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Assassin's Creed Origins - Preview: Das aufgebohrte Kampfsystem

Wir waren drei Monate vor dem Release von Assassin's Creed Origins zu Besuch bei Ubisoft Montreal. Dort durften wir nicht nur selbst Hand anlegen, sondern konnten mit den leitenden Entwicklern ausführlich über die Entstehung des Ägypten-Abenteuers sprechen. Im zweiten Teil unserer Artikelreihe dreht sich alles um das aufgebohrte Kampfsystem.

7 Bilder Assassin's Creed - Origins: Wie kämpft es sich im antiken Ägypten? Vorschau zum Kampfsystem (3) Assassin's Creed - Origins: Wie kämpft es sich im antiken Ägypten? Vorschau zum Kampfsystem (3) [Quelle: Ubisoft]

Eines musste sich die Assassin's Creed-Reihe seit dem ersten Teil gefallen lassen: die Kritik an dem doch relativ simplen Kampfsystem. Durch gut getimte Kombo-Attacken mit einigen Kontern konnte man bis Assassin's Creed: Unity so gut wie jeden Kampf gewinnen - auch locker gegen eine Übermacht von rund zehn Gegnern. Mit Assassin's Creed: Unity wurde das Problem zwar angegangen, aber am Ende sorgten die Überarbeitungen lediglich dafür, dass man als Spieler vor Geplänkeln gegen mehr als drei Wachen auf einmal lieber die Beine in die Hand nahm. Für Origins haben die Entwickler lange darüber nachgedacht, wie sie dieses doch wichtige Spielelement der AC-Reihe am sinnvollsten überarbeiten und so die Spielerfahrung deutlich intensiver als in den Vorgängern machen könnten.

Dafür brauchten sie unserer Meinung nach nicht wirklich sehr lange nachdenken, denn wenn man die lange Liste der Neuerungen in puncto Kampfsystem kurz zusammenfassen möchte, muss man eigentlich nur "Dark Souls" sagen. Unserer bisherigen Erfahrung nach hat man sich für die Kämpfe von Origins von dem exzellenten System der Jungs und Mädels von From Software stark inspirieren lassen. Das möchten wir den Entwicklern in Kanada auch kein bisschen vorwerfen, schließlich gibt es kaum ein besser funktionierendes Kampfsystem, das obendrein noch relativ fair ist, als in den Souls-Spielen.

Assassin's Creed - Origins: Mehr Realismus dank Hitbox-Kampfsystem

Die größte Neuerung für die Schwertduelle dürfte die Umstellung auf ein Hitbox-System sein. In Assassin's Creed: Origins wird nun genau ausgerechnet, ob ein Körperteil von einer Waffe erwischt wurde und so dann der Schaden berechnet. Dadurch ergibt die große Waffenvielfalt im Spiel auch Sinn: Mit einem langsamen Speer könnt ihr nun die Gegner aus einer guten Distanz angreifen, mit einem schnellen Kurzschwert müsst ihr hingegen nach an den Gegner ran. Das Arsenal aus unterschiedlichsten Speeren, Schwertern und Keulen sorgt dafür, dass für jeden Spielertyp etwas dabei ist. Insgesamt sollen die Waffen sich in acht Kategorien unterteilen lassen und haben neben dem Werten wie Geschwindigkeit, Reichweite und Schaden auch des Öfteren Spezialattribute, die etwa die Gegner bluten lassen oder den Rage-Balken für einen Superangriff extra schnell füllt. Ähnlich sieht es auch bei den Bögen im Spiel aus. Grob lassen sich die Fernkampfwaffen in vier Kategorien einteilen: Jagdbögen (Standard), Kriegsbogen (eine Art Shotgun-Bogen), Predator-Bogen (Scharfschützenbogen) und leichte Bögen (schnellschießende Bögen, etwa wie Maschinenpistolen in Spielen mit modernen Setting). Jedoch hat jede einzelne Waffe durch Sonderattribute Alleinstellungsmerkmale, die eurem persönlichen Spielstil zu Gute kommen können.


