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Das Geheimnis der Druiden: Gute Story -> Grafikgurke - Leser-Test von Berte


1 Bilder Das Geheimnis der Druiden: Gute Story -> Grafikgurke - Leser-Test von Berte
Eingentlich sollte ich ja dankbar sein. In Zeiten von "DAY OF TENTACLE" oder "INDIANA JONES IV" hätte wohl niemand gedacht, daß das Adventure Genre einmal so an seinem Überleben zu knabbern hätte. Die Monkey Island Serie versucht dann auch nur einen Körper wiederzubeleben, der seit einiger Zeit langsam kalt zu werden scheint. 3D heißt das neue Zauberwort und verdrängt das 2D-typische Adventure. Dabei sollte doch gerade hier die Chance für viele kleinere Firmen liegen, die ohne viel Grafik-Aufwand, dabei aber mit ein paar Ideen ein paar tolle Spiele aus dem Hut zaubern könnten. Selbsredend das ich mir auch mal das Druiden-Spiel angetan haben, wo doch die Auswahl möglicher Konkurrenten mehr als bescheiden ist.

Doch oh jeh, der Graus fing schon mit dem Intro an. Schlagartig fühlte ich mich in der Zeit zurückversetzt. Aber nicht weil die Story dies beinhaltet, sondern weil die Grafikqualität auch einem 486-PC zur Ehre gereicht hätte. Derartig verpixelte Rendersequenzen gab es auch schon in den Jugendjahren der PC-Ära. Und die einzige Möglichkeit zur Veränderung der Qualität führte nur zu einer weiteren Verschlechterung. Aber na ja, für einen Adventure-Fan sollte die Grafik-Qualität nicht gleich Grund zur Aufgabe sein.

Doch der Schrecken hörte nicht auf, denn der folgende Dialog zwischen mir und meinem Chef beim Scotland Yard machte mir gleich das ganze Ausmaß der Misere klar. Das Gespräch war flach, die Synchronsprecher übermotoviert und mein Charakter schien beim Scotland Yard das Ansehen einer Küchenschabe zu haben. Zumindest wurde ich so von meinen Kollegen behandelt.
Adventures leben oftmals ausschließlich von den Dialogen. Bei Baphomets Fluch war das so und allein die Ähnlichkeit der Geschichte ließ mich noch ein wenig weiterspielen. Doch egal mit wem ich auch sprach - dem Penner an der Strassenecke, der unbedingt Alkohol wollte; meinem Kollegen in der forensichen Abteilung; einem Polizisten am Tatort - die Dialoge wurden nicht besser.

Dann spielte mir auch noch die Grafik einen weiteren Streich. In nahezu jedem Raum begegneten mir Clipping-Fehler. Mein Hauptheld geht ohne Skrupel durch Regale und Schreibtische. Mein Chef selbst scheint auf eben jenem Schreibtisch draufzusitzen und die Perspektivenverzerrung im Büro eines Kollegen ließ den Eindruck erscheinen, daß ich in Miniaturformat in Pflanzengröße AUF seinem Schreibtisch stehen würde.

Bei aller Liebe zum Genre - So nicht!. Ich will die Möglichkeit nicht ausschließen, daß die Story, die immerhin 2 CD's einnimmt noch den einen oder anderen Reiz entfaltet (Aufklärung einer Mordserie, bei der die Opfer skelettiert wurden und Aufdeckung einer weltweiten Verschwörung inklusive Zeitreise). Aber angesichts solch miserabler Umsetzung bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als weiterhin den Untergang eines tollen Genres zu bertrauern.

Negative Aspekte:
haufenweise Grafikfehler, miese Synchro

Positive Aspekte:
klassische Story mit London-Atmosphäre,

Infos zur Spielzeit:
Berte hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Berte
  • 4.8%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 3/10
    Steuerung: 5/10
    Sound: 5/10
    Atmosphäre: 6/10
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