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Diablo 2: Vorsicht Suchtgefahr! - Leser-Test von wobber


1 Bilder Diablo 2: Vorsicht Suchtgefahr! - Leser-Test von wobber [Quelle: PC Games]
Diablo zählt sicherlich zu den innovativeren Spieleklassikern der letzten Jahre und das Ende machte eigentlich schon klar, dass es sicherlich weitergehen wird. In der Fortsetzung mit dem schlichten Titel Diablo2 wird die Geschichte aus Diablo auch tatsächlich weitererzählt und auch das bewährte Spielprinzip beibehalten und sogar stark verbessert.
Zur Erinnerung: Entgegen jeder Logik rammte sich der Held aus dem ersten Teil den Seelenstein Diablos in seine Stirn. Der Seelenstein ist als eine Art Kerker zu verstehen, mit dem Diablo festgesetzt werden kann. Da der Held nun den Seelenstein in seinem Kopf hat, muß er einen inneren Kampf gegen Diablo führen, damit dieser auch weiter eingekerkert bleibt. In Diablo2 gelang es Diablo sich gegen den Helden durchzusetzen und dieser Held verwandelt sich nun langsam in Diablos eigentliches Erscheinungsbild. Diablos Ziel ist es seine Brüder Mephisto und Baal zu befreien und die Erde schließlich zu einem Vorposten der Hölle zu machen. Als Spieler des zweiten Teils versucht man dies zu verhindern und verfolgt Diablo. Dabei wandert man durch vier Akte: Das Camp der Jägerinnen in der Gegend um Tristram (die Stadt aus dem ersten Teil), die arabisch angehauchte Stadt Lut Gholein, die Dschungelstadt Kurast und schließlich die Stätte des Endkampfes gegen Diablo. Die Story ansich bietet nicht wirklich viel, aber wird unter anderem Dank wunderschöner Videos aus der Sicht eines Begleiters Diablos recht spannend erzählt.

Als Spieler hat man die Wahl zwischen fünf Charakteren, die sich entscheidend auf das Gameplay auswirken, aber keinerlei Einfluß auf die Story haben. Zum einen gibt es die Amazone, die bevorzugt mit Bögen/Armbrüsten oder Lanzen/Speeren kämpft, den Barbaren, der ein Meister aller Waffen ist und für den Nahkampf Dank der Möglichkeit zwei Waffen gleichzeitig zu schwingen eine hervorragende Wahl, den Totenbeschwörer, der immer mit einigen beschworenen Monstren und Golems und Zaubersprüchen dem Feind auf die Pelle rückt, den Paladin, der mit Hilfe weißer Magie und Auren dem Bösen entgegen tritt, und zu guter Letzt noch die Zauberin, die mit Elemantar-Magie das Böse vernichtet.
Jede Figur hat vier Attribute: Stärke, Geschicklichkeit, Leben und (Zauber-) Energie. Hinzu kommen noch jeweils 30 charakterabhängige Fähigkeiten. Gerade diese Fähigkeiten sorgen dafür, dass jede Spielfigur recht individuell ausgebaut werden kann. Dabei steht es dem Spieler völlig frei, ob er seinen Charakter auf eine spezielle Fähigkeit spezialisiert oder einen Allrounder schafft.
Ist der Charakter gewählt und ein passender Name ausgedacht, geht es auch gleich los. Das Spiel startet im Camp der Jägerinnen und eigentlich wird man auch gleich ein wenig enttäuscht. Enttäuscht deshalb, weil die Grafik nicht wirklich mehr als zeitgemäß zu bezeichnen ist. In einer Schräg-von-oben-Iso-Sicht sieht man seinen Helden durch die Gegend laufen und irgendwie meint man anfangs, dass der Hintergrund doch irgendwie besser aussehen könnte. Ist dies aber verschmerzt und man das erste Mal die Gegend außerhalb des Camps betritt, taucht man sehr schnell in diese Welt ein. Man trifft auf die ersten Monster und beginnt nun, was man eigentlich das ganze Spiel über macht: Man tötet diese Monster indem man mit der Maus auf sie klickt, sammelt Erfahrungspunkte und hofft, dass die Monster nette Gegenstände oder Gold verlieren. So kämpft man sich dann also durch insgesamt vier sehr unterschiedliche Gegenden, wobei die ersten drei noch durch den Besuch verschiedenster Dungeons noch mehr Abwechslung bieten, bis man also zum finalen Endkampf schließlich Diablo gegenübersteht. Ist dieser geschlagen, ist das Spiel aber noch nicht zu Ende, sondern kann auf noch zwei weiteren Schwierigkeitsstufen (Alptraum und Hölle) nochmals durchgespielt werden. Da die Monster gerne in großen Zahlen angreifen und teilweise alles andere als Fallobst sind, stehen dem Spieler noch Heil-, Mana- und Regenerationstränke zur Verfügung, um auch immer fit zu sein. Hilfe kann sich der Spieler durch das Anheuern von Söldnern holen, die aber nur bedingt von großer Hilfe sind und mehr dazu nutzen, einen Gegner für einige Zeit abzulenken. Manchmal reichen aber auch nur ein paar Augenblicke um sich einen Vorteil zu verschaffen und so rentiert sich die vielleicht nur kurzzeitige Anschaffung eines Söldners dann doch.
Es ist besonders erwähnenswert, dass die Steuerung der Spielfigur sehr einfach gehalten ist und man sich wirklich schnell damit zurechtfindet. Zudem bietet Diablo2 die Möglichkeit, die Tastatur beliebig zu belegen, wodurch man sich die Steuerung des Spieles noch mehr erleichtern kann. Gerade häufig verwendete Fähigkeiten lassen sich so per Hotkey immer schnell erreichen.
Als Stauraum für gefundene Gegenstände und magische Edelsteine gibt es zum einen das Inventar des Recken und eine Schatzkiste, in der man nochmals einige Gegenstände ablegen kann. Schnell wird allerdings klar, dass man nicht alles horten kann und so kann man dem örtlichen Schmied einen Besuch abstatten und seine gefundenen Waren verkaufen und im Gegenzug vielleicht ein paar neue Ausrüstungsgegenstände zu kaufen. Außerdem repariert der Schmied defekte Teile.
Hat man einen Batzen Geld angespart und man eigentlich nichts passendes zu kaufen findet, gibt es noch einen Händler in jeder Stadt, der magische Gegenstände zum Kauf anbietet, aber man weiß nicht, welche magischen Boni diese Gegenstände dann auch tatsächlich haben, da sie erst nach dem Kauf identifiziert werden. Dieses Glücksspiel ist ziemlich teuer und manchmal auch frustrierend, aber dafür ist die Freude um so größer, wenn man mal einen glücklichen Moment hat und einen wirklich seltenen und wertvollen Gegenstand kauft.

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