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Blades of Steel: Hart an der Grenze - Leser-Test von RAMS-es


1 Bilder Blades of Steel: Hart an der Grenze - Leser-Test von RAMS-es
Blades of Steel

Eishockey ist sicherlich nicht der Nationalsport der Japanern. Es ist also kein Wunder, daß gute Eishockeyspiele meist aus den Studios von amerikanischen Entwicklern stammen. Zwei Ausnahmen gibt es aber. Nintendo hat mit ICE HOCKEY das erste hervorragende Spiel diese Genres jenseits der Homecomputer für sein Nintendo Entertainment System oder kurz Famicom herausgebracht. Auf dem gleichen System hat auch Konami seinen erfolgreichen Automaten BLADES OF STEEL umgesetzt. Es wird also Eishockey für harte Burschen mit flinken Puck Geschiebe und deftigen Schlägereien geboten.

Wie bereits erwähnt ist die Herkunft von BLADES OF STEEL die Arcade Spielhalle und diese Abstammung merkt der Umsetzung auch stark an. So ist die Steuerung aller Aktionen auf dem Eis recht simpel gestrickt. Ist man im Besitz des Pucks, kann man mit dem Joypad und den beiden Feuerknöpfen stramme Schüsse und platzierte Pässe ausführen. Sollte die gegnerische Mannschaft im Besitz der Scheibe sein, übernimmt man die Steuerung eines Abwehrspielers, jeweils der Nächststehende zum Puck, und beim Torschuß den Torwart unseres Teams. Auch beim Angriff steuert man jeweils immer nur den Spieler mit der Scheibe. Anhand eines Pfeils, der auf der Torlinie auf- und ab wandert, kann man die ungefähre Schußrichtung abschätzen. Es ist also recht leicht Tore zu erzielen und sorgt so für motivierende Erfolgserlebnisse bei BLADES OF STEEL.

Netter Bestandteil des Geschehens auf dem Eis bei BLADES OF STEEL sind natürlich die Prügeleien. Diese Element wurde von keinem nachfolgendem Eishockeyspiel mehr ausgelassen. Beim ersten Rempler, reagiert unser Spieler bzw. der Gegner noch recht ruhig und friedlich. Aber schon beim zweiten Zusammenstoß knurrt er unwirsch und erst bei dritten Check wird es ihm zuviel. Der hartgesottene Eishockeycrack schmeißt sein Handschuhe zu Boden und stürzt sich mit Gebrüll auf den dreisten Gegenspieler. Eine zünftige Prügelei beginnt, die das Publikum viel mehr entzückt, als den Schiedsrichter. Anstatt die Streithähne sofort zu trennen und zur Beruhigung auf die Strafbank zu schicken wird bei BLADES OF STEEL eine Ansicht eingeblendet. Die beiden Kontrahenten stehen sich nun, wie beim Boxkampf gegenüber. Wer zuerst den Gegner fünfmal eins in die Fresse geschlagen hat, schickt ihn ins Land der Träume. Nur der Verlierer erhält einige Strafminuten aufgebrummt. Es bietet sich also an, auf diese Art und Weise Überzahlspiel herzustellen.

Die Entwickler von Konami bieten bei BLADES OF STEEL die Möglichkeit entweder gegen das Famicom anzutreten oder sich mit einem menschlichen Mitspieler zu prügeln. Die CPU bietet drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Von richtig einfach bis ganz schön happig wird jeder Geschmack bedient. Sollte es am Ende einer Partie noch unentschieden stehen findet ein Penalty Schießen statt. Wenn auch dies kein eindeutiges Ergebnis liefert entscheidet der Sudden Death. Bei den Regeln hat es Konami nicht ganz so genau genommen. Dafür wird aber flüssiges Spiel geboten, genauso wie man es von einem Spielautomaten erwarten würde. BLADES OF STEEL ist ein harter Konkurrent für Nintendos ICE HOCKEY. Letzeres hat aber in spielerischer Hinsicht die Nase vorn. Im technischen Bereich liefert Konami aber die bessere Grafik und den sauberen Sound ab. Bei Toren klingt gekonntes Publikumsgeraune aus den Lautsprechern. Auch die Sprachausgabe unterstützt das Flair bei BLADES OF STEEL. Wer auf Sportspiele steht und sein Famicom mal wieder füttern will, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Warum bloß musste Novatrade BLADES OF STEEL 1990 auch für Commodore Amiga und Personal Computer umsetzen? Diese Frage stellt sich jedem armen Tropf, der blöd genug war, Geld für diese schlechte Portierung auszugeben. Auf dem Amiga sieht BLADES OF STEEL noch recht ansehnlich aus. Das Scrolling und die Grafik gehen in Ordnung. Um so unverständlicher ist es, daß der Sound grottenschlecht ist. Auf den persönlichen Rechenknechten möchte gar nicht erst anfangen mit meiner Schimpftirade, aber um Euch diese Schrecken nicht vorzuenthalten mache es kurz und schmerzlos. Grafik und Sound sind indiskutabel, die Krönung ist aber die unpräzise Steuerung. Man schafft es nicht einmal einen einzigen vernünftigen Pass zu spielen. Wegen dieser Unspielbarkeit ist BLADES OF STEEL auf dem PC einfach nur Schrott. Macht also einen großen Bogen darum.

Text by AJM/FTL of RAMS-es

Negative Aspekte:
Grafik, Scrolling, Steuerung, Sound...

Positive Aspekte:
Reset

Infos zur Spielzeit:
RAMS-es hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    RAMS-es
  • 4.5%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 6/10
    Steuerung: 4/10
    Sound: 4/10
    Atmosphäre: 4/10
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