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Beach Life im Gamezone-Test


1 Bilder Beach Life im Gamezone-Test

Na, können Sie sich auch noch an ihren letzten Urlaub erinnern? An den überfüllten Strand, den billigen Fusel an der Bar und das unfreundliche Hotelpersonal? Haben Sie sich damals auch gedacht, dass sie als Verantwortlicher das alles besser machen würden? Wenn dem so ist, dann liegen sie bei "Beach Life" völlig richtig. In dieser Aufbausimulation fällt ihnen die Aufgabe zu sich um das Wohl der verweilenden Gäste zu kümmern. Das beginnt mit dem Bereitstellen entsprechender Übernachtungsmöglichkeiten, geht über den Bau diverser Vergnügungsstätten bis hin zur Verwaltung der angestellten Putzfrauen und Handwerker. Als kleine Hilfe ist es möglich, quasi in die Köpfe der Urlauber zu schauen und sich so ein Bild über ihre Ansprüche und der Zufriedenheit mit dem Gebotenen machen zu können. Gibt es genug Sonnencreme für die Sonnenanbeter, sind genug Bars aufgestellt worden für die Spaßtouristen, und wo gibt's die Aspirin gegen den dicken Schädel zu kaufen? Doch auch der Müll will entsorgt werden, denn wenn ein Urlauber im Radius von zwei Metern keinen Mülleimer findet lässt er seinen Abfall einfach fallen, beschwert sich aber kurz danach über den ganzen Dreck. So sind sie eben, die Pauschaltouristen.

Das Gameplay zeigt sich erstaunlich flüssig, trotz der relativen Komplexität des Themas. Die Unzahl an vorhandenen Gebäuden dienen dazu, den Urlaubern möglichst viel Abwechslung zu bieten sowie diverse Serviceaufgaben erfüllen zu können. Beides ist wichtig um eine möglichst gute Beurteilung für das Ferienzentrum zu erhalten, was wiederum neue Touristen in das Gebiet lockt. Je nachdem welche Attraktionen wir bevorzugt anbieten, bekommen wir auch entsprechende Urlauber geliefert. So darf es nicht verwundern, dass parallel mit den aufgestellten Bars auch die alkoholisierten Randalierer zunehmen, wohingegen ein Jachtclub eher die betuchteren Gäste kommen lässt.
Sehr schön umgesetzt wurde der Tag-Nacht Wechsel, der sich nicht nur Grafisch zeigt, indem die Sonne untergeht und die Beleuchtungen eingeschaltet werden, sondern auch im Verhalten der Gäste und unserer Bediensteten. So wird man des Nachts keinen Handwerker bei der Arbeit sehen dafür umso mehr betrunkene Gäste.
Dabei muss man anmerken, dass das Gameplay dermaßen ausgeglichen ist, dass man nicht, wie bei vielen Aufbausims, schon zu Beginn mit chronischem Geldmangel zu kämpfen hat, sondern sich wirklich um die Belange der Gäste kümmern kann, da der Geldfluss nur bei wirklich schwerwiegenden Fehlern versiegt. Trotzdem steigt der Schwierigkeitsgrad angenehm steil an und kann auch geübte Spieler noch fordern. Dafür sorgen die Unmengen an Optionen, welche einem die volle Kontrolle über jedes Gebäude und vor allem jeden Angestellten geben. Doch auch wenn man sich nicht in die tief verschachtelten Menüs vorarbeiten will, hat man alles Wesentliche gut im Griff und behält dank des sehr übersichtlichen Interfaces alles Wichtige im Auge, wie die Anzahl des herumliegenden Mülls oder die ertrunkenen Urlauber. Insgesamt 12 Inseln und über 50 Gebäude hält "Beach Life" für den engagierten Spieler bereit, was für einige durchzockte Nächte reichen wird. Insgesamt allerdings sind die 12 Inseln etwas wenig, da auch ein Insel-Editor nicht mitgeliefert wird, man sich also mit den vorgefertigten Maps abfinden muss.

Die Grafik präsentiert sich aus einer isometrischen 3D-Ansicht welche sich in drei Stufen zoomen lässt und selbst bei der angegebenen Mindestkonfiguration noch flüssig und ohne Einbussen läuft. Die Gebäude sind allesamt sehr liebevoll gestaltet und die Urlauber selbst besitzen viele Animationen die das gesamte Geschehen sehr lebendig wirken lassen. Mitunter allerdings hätte man sich noch eine entferntere Zoomstufe gewünscht um auf den großen Karten etwas mehr Übersicht zu haben, was aber der einzige Kritikpunkt an der Grafik ist. Dafür wird man bei tropischer Hitze mit einem Flimmern der Asphaltflächen belohnt wie es echter kaum dargestellt werden kann, und die Touristen haben selbst nach längerem Spiel noch Animationen parat die man noch nicht sah, wenn sie sich z.B. hinter eine Mauer verziehen zum Knutschen oder der "nasses T-Shirt" Wettbewerb ausgetragen wird.

Ein besonderes Schmankerl stellt die Soundkulisse zu "Beach Life" dar, welche nicht nur aus den sehr stimmigen Geräuschen des Touristenbetriebes besteht, sondern noch mit einem Soundtrack aufwarten kann der alleine schon den Kaufpreis wert ist. In bester Cafe del Mar Manier geben sich die mitgelieferten Musikstücke und schaffen so eine Atmosphäre die wunderbar zum Thema Urlaub passt. Wem der Stil nicht gefällt, der kann auch eigene MP3s in die Playlist mit aufnehmen, welche sich in eine für den Tag und eine für die Nacht aufsplittet. Ein netter Gag, wie wir finden.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Beach Life" ist ein wunderbar ausgeglichenes Aufbauspiel welches es sehr gut versteht, die allbekannten Frustmomente dieses Genres, wie permanenter Geldmangel und daraus resultierende Handlungsunfähigkeit, zu umgehen. Trotzdem hat man nicht an Features gespart, und gibt dem Spieler die Möglichkeit wirklich jedes noch so kleine Detail zu beeinflussen, falls er das will. Denn auch wenn nicht, funktioniert die Simulation hervorragend gut und lässt das Spiel nicht ins Sinnlose abdriften. Allerdings werden richtige Hardcore-Simulationsfreaks den Anfangs etwas zu leichten Schwierigkeitsgrad bemängeln, der aber schon nach wenigen Missionen ansteigt, allerdings eher wegen der vorgegebenen Zeitlimits als wegen der schwere der Aufgaben. Somit erreicht "Beach Life" nicht ganz die Komplexität eines "Tropico", kann dafür aber mit einem easy Gameplay aufwarten wie man es sich nur wünschen kann.
Beach Life (PC)
  • Singleplayer
  • 8,5 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 9/10 
    Steuerung 9/10 
    Gameplay 8/10 
Pro & Contra
Sehr ausgeglichenes Gameplay, deswegen auch gut für Einsteiger geeignet
Sehr hochqualitativer Soundtrack
Für Profis fast etwas zu leicht
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