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Blood Omen: Legacy of Kain - Rache ist süß - Leser-Test von pineline


1 Bilder Blood Omen: Legacy of Kain - Rache ist süß - Leser-Test von pineline
Diejenigen von Euch, die sich für PC- und Videospiele interessieren, dürfte der Name Kain sicherlich ein Begriff sein, ganz egal, ob die Abenteuer rund um diese bekannte Spielfigur den jeweiligen Geschmack treffen oder nicht. Ich möchte Euch über eine aus meiner Sicht hochinteressante Version für die Playstation von Sony aus dem Jahre 1996 berichten, welche meiner Meinung nach auch heute noch ihren Reiz haben dürfte. Bezahlt habe ich damals "nur" um die 70 DM, da ich mir "Blood Omen - Legacy of Kain" erst ein gutes halbes Jahr nach dem Erscheinen kaufte. Heutzutage müsst Ihr natürlich bei weitem nicht mehr so tief in die Tasche greifen, allerdings gehört gerade dieses Playstationspiel zu den wenigen Titeln, die immer noch verhältnismäßig teuer sind. Schuld daran hat sicherlich der zweifellos vorhandene Kultcharakter dieses Videospiels und nicht zuletzt die hohe Qualität dieses Actionabenteuers. Unter 20 Euro solltet Ihr demnach auch heute noch nicht erfolgreich sein, doch diese "Investition" lohnt sich meiner Ansicht nach allemal. Über dieses außergewöhnliche Abenteuer möchte ich Euch nun berichten.

Die Hauptfigur Kain war einst ein attraktiver Ritter ohne Furcht und Tadel, der seinerzeit die Frauenherzen höher schlagen ließ. Nach einem hinterhältigen Attentat ist nun aber von jener Ausstrahlung leider nicht mehr viel übrig geblieben, zwar schmückt ihn eine beeindruckende weiße Löwenmähne, doch ist er bedauerlicherweise zu einem Untoten degeneriert, immer auf der Jagd nach Menschenblut. Er war dem Tode nahe und musste sich entscheiden, nämlich entweder als Edelmann "endgültig" zu sterben oder als Vampir mit besonderen Kräften ein voraussichtlich unendliches Leben führen zu können. Die Verlockung war für Kain einfach zu groß, ebenso wohl wie die Angst vor dem Tode und nicht zuletzt sein gewaltiger Durst nach Rache gab den Ausschlag dafür, dass er einen Pakt mit einem finsteren Nekromanten eingeht. Fortwährend schreitet Ihr nun als überwiegend übelgelaunter blutgieriger Kain durch die Gegend und schlachtet nahezu alles ab, was Euren Weg kreuzt.

Die Diener jenes dunklen Nekromanten überfallen derweil ein Dorf nach dem anderen, was Euch aber zunächst wenig stört. Die Kämpfe mit den Opfern und insbesondere den Feinden (bei den Opfern kann man ja eigentlich nicht von "Kämpfen" sprechen, denn diese sind in der Regel absolut wehrlos und werden von Euch einfach nur abgeschlachtet) laufen dabei in Echtzeit ab. Immer wenn der Tag sich dem Ende entgegenneigt, steigt Ihr aus Eurem Sarkophag und macht Euch auf dem schnellsten Wege nach draußen, um neue Opfer ausfindig zu machen. Egal was für ein menschliches Individuum Euch in die Quere kommt, Gnade oder Erbarmen ist für Euch ein absolutes Fremdwort. Ganz im Gegenteil, Euer trister Alltag und Eure eigentlich fast durchweg miese Laune wird in jenen Momenten ausnahmsweise etwas aufgefrischt, während Ihr eine Vielzahl an Dorfbewohnern mit Schwert, Axt oder Morgenstern abschlachtet, ertönt sogar ein dreckiges Lachen Eurer Kehle, für einen kurzen Augenblick seid Ihr dann tatsächlich guter Dinge. Während das Blut noch aus den tödlich verwundeten Körpern (oder diese ohnmächtig sind) literweise spritzt, zapft Ihr diesen schnellstmöglich so viel Blut wie möglich ab oder (solltet Ihr Euch gesättigt fühlen) zerfetzt sie vollends. Dabei seid Ihr nicht besonders wählerisch, ob herkömmlicher Dorfbewohner, Landstreicher oder Zigeuner, Soldat oder Ritter, alles ist Euch recht. Allerdings hat Kain schon ein kleines Faible für junge Frauen mit weißem Teint, also mit vornehmer Blässe, diese werden daher von Euch oft genüsslich "ausgeschlürft", nun ja. Ihr merkt spätestens jetzt, dass der Ablauf des Spiels aus moralischen Gesichtspunkten nicht ganz unbedenklich ist, das muss ich ganz klar zugeben. Der blutige und in der Tat brutale Spielverlauf war es aber nicht, der mich stundenlang über mehrere Tage an den Bildschirm fesselte. Es war vielmehr die Art der Präsentation, die dafür sorgte, dass ich immer mehr in den Bann dieses blutigen Metzelabenteuers gezogen wurde. Und genau darauf komme ich jetzt zu sprechen.

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