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Colin McRae Rally 2: Rally vom Feinsten! - Leser-Test von HALLofGAME


1 Bilder Colin McRae Rally 2: Rally vom Feinsten! - Leser-Test von HALLofGAME
Was war das für eine Aufregung, als seinerzeit bekannt wurde, daß Codemasters mit Colin McRae Rally ein realistisches Rallye Game, ohne das sonst übliche direkte Gegnerfeld veröffentlichen werden. Und die am meißten gestellte Frage lautete wohl: "Kann so etwas überhaupt funktionieren?"
Es konnte, setzte Maßstäbe und kam mit dem verdienten Sequel fulminant zurück!

Und während das von den Briten eingeführte authentische "Allein gegen die Uhr"- Feature längst für fast alle Rallye Games Standard Feature geworden ist, gingen die Codemasters beim zweiten Mal den umgekehrten Weg und spendierten zusätzlich einen Arcade Mode für heiße Kopf an Kopf Rennaction mit fünf anderen Fahrern. Nötig gewesen wäre das eigentlich nicht, schließlich haben die britischen Coder den ohnehin schon erfolgreichen realistische Rally Part des Prequels noch einmal gehörig aufgebohrt. Auf über achtzig Strecken(+ 8 Arcade only Strecken), von denen die meißten wie üblich erst freigespielt werden müssen, gilt es, sich gegen 15 virtuelle, nur durch ihre Etappenzeiten vertretenen Kontrahenten zu behaupten. Gute Platzierungen bringen wichtige Punkte auf dem Weg zur Meisterschaft, verlassen kann man sich aber selbst auf den dicksten Punktevorsprung nicht. Wer eine Rallye nicht mindestens als Sechster abschliesst, der muß nochmal ran. Unrealistisch, aber herausfordernd und spannungsfördernd!

Eine Herausforderung ist auch nahezu jede der hervorragend designten Strecken. Ob im verschneiten Schweden, auf italienischen Bergstrassen oder den staubtrockenen Pisten Griechenlands, für notorische Bleifüsse sind die immer kurvigen Pisten die reinste Hölle. Auch chronische Materialfahrer, die jeden Wagen ohne Rücksicht auf Verluste treten, werden schnell bestraft. Nach je zwei Etappen und vor der jeweils abschließenden Spezialstrecke stehen 60 Minuten zur Verfügung, um die Schäden an insgesamt elf verschiedenen Komponenten zu beheben. Sind zuviele Teile beschädigt, reicht die Zeit nicht um alles zu reparieren. Schade nur, daß dieser Gedanke diesmal nicht konsequent zu Ende gedacht wurde. So verschlingt die Reparatur jeder Komponente eine bestimmte Zeit ( z.B. Getriebe 16 Minuten), unabhängig von der Schwere der Schäden. Da sich alle Schäden auf das Fahrverhalten der Boliden auswirken, wäre hier eine stärkere Differenzierung wünschenswert gewesen, damit die entsprechende Fahrweise den Spieler auch wirklich in Schwierigkeiten bringen kann. Bei der stattdessen gewählten Methode schafft man es immer, zumindest den größten Teil der Schäden zu reparieren. Schäden an Karosserie und Scheiben sind übrigens besser zu sehen denn je, dank deutlich erhöhtem Polygoncount der Fahrzeuge (+ 75%) "erstrahlen" sie in neuem Glanz.

Ebenfalls verbessert wurde das schon im Vorgänger grandiose Fahrverhalten. Besonders gut getan hat hier die Tatsache, daß nunmehr die Bewegung jedes Reifens einzeln berechnet wird, was den Realismus der Bewegung nochmals nach oben schraubt. Ob rasanter Kurvendrift oder ausbrechendes Heck: Jede Bewegung des Wagens ist absolut nachvollziehbar und durch die akkurate, nuancierte Steuerung in den Grenzen der Physik auch beherrschbar. Der Gran Turismo Untertitel "The Real Driving Simulator" könnte ohne Einschränkung auch Colin McRaes zweiten PlayStation Auftritt schmücken! Auch grafisch können Codemasters Rallye-Asse übrigens spielend mit Sonys, in dieser Hinsicht nicht ganz gelungenem Vorzeigerenner mithalten. Bemerkenswert, denn wer den Vorgänger oder auch die Games der TOCA-Reihe kennt, weiß das die Briten Ihr Augenmerk eher auf das Gameplay denn auf die Grafik richten. Trotz kleinerer und zu vernachlässigender Grafikprobleme ( gelegentliche Pop Ups, dezente Clipping Fehler) passt hier fast alles. Lediglich die nicht immer konstante Framerate, besonders in den Startphasen der Arcade Rennen, wenn der dichte Fahrzeugpulk die PSX Hardware sichtbar überfordert, ist etwas ärgerlich.

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