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Die Gilde: Handel, Habsucht und Intrigen - Wirtschaften im Mittelalter - Leser-Test von Beluvius


1 Bilder Die Gilde: Handel, Habsucht und Intrigen - Wirtschaften im Mittelalter - Leser-Test von Beluvius
Das Mittelalter scheint auf viele Spieler noch immer einen ungewöhnlichen Reiz auszuüben. Nach Spielen wie "Anno 1602" , Patrizier 2 und Elisabeth I. erschien jetzt ein weiteres Spiel das diese Zeit zum Thema macht auf dem Markt. Dabei ist auch "Die Gilde" eigentlich eine Fortsetzung des 1996 bei Sunflowers erschienen Spiels "Die Fugger 2". Aufgrund rechtlicher Probleme durfte das Spiel aber nicht "Die Fugger 3" heißen, sondern wurde gegenüber dem Vorgänger einfach aus dem Jahre 1600 in das Jahr 1400 vorverlegt und unter dem Namen "Die Gilde" veröffentlicht.

Gameplay
Man startet in dem Spiel als nahezu mittelloser Bauernsohn, der in die große Stadt aufbricht, um dort sein Glück zu versuchen. Zunächst wählt man dazu eine von 5 verschiedenen Städten als seine Heimatstadt, sucht sich einen von 8 unterschiedlichen Berufen und seine Eltern aus. Die Wahl der Eltern ist dabei von besonderer Bedeutung, da durch diese die Talente des eigenen Charakters festgelegt werden: Wer sich zum Beispiel als Schmied oder Tischler versuchen möchte, sollte möglichst Handwerker oder Händler als Eltern wählen. Die Talente können im Laufe des Spieles weiter ausgebaut werden und sind vergleichbar mit den Charakterwerten in klassischen Rollenspielen. Auch kann man im Laufe des Spieles weiter Berufe erlernen.
Dann beginnt das eigentliche Spiel. Man startet mit einen einfachen Bürgerhaus als Wohnsitz und einem kleinen Handwerksbetrieb. Zunächst unterscheidet sich "Die Gilde" nicht wesentlich von anderen Wirtschaftssimulationen: Man kauft eine Reihe von Rohmaterialien ein, die anschließend in den eigenen Betrieben zu Fertigprodukten verarbeitet werden und auf dem Markt wieder mit Gewinn verkauft werden müssen. Mit dem dadurch eingenommenen Geldern werden Ausbauten im eigenen Betrieb finanziert, die die Produktion beschleunigen oder die Herstellung neuer Produkte erlauben. Alternativ kann man auch seinen Wohnsitz ausbauen.
Neben dieser wirtschaftlichen Karriere kann und muss man sich aber auch um seine politische Laufbahn bemühen: Insgesamt kann man in dem Spiel ca. 30 verschiedene Ämter, sowohl auf politischer als auch kirchlicher Ebene erreichen: Vom einfachen Stadtdiener bis zum Landesherren, vom Diakon bis zum Erzbischof reicht dabei das Spektrum. Natürlich erzielt man Einfluss und Macht nicht immer auf ganz legale Weise: Es könnte sich durchaus Auszahlen den einen oder anderen Konkurrenten mit einer hinterlistigen Intrige oder durch Bestechung aus dem Weg zu räumen, damit das eigene Vorankommen nicht ins Stocken gerät. Zur Not kann man ja auch im Haus des Mitbewerbers mal eine Bombe legen...
Da im Mittelalter die Lebenserwartung aber eher kurz war, sollte man sich rechtzeitig nach einer (wohlbetuchten) Frau umsehen, damit für eine ausreichende Zahl an Nachkommen gesorgt ist, die in die Fußstapfen des Vaters treten können.
"Die Gilde" ist eine Mischung aus Echtzeit- und Rundenstrategie. Das Spiel läuft eigentlich rundenbasiert ab (1 Jahr = 1 Runde), innerhalb eines Jahres werden jedoch alle Aktionen in Echtzeit ausgeführt, jedoch stehen einem immer nur eine begrenzte Anzahl von Aktionspunkten zur Verfügung, mit denen man z.B jemanden Bestechen oder seine Talente ausbauen kann.

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