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Biathlon 2003 im Gamezone-Test


1 Bilder Biathlon 2003 im Gamezone-Test

Die Kunst am Biathlon besteht wohl darin, sein vom vielen Laufen strapaziertes Nervenkostüm so weit unter Kontrolle zu halten, dass man trotz des gepuschten Kreislaufs am Ende des Laufs die fünf Kugeln ins Ziel bringt. Damit dürfte Biathlon eine der friedlichsten Sportarten mit Waffe überhaupt sein.

Computerbegeisterte Wintersportler erinnern sich vielleicht noch an die Gurke des Jahres 2002, damals noch auf dem Wildtangent Winamp Plugin basierend, genannt "Biathlon 2002" aus demselben Hause. Die Frage bleibt also, ob sich der Titel inzwischen soweit gemausert hat, dass man ihn tatsächlich als Videospiel bezeichnen darf? Nun, zumindest die Versprechung, dass das Game komplett neu überarbeitet wurde, ist eingehalten worden. Leider ist das was dabei heraus kam, kaum besser als der Vorgänger.

Das Gameplay besteht aus genau zweierlei Aktionen: Den Fahrer möglichst ohne ihn zu überanstrengen an den Schießstand zu führen und dort dann die fünf Schuss möglichst ins Schwarze zu setzen. Die meiste Zeit verbringt man derweil auf dem Weg zum Schießstand, wo unser Athlet mit einer gar seltsamen Steuerung hinbugsiert werden will. Beschleunigen kann man mit der Pfeiltaste, was noch ganz ok ist, gelenkt hingegen wird mit der Maus. Dazu muss man die linke Maustaste gedrückt halten und die Maus entsprechend dem Lenkwinkel nach rechts oder links bewegen um daraufhin die Taste loszulassen. Erst dann bewegt sich der Athlet in die entsprechende Richtung, vorausgesetzt wir sind nicht zu schnell und der Athlet nicht zu schwach. Ansonsten nämlich liegen wir auf der Nase. So quält man sich also bis zum Schießstand und erlebt dort ein Zielsystem wie ich es das letzte Mal vor 20 Jahren auf einer 8Bit-Konsole gesehen habe. So wird einem allen Ernstes ein kleines Fenster mit Fadenkreuz eingeblendet, welches per Maus auf das Ziel gerichtet werden will, während dieses natürlich heftigst hin und her zittert, was den Zustand des Sportlers darstellen soll. Da dies Gezittere aber ganz offensichtlich vom Zufallsgenerator erzeugt wird, ist es nicht möglich sich darauf einzustellen, wie z.B. aus manchem Dart-Spiel bekannt, sondern reine Zufallsache ob man trifft oder nicht. Da helfen auch die verteilbaren Konzentrationspunkte nicht viel, die sich kaum auf das Verhalten des Sportlers auswirken.

Die gebotene Grafik kann man getrost in die Schublade "das hätte ich auch selbst gekonnt" stecken. Das beginnt mit der phänomenalen Kurzsichtigkeit der Engine, die alles nach der Nasenspitze des Athleten im weißen Nebel verschwinden lässt, geht über die kaum vorhandenen Details neben der Strecke bis hin zu den Pappaufstellern die sich Zuschauer schimpfen. Durch und durch mager also was uns da auf dem Schirm präsentiert wird.

Ebenso mager gibt sich die Soundkulisse, wenn man von dem einen(!) gelungenen Musikstück absieht. Der gebotene Elektro-Pop wäre in einem Funracer allerdings wesentlich besser aufgehoben, denn irgendwie passen die Synthieklänge nicht ganz in die verschneite Landschaft. Zudem wiederholen sich die Takte dermassen schnell, dass man sie bald nicht mehr hören kann. Die restliche Soundkulisse besteht eigentlich nur noch aus den unnötigen Kommentaren aus dem Off sowie den Lade- und Schussgeräuschen des Biathleten.

  • Peter Grubmair"-"
  • Die Gurke strikes back, oder wie soll man den neuesten Versuch von Bild-Interactive werten das lustloseste Videogame des neuen Jahrtausends noch über ein weiteres Jahr hinweg zu retten? Selbst mit besten Willen und dem Mut der Verzweiflung entgeht einem einfach nicht der extrem niedrige Standard dieses Machwerks, der locker von so mancher Shareware-Produktion geschlagen wird. Diese Standhaftigkeit wird erneut mit dem Gamezone Müll-Award ausgezeichnet.
Biathlon 2003 (PC)
  • Singleplayer
  • 2,6 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 3/10 
    Sound 4/10 
    Steuerung 2/10 
    Gameplay 2/10 
Pro & Contra
Der Soundtrack bietet einen kompletten Titel
also das ganze(!) Lied
Flachestes Gameplay seit es Sportspiele gibt
extrem detailarme Grafik
sehr seltsame Steuerung
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