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Crime Time: Richtig schlecht! - Leser-Test von RAMS-es


1 Bilder Crime Time: Richtig schlecht! - Leser-Test von RAMS-es
Crime Time

Wer, wie ich ein große Fan von Kriminal Romanen ist, der kann sich bestimmt auch für Adventures mit kriminalistischen Hintergrund begeistern. Es gibt ja eine erkleckliche Anzahl an Grafik und Text Adventures zu dieser Thematik, dabei gibt es herausragende Vertreter und leider auch sehr miese Beispiele. Bei GAMER'S LOG REVIEW Numero 008 handelt es sich um einen Warnhinweis der Zentralen Spiele Prüfstelle, denn CRIME TIME von Starbyte aus dem Jahre 1991 ist wirklich einfach nur noch richtig übler Schrott, bei dem die deutschen Entwickler ihrem Herkunftsland keine Ehre gemacht habe. Man könnte sogar von französischen Verhältnissen sprechen, muss es aber nicht, denn auch deutsche Produktionen gehörten zumindest für jahrelang zu den unterirdischsten Spielen überhaupt, wenn ich einmal von den Glanztaten absehe. CRIME TIME ist ein wunderbares Beispiel, wie man ein Grafik Adventure besser nicht gestalten sollte. Erschienen ist Crime Time für Commodore Amiga und C64, Atari ST und natürlich auch für die grauen Personal Computer. Dabei kann ich gleich vorwegnehmen, daß die C64 Portierung im Gesamturteil noch am besten davon kommt, da sich einfach technisch nicht soviel machen läßt. Entwickelt wurde CRIME TIME in den Bürokellern von Starbyte in Bochum und dabei haben sich die Programmierer ungefähr so verhalten, wie die Spieler des VfL Bochum in den achtziger Jahren. Die einzelnen Portierungen sind inhaltlich vollkommen und technisch weitegehendst identisch, auf dem C64 fällt natürlich die grafische Präsentation deutlich ab.

Unser Detektiv Adventure beginnt mit einem kleinen Kurzurlaub mit Rainer, dem Kumpel unseres Alter Egos. Zusammen mit unserem Freund, der während des Abenteuers den Part des passiven Partners übernimmt, haben wir uns in einen lauschigen Hotel eingemietet. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, es hier mit einer kleinen homosexuellen Szene zu tun zu haben. Wie auch immer, in eben jenen Hotel wird ein anderer Gast ermordet. Dadurch, daß man selbst in Verdacht gerät und eigentlich gleich hinter schwedischen Gardinen verschwinden soll, ist man gezwungen den Fall möglichst schnell aufzuklären. So beginnen wir unsere Suche nach der Wahrheit in unserem Hotelzimmer. Auf dem Doppelbett räkelt sich das Geschöpf Homo Rainer in einer gelangweilten Pose (jetzt bin ich mir sicher, daß irgendein Entwickler leicht warme Fantasien nachgegangen sein muss). Gleich darauf fällt mir auch die erste Ungereimtheit bei der grafischen Darstellung auf. Trotz des auf ihr lastenden Gewichts, wölbt sich die Bettdecke nach oben anstatt nach unten. Von diesem Anblick mehr als irritiert nehme ich mir zunächst einmal den Rucksack, neben dem Bett vor. Bei meiner Untersuchung entdecke ich einen defekten Kassettenrekorder, Kopfhörer und natürlich auch eine Kassette. Alle Gegenstände wandern selbstverständlich in das Inventar, das sich am rechten unteren Bildschirmrand angezeigt wird. Angezeigt? Wer Icons erwartet, wird enttäuscht sein, denn Gegenstände werden lediglich durch Text repräsentiert. Über diesem Steinzeitinventar (schon damals), finden wir eine Kurzbeschreibung des Raums in dem wir uns befinden, sowie ein Auflistung der beweglichen Objekte. Daneben in der Mitte haben die acht möglichen Befehle ihren Platz. Am linken Rand sehen wir eine Windrose mit acht Himmelsrichtungen und zwei Pfeilen für hoch und runter. Die obere Bildschirmhälfte wird von der grafischen Ansicht eingenommen. Jede Raumansicht wird aus leicht schräger Perspektive angezeigt. Nicht nur, daß jede Grafik extra nachgeladen werden muss, was beim C64 noch verständlich gewesen wäre, aber auf den 16 Bit Heimrechner einfach nur eine Frechheit ist (ungefähr genauso wie die ersten 25 Minuten der deutschen Mannschaft 06. 06. 2004 gegen Ungarn). Auf dem PC gibt es diese Nachladerei natürlich nicht. Dazu sind sämtliche Grafiken auch noch von wirklich nur bescheidener Qualität.

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