7 Bilder Assassin's Creed - Origins: Wie kämpft es sich im antiken Ägypten? Vorschau zum Kampfsystem (4) Assassin's Creed - Origins: Wie kämpft es sich im antiken Ägypten? Vorschau zum Kampfsystem (4) [Quelle: Ubisoft]
Aber auch was die Feinde angeht, hat Ubisoft kräftig das Kampfsystem erweitert. Insgesamt 15 unterschiedliche Gegnerarten wird es in Assassin's Creed: Origins geben, jede davon mit ganz eigenen KI-Routinen. Während etwa die Brutes, schwer gepanzerte Soldaten mit Turmschildern, auf ihre schiere Kraft setzen, versuchen die Predators - am ehesten mit Ninjas zu vergleichen - uns mit Rauchbomben die Sicht zu nehmen und mit einem Bogen aus einem Versteck unsere Lebensenergie zu rauben. Zu den "normalen" Gegnern kommen zudem noch Bosse hinzu, die jeweils mit einem ganz eigenen Kampfstil ins Duell ziehen. Die bisher gezeigten Elite-Gegner waren in Gladiatorenarenen zu finden. Wir könnten uns aber vorstellen, dass andere Bosse auch als Endgegner für die Hauptmissionen dienen.



Eine Auswahl der Waffen aus AC:O


Wie in Assassin's Creed: Unity stellen sich die Gegner nicht wie in den ersten Teilen der AC-Serie in eine Warteschlange, bis sie an der Reihe sind euch anzugreifen. Vielmehr können größere Gruppen euch auch umzingeln oder durch Scheinangriffe ablenken und so eure Deckung umgehen. Die Ausnahme für die Regel bilden aber sogenannte Captains. Die Anführer greifen euch tatsächlich zuerst an und lassen ihre Mannen so lange warten, bis sie euch entweder erledigt haben oder ihr sie getötet habt. Dabei sind die Captains zwar keine Bossgegner, können uns aber durch Kombos und eine gekonnte Verteidigung das Leben echt schwer machen.


7 Bilder Assassin's Creed - Origins: Wie kämpft es sich im antiken Ägypten? Vorschau zum Kampfsystem (2) Assassin's Creed - Origins: Wie kämpft es sich im antiken Ägypten? Vorschau zum Kampfsystem (2) [Quelle: Ubisoft]

Assassin's Creed Origins: Nicht Dark Souls, aber nah dran!

Anhand unserer relativ kurzen Spielerfahrung scheinen die Neuerungen im Kampfsystem voll aufzugehen. Unser zweiter Arenakampf, dieses Mal gegen einen Germanen namens "Raging Axes" brachte uns nah ans Limit - tatsächlich mussten wir den Gladiatorenkampf zwei Mal gegen den riesigen mit zwei Äxten bewaffneten Nordmann antreten, weil wir beim ersten Versuch von ihm überrumpelt wurden. Zwar würden wir nicht so weit gehen und sagen, dass Assassins's Creed: Origins mit den Dark Souls-Kämpfen gleichauf ist, aber ähnlich spannende Schwertduelle haben wir in der langjährigen Geschichte der Reihe bis dato nicht erlebt. Eine weitere Stärke ist auf jeden Fall die Abwechslung, die durch die 15 unterschiedlichen Gegnerarten uns geboten wird. Ebenso ist es lobenswert, dass Ubisoft Montreal uns ein breitgefächertes Waffenarsenal zu Verfügung stellt, damit wir unseren Helden Bayek ganz nach Gusto in die Gefechte schicken können.

Im nächsten Teil der Assassin's Creed: Origins-Artikelreihe wird es um den Helden Bayek gehen. Zuvor haben wir schon über das komplett überarbeitete Quest-System in unserer Hands-on-Vorschau berichtet.

  • Matti Sandqvist""Wie ein Dark Souls Light - das scheint genau der richtige Schritt für die Serie zu sein!""
  • Ich selbst bin nicht der größte Fan der Dark Souls-Reihe, aber das von From Software entwickelte Kampfsystem ist meines Erachtens bis dato ungeschlagen. Vor allem die Fairness bei den Kämpfen gegen die gigantischen Bossgegner finde ich etwas, dass nur wenige Schwertkampfspiele so gut umgesetzt haben. Umso froher bin ich, dass Ubisoft Montreal für Origins beim Besten abgeschaut hat und so wirklich spannende Kämpfe während des Ägypten-Abenteuers bieten wird. Über die große Auswahl an unterschiedlichen Gegnern und Waffen bin ich auch glücklich, damit dürfte bei einem Spiel wie Origins auch bis in die letzten Spielstunden genügend Abwechslung geboten werden. Natürlich kommt es noch darauf an, dass die Gegner-KI nicht nur beim ersten (oder hier beim zweiten) Mal überzeugt, sondern deren Routinen auch im späteren Spielverlauf nicht leicht vorhersehbar sind. So oder so haben die Kämpfe aber einen guten Ersteindruck hinterlassen und gar Lust auf mehr gemacht - und das war bei den Vorgängern nicht immer der Fall.




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