, den Spielspass steigernder Aspekt des Spiels. Wie beim „Urvater“ der Gilde der „Fugger-Reihe“ (gabs schon auf Commodores berühmten C64) geht’s heiß her im Mittelalter. Da wird bestochen, gelogen, verleumdet, angeschwärzt etc. Bei „Die Gilde“ ist es möglich Konkurrenten verprügeln zu lassen, Warentransporte zu überfallen, gegnerische Häuser mit übelriechenden Tränken zu bewerfen oder sogar mit Hilfe von Bomben in die Luft zu jagen! Selbstverständlich schläft die Konkurrenz nicht und zeigt sich nicht gerade zimperlich in der Wahl der zur Verfügung stehenden Mittel...

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