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Breath of Fire: BOF, der erste Versuch - Leser-Test von Corlagon


1 Bilder Breath of Fire: BOF, der erste Versuch - Leser-Test von Corlagon
Ein weiterer SNES-Klassiker wurde wiederveröffentlicht. Das Original ist im Gegensatz zum zweiten Teil nie in Europa erschienen, daher bietet die GBA-Umsetzung eine gute Gelegenheit, den Anbeginn der Drachenlegenden aus dem Hause Capcom nachzuholen. Beginnen wir mit der Story.

Über Jahrtausende wurde die Welt vom Drachenclan in Frieden beherrscht. Doch dann spaltete sich der Clan in die Weißen und die Schwarzen Drachen, und ein jahrhundertelanger Krieg begann, der fast die Welt zerstörte. Schuld daran war die böse Göttin Milia. Schließlich gelang es einem Helden und seinen Gefährten, die Göttin zu fangen und einzusperren. Seitdem herrschte ein trügerischer Friede zwischen den Stämmen, doch nun hat der Schwarze Drachenclan den Krieg wiederaufgenommen...

Breath Of Fire ist ein klassisches Japano-Rollenspiel, und wer ähnliche Games kennt, wird sich hier sofort zurechtfinden. Ihr zieht in die Welt, helft den Völkern, kämpft gegen die Schwarzen Drachen und gewinnt immer mehr Mitstreiter. Jedes Partymitglied hat seine eigenen Fähigkeiten: Hauptfigur Ryu kann etwa zwischendurch eine Runde Angeln gehen und später die mächtigen Drachenkräfte nutzen. Die geflügelte Nina kann sich später im Spiel in einen riesigen Vogel verwandeln und als Flugzeug dienen, während der Händler Gobi als Fisch das Meer durchquert. Einige Helden können später im Spiel sogar fusionieren.

Während der Abenteuer finden immer wieder Zufallskämpfe statt. Wer fleißig ist, wird mit Erfahrungspunkten und Gold belohnt. Auf den höheren Erfahrungsstufen werden die Helden natürlich stärker und bekommen zusätzliche Zaubersprüche, während das Geld wichtig ist, um die Ausrüstung auf dem aktuellsten Stand zu halten. Im Kampf selbst ist neben den üblichen Aktionen auch eine Auto-Funktion enthalten, die alle Mann einfach draufloskloppen läßt. Außerdem können die Figuren ihren Fähigkeiten entsprechend nach vorne oder nach hinten gestellt werden.

In den diversen Städten könnt Euch dann von den Strapazen erholen. Wie üblich könnt Ihr im Gasthaus übernachten, um Eure Energie wiederherzustellen, und Euch beim Waffenhändler mit neuen Waffen und Rüstungen eindecken. Praktischerweise könnt Ihr die alte Ausrüstung dabei automatisch in Zahlung geben. Die Bank lagert auch derzeit unbenötigte Items, so daß Ihr Platz im Inventar schaffen könnt.

Gespeichert werden kann nur an bestimmten Stellen (den Drachenschreinen). Der GBA-Version wurde allerdings eine nützliche Schnellspeicherfunktion spendiert, mit der das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden kann. Außerdem könnt Ihr Gegenstände über das Dialogkabel untereinander austauschen. Graphik und Sound wurden größtenteils unverändert vom SNES übernommen.

Die deutsche Übersetzung finde ich nicht sonderlich gelungen (kein Wunder, sie ist von Ubi Soft). Aus irgendeinem Grund wurde die Charaktereigenschaft "Fate" (Schicksal) mit "Charisma" übersetzt. Das Glück eines Charakters soll sein Charisma bestimmen? Und warum ist das Wort "Inn" (Gasthaus) unübersetzt geblieben? Daß der Häuptling eines Dorfes im Spiel als "Chef" bezeichnet wird, trägt auch nicht gerade positiv zur Atmosphäre bei.

Überhaupt hat mich BOF1 irgendwie enttäuscht (Teil 2 auf dem SNES fand ich cool). Ryu wird sofort ins Abenteuer geschickt, ohne daß ich etwas über sein bisheriges Leben erfahre. Ich helfe einem Häuptling aus der Patsche, doch anstatt sich zu bedanken, gibt er mir sofort den nächsten Auftrag. Bei einem derart storylastigen Spiel hat das bereits ausgereicht, um mir den Spaß zu verderben. Wer gerade ein neues Nippon-RPG sucht oder sich für die Anfänge der Serie interessiert, kann aber trotzdem ruhig mal einen Blick riskieren.

Negative Aspekte:
Story nicht gut ausgeführt

Positive Aspekte:
klassisches Rollenspiel mit interessanten Features

Infos zur Spielzeit:
Corlagon hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

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