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Conker's Bad Fur Day: Ein ganz besonderer Held - Leser-Test von Ceilan


1 Bilder Conker's Bad Fur Day: Ein ganz besonderer Held - Leser-Test von Ceilan
Eichhörnchen sind niedlich, freundlich und klettern fröhlich auf Bäumen herum. Das ist die allgemeine Einschätzung. Conker ist ein Eichhörnchen. Aber wer ihn kennt, wird schnell eines Besseren belehrt, denn dieses Exemplar ist zynisch, sexistisch, ständig betrunken und außerdem ziemlich gewalttätig.
Eines Nachts als Conker gerade völlig blau von seiner Stammkneipe nach Hause wankt, wird seine Angetraute Berry vom bösen Pantherkönig entführt, welcher sie als Tischbein (?!?) benutzen will. Nachdem Conker wieder einigermaßen nüchtern geworden ist, macht er sich auf, um seine Berri aus den Klauen des Raubtiers zu befreien.
Auf seinem Weg begegnet unser Held zahlreichen Gestalten, die sogar noch durchgeknallter sind als er selbst. Conkers Aufgaben gestalten sich dabei sehr vielseitig und zudem vollkommen seltsam. So muss zum Beispiel eine Heugabel davor bewahrt werden, Selbstmord zu begehen und vieles mehr. Zur Belohnung gibt es etwas, das unserem Eichhörnchen besonders am Herzen liegt. Nein, nicht Nüsse sondern Kohle! Mächtig viel Zaster. Bei all diesen Aufgaben geht es meistens alles andere als jugendfrei her. Die Bewohner von Conkers Welt scheinen allesamt keine besonders gute Kinderstube genossen zu haben und fluchen was das Zeug hält. Allerdings vollständig auf englisch. Wer also wirkliche alle Gags verstehen möchte, sollte über einige Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Auch eine gewisse Allgemeinbildung in den Bereichen Kinofilme und berühmte Videospiele ist sehr von Vorteil, denn in Conker's Bad Fur Day wimmelt es nur so vor Anspielungen auf diverse vergangene Erfolge wie zum Beispiel „Der Soldat James Ryan“.
In den großen Levels sind ab und zu bestimmte Symbole versteckt, durch die Conker neue Fähigkeiten wie Tauchen und Messerwerfen bekommt. Das Hauptelement im Spiel sind jedoch die genretypischen kniffeligen Hüpf- und Geschicklichkeitseinlagen aufgelockert durch einige Tomb Raider-ähnliche Schalterrätsel.
Technisch ist das Spiel wie so viele Titel von Rare ein Meisterwerk. Die Grafik ist zwar nicht so kunterbunt wie in anderen Jump&Runs, aber gerade das macht den besonderen Reiz aus. So abgefahrene und witzig gestaltete Levels findet man in keinem anderen Game. Wenn man es mit einem lebenden Kothaufen zu tun bekommt, stößt das Spiel durchaus schon mal an die äußersten Grenzen guten Geschmacks ;) Die einzelnen Figuren sind detailliert und lustig animiert. Insgesamt ist die Grafik also sehr abwechslungsreich und auf ihre eigenen Art etwas ganz Besonderes. Noch stärker ist bei diesem Spiel der Sound ausgefallen. Die Musikuntermalung ist variantenreich und immer zum Geschehen auf dem Bildschirm passend. Aber das mit Abstand beste technische Element sind die genialen Soundeffekte vor allem die zahlreichen Sprachsamples. Die Charaktere fluchen und schimpfen in mit lustigsten Akzenten (ebenfalls alles auf englisch) und man lacht sich dabei oft fast schlapp.
Weiteren Grund zur Freude bieten die Mehrspielermodi für bis zu vier Mitspieler. Die verschiedenen Varianten sind dabei sehr unterschiedlich. Neben Ego-Shooter-Einlagen wie zum Beispiel Deathmatch lockt auch ein Racemodus für alle Rennspielfans. Das ist lange noch nicht alles und der Multiplayerteil ist gewissermaßen ein eigenes „Spiel im Spiel“.
Für ein Jump&Run ist diese Tatsache mehr als vorbildlich, denn gewöhnlich spielen die Multiplayer-Aspekte in diesem Genre eher die zweite Geige.
Ein weiteres Plus ist die Tatsache, dass auch das Rumble-Pack unterstützt wird, was für ein realistischeres Spielerlebnis sorgen kann.
Kritisieren kann man an Conker's Bad Fur Day, dass die Jump&Run-Einlagen und der Geschicklichkeitsteil recht konventionell erscheinen. Was auf diesem Gebiet geboten wird gab es bei Konkurrenzprodukten bereits zur Genüge. Dieser Mangel wird aber durch die anderen Aspekte und vor allem die unschlagbare Präsentation locker wettgemacht.
In den elf riesigen Spielabschnitten wartet Spielspaß für viele Stunden. Allein schon die Miniaufgaben wie zum Beispiel das Bullenreiten sorgen für viel Abwechslung und eine große Langzeitmotivation.
Mein Fazit: Conker's Bad Fur Day ist ein ganz besonderes Exemplar der Gattung Jump&Run. Mehr noch als die schicke Präsentation kann die Fülle an völlig abgefahrenen Charakteren und Figuren begeistern. Wer dringend etwas zu Lachen braucht, ist bei diesem Spiel an der richtigen Adresse. Nur völlig humorlose Menschen werden an Conkers Abenteuern keine Freude haben. Besonders empfehlenswert ist das Game vor allem für Leute, die sich bei englischen Slang-Ausdrücken gut auskennen. Manch anderem wird sich der schwarze Humor des Spiels nicht ganz erschließen. Klar ist auf jeden Fall, dass dieses Spiel nicht unbedingt für kleinere Kinder bestimmt ist. Deshalb liegt auch die Altersfreigabe bei (für Nintendo-Verhältnisse außergewöhnlichen) 16 Jahren. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass das N64 keineswegs die Kinderkonsole ist, für die es von vielen Kritikern gehalten wird. Conker dürfte mit seiner ganz besonderen (Nicht ganz so netten ;) ) Art diese kritischen Stimmen ein wenig verstummen lassen.
Ganz klar ist: Wer Jump&Runs und schmutzige Witze mag, wird dieses Spiel geradezu lieben. Der Spielspaß rechtfertigt auch den ziemlich hohen Preis des Games. Eine deutliche Empfehlung von meiner Seite.

Negative Aspekte:
Jump&Run-Elemente etwas zu gewöhnlich

Positive Aspekte:
coole Sprachausgabe

Infos zur Spielzeit:
Ceilan hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Ceilan
  • 9.2%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 9/10
    Steuerung: 9/10
    Sound: 10/10
    Atmosphäre: 9/10
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