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Code Vein: Wir haben es gespielt - ein Dark Souls ohne Seele(n)?

In diesen Venen fließt Blut mit ganz viel Dark Souls-DNA, so viel ist auf den ersten Blick sicher. Aber der Teufel steckt ja bekanntermaßen im Detail, und so haben wir Code Vein ausführlich zur Ader gelassen, um einen genauen Blick auf das Souls-like Rollenspiel zu werfen. Waffen, Release, Charaktere und Feinde - wir haben Code Vein ausführlich gespielt.


7 Bilder Code Vein in der Vorschau: Wir haben es gespielt - Ein Dark Souls ohne Seele(n)? (1) Code Vein in der Vorschau: Wir haben es gespielt - Ein Dark Souls ohne Seele(n)? (1) [Quelle: Bandai Namco]
Während die Besucher der Tokyo Game Show dieses Jahr nur 15 Minuten Zeit mit der spielbaren Demo von Code Vein verbringen durften, hatten wir die Gelegenheit, mehrere Stunden in das Vampir-Rollenspiel einzutauchen - und das auch noch im Komfort des verlagseigenen Präsentationsraumes und ganz ohne Jetlag! Die Argusaugen ganz genau auf das unter dem Slogan "Prepare to dine" angekündigte Vampir-Rollenspiel gerichtet, haben wir jeden Winkel der Demoversion erforscht und natürlich den Boss am Ende des Areals besiegt. Obwohl es nach Konsolenkost aussieht, wird Code Vein übrigens auch für den PC veröffentlicht. Schön!

Meine Freundin Mia

Ein erster frappierender Unterschied zu Dark Souls und Co. zeigt sich in Gestalt der blondgelockten Mia sofort beim Spielstart. In Code Vein sind wir offenkundig zu zweit unterwegs, auch, wenn wir solo spielen. Dann übernimmt die KI die Kontrolle über unsere Begleiterin, die uns bei Lebensgefahr heilt und ansonsten mit Buffs und Fernkampfangriffen unterstützt. Noch verhält sich die Dame nicht immer vorbildlich intelligent, die frühe Demoversion entspricht aber auch nicht dem fertigen Produkt. Per Online-Verbindung können Freunde Mia übernehmen, sodass ein klassisches Koop-Spiel zustandekommt. Die Entwickler spielen momentan anscheinend mit dem Gedanken, weitere Mehrspielerinhalte einzubauen. Ob wir später Charaktere wechseln können, ist noch nicht bekannt, wir halten das aber angesichts anderer, bereits vorgestellter Figuren für wahrscheinlich. Beim Stufenaufstieg konnten wir keine Punkte in Attribute investieren, dies geschah automatisch. Im fertigen Spiel werden wir dabei hoffentlich freie Hand haben. Erfahrungspunkte, Haze genannt, verdienen wir uns, indem wir Gegner töten und Items aufsammeln, die uns eine gewisse Menge der Währung gutschreiben.


7 Bilder Hand in Hand: Mia hilft meistens aus der Entfernung, indem sie heilt oder bufft, sie ist sich aber auch nicht zu schade, auf Tuchfühlung mit Feinden zu gehen. Hand in Hand: Mia hilft meistens aus der Entfernung, indem sie heilt oder bufft, sie ist sich aber auch nicht zu schade, auf Tuchfühlung mit Feinden zu gehen. [Quelle: PC Games]

Drain me my darling

So weit, so bekannt: Das Kampfsystem ähnelt dem aus From Softwares Werken. Schwere und leichte Angriffe, Wegrollen, Blocken - das Timing ist zwar ein anderes und es gibt gefühlt weniger I-Frames beim Ausweichen als in Dark Souls, aber das zugrunde liegende Prinzip fühlt sich für Fans der Vorlage sofort vertraut an. Einzigartig ist jedoch die sogenannte Drain-Attacke: Als Blutsauger verleibt sich der Held den Lebenssaft seiner Opfer bei diesem besonders schweren Nahkampfangriff ein. Allerdings müssen wir die Aktion erst aufladen, und die Reichweite lässt zu wünschen übrig. Trotzdem lohnt es sich, regelmäßig den Durst zu stillen, denn nicht nur lassen durch den Drain besiegte Feinde besonders viel Haze fallen, auch die Anzahl Magiepunkte erhöht sich. Und mit denen aktivieren wir praktische Spezialfähigkeiten, etwa einen Feuerball zum Verschießen, einen Buff für die Angriffskraft, zusätzliche Elektroschaden für unsere Waffe oder einen Bonus auf das Ausweichen. Zu guter Letzt lädt ein Drain unsere Spezialleiste auf, die es uns ermöglicht, Gegner mit einem Hieb in die Luft zu befördern, wo sie unseren Treffern - und einem erneuten Drain! - schutzlos ausgeliefert sind. Mit etwas Geschick und Timing kontern wir einige Feinde und bekommen dafür einen kostenlosen und besonders effektiven Drain spendiert. Hier scheint Code Vein ganz auf das klassische "Hohes Risiko, hohe Belohnung"-Prinzip zu setzen.


7 Bilder Ritter der Königin: Der Boss ändert die Angriffsmuster je nach Phase. Anfangs ist es ein Leichtes, auszuweichen, später verursacht er Flächenschaden. Ritter der Königin: Der Boss ändert die Angriffsmuster je nach Phase. Anfangs ist es ein Leichtes, auszuweichen, später verursacht er Flächenschaden. [Quelle: PC Games]

Zum Anbeißen?

Etwa drei Stunden verweilen wir in der Welt von Code Vein und sind angetan von der Gegnerplatzierung, die dazu ermutigt, sich umzusehen anstatt blind voranzustürmen. Die Waffen, vom Gewehr zum Hammer zur Hellebarde zum Zweihänderschwert, fühlen sich stark unterschiedlich an und glänzen in ganz verschiedenen Situationen. Noch nicht bekannt ist, ob wir die Waffen auf Wunsch ein- oder zweihändig führen können. In der Demo war dies noch nicht möglich. Während der Beginn des Levels mit den dunklen Höhlengängen zwar unheimlich, aber auch etwas langweilig aussieht, präsentiert sich die Bosskampfarena unter freiem Himmel zwischen Hochhausruinen deutlich eindrucksvoller. Mit mehreren Phasen und harten Angriffen macht der Queen's Knight seinen Job als Endgegner gut. Und obwohl Mia seinen Attacken wenig entgegenzusetzen hat, hilft es doch, wenn sie die Aufmerksamkeit des Riesen für kurze Zeit in Anspruch nimmt, in der wir uns dann heilen oder buffen können. Wer oder was in der gigantischen Rüstung steckt, wissen wir noch nicht genau, nur, dass es sich um einen sogenannten "Lost" handelt, also eine Kreatur, die ganz dem Blutdurst anheim gefallen ist. Das erinnert natürlich an die Hollows aus Dark Souls, dies sollte an dieser Stelle aber wirklich niemanden mehr überraschen. Auch wenn viele Elemente geborgt sind bei den Marken von From Software, haben wir Blut geleckt - den Eigenheiten des Kampfsystems und dem erfrischenden Setting sei Dank. Auf lange Sicht müssen die Gegnervielfalt und der Umfang stimmen, das erfahren wir aber erst im nächsten Jahr.


7 Bilder Eindrucksvoll: Die Drain-Attacke nach einem erfolgreichen Konter ist besonders effektiv und wird euren Gegner sofort ausschalten. Eindrucksvoll: Die Drain-Attacke nach einem erfolgreichen Konter ist besonders effektiv und wird euren Gegner sofort ausschalten. [Quelle: PC Games]

  • Katharina Reuß"Anime meets Dark Souls"
  • Mein persönlich größter Kritikpunkt an Code Vein ist das uninspirierte Design der Gegner, die man gefühlt auch in zig anderen Spielen antreffen könnte. Doch das ist eine Frage des Geschmackes, und der Anime-Look verleiht Code Vein ohne Zweifel einen eigenen Charakter. Auch die Drain-Attacke gehört zu den Alleinstellungsmerkmalen, weshalb ich diese anfangs auch immer wieder vergessen habe, einzusetzen – spielerisch war ich nämlich sofort und ganz automatisch Dark Souls-Modus (was auch eine Weile gut funktioniert hat). Das Experimentieren mit den magischen Fertigkeiten, dem Drain und Konter lohnt sich und macht das Kampfsystem facettenreicher. Ich bin gespannt, welche Talente, Waffen und Drain-Besonderheiten im fertigen Spiel zu finden sind. Einen konkreten Release-Termin gibt es nicht, ich tippe auf das erste Halbjahr 2018.



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