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Assassin's Creed Origins: Action-RPG gespielt - Die Mumie kehrt zurück

Assassin's Creed ist mit Origins zurück - und wie! Ubisofts wichtigste Serie erwacht aus dem Dornröschenschlaf und kämpft fortan in einem Genre mit Rollenspiel-Helden wie Geralt und Aloy um Anerkennung. PC Games war auf der E3 vor Ort, durfte eine Stunde lang das neue Meuchelmörder-Spiel ausprobieren und verrät alles zu Skills, Item-System und Szenario.

13 Bilder Assassin's Creed Origins: Action-RPG gespielt - Die Mumie kehrt zurück Assassin's Creed Origins: Action-RPG gespielt - Die Mumie kehrt zurück [Quelle: Ubisoft]

Gut Ding will Weile haben. Assassin's Creed Origins ist nun schon dreieinhalb Jahre in Entwicklung. Ob sich die Wartezeit inklusive serienuntypischer Pause 2016 gelohnt hat, davon konnte sich die PC Games-Redaktion auf der E3 2017 überzeugen. Hier stand nämlich eine Alpha-Version von Assassin's Creed Origins zum Spielen bereit, auf der Xbox One X (vormals Scorpio) durften wir Ubisofts neuestes Meuchelmörder-Abenteuer eine volle Stunde lang aufs Genaueste analysieren.

Von unserem Hands-on-Termin haben wir jede Menge Preview-Eindrücke zu Assassin's Creed Origins mitgebracht; die selbst aufgenommenen Gameplay-Videos veröffentlichen wir in Kürze an selber Stelle!

Assassin's Creed 7 Hands-on-Vorschau: Altes Ägypten, zum Leben erweckt

      

Die Ubisoft-Leaks hatten mal wieder Recht; der siebte Teil der Reihe heißt tatsächlich Origins, er spielt wirklich in Ägypten rund um die Zeitenwende von Christi Geburt und ja, der Spieler klettert auf Pyramiden und steuert kleine Boote den Nil hinauf. Der dunkelhäutige Protagonist hört auf den Namen Bayek, er ist der letzte Angehörige eines Oasenstammes namens Mejay, Elite-Krieger aus dem Herzen der Wüste. Assassin's Creed Origins erzählt, der Name verrät es schon, die Entstehungsgeschichte des Assassinen-Ordens. 48 Jahre vor Christus (das sind 1.000 Jahre vor den Kreuzzügen aus dem ersten Assassin's Creed!) befindet sich das ägyptische Reich kurz vor dem Kollaps: Die uralte Linie der Pharaonen hört auf, zu existieren, das Römische Reich erlangt immer mehr Einfluss in Nordafrika und selbst die ägyptischen Götter müssen einer neuen Weltordnung weichen. Hier haben auch bekannte Figuren wie Cleopatra ihren Auftritt auf der Bühne der Geschichte.


13 Bilder Held Bayek reitet unter anderem auf dem Kamel - von dort oben lässt sich auch der Bogen einsetzen. Held Bayek reitet unter anderem auf dem Kamel - von dort oben lässt sich auch der Bogen einsetzen. [Quelle: Ubisoft]
Diese turbulente Phase der Historie will Ubisoft als Leinwand für interessante Missionen und einen packenden, persönlichen Plot nutzen - ob es bei vollmundigen Versprechungen bleibt oder die Serie nach Jahren der Story-Trostlosigkeit tatsächlich mal wieder mit einer mitreißenden Singleplayer-Kampagne und einem Helden mit dem Charme von Ezio Auditore glänzen kann, diese Frage wird Assassin's Creed Origins erst beim Release am 27. Oktober 2017 und im anschließenden Test von PC Games beantworten können. Sicher ist bisher nur: Die unterschiedlichen Kulte der ägyptischen Glaubenskultur stehen im Zentrum der Erzählung; ein Bösewicht trägt Anubis-Maske und scheint sich an dunklen Ritualen zu versuchen. Aber auch Einzelschicksale wie das einer Bayek bekannten Familie und deren kleiner Tochter sollen Aufmerksamkeit erfahren. Auf der E3 fehlte übrigens noch jede Spur von einer möglichen Gegenwarts-Geschichte um den Konflikt zwischen Templern und Assassinen; Bayek und seine Welt des Altertums standen im Fokus.

Und was ist das für eine prächtige, dicht besiedelte, wunderschöne Welt! Die E3-Demo führt uns ans Nildelta, wir können ans Ufer treten, reinspringen und rüber zur Stadt schwimmen. Die komplette Spielwelt von Assassin's Creed Origins lässt sich ohne Ladezeiten bereisen, nur beim Spielstart und während Schnellreisen auf der riesigen Karte kommt es zu Unterbrechungen. NPCs drängeln sich in den Straßen, über Tiere wie die berüchtigten Nilkrokodile oder Löwen stolpert man gefühlt alle paar Meter. Kleine Boote und riesige Tiremen ziehen ihre Kreise auf dem Fluss, Flamingos setzen zur Landung auf dem Wasser an, Nilpferde prusten, Bergziegen meckern, Hyänen suchen nach Aas, im Sumpf tropft das Wasser von den Schilfpflanzen, in der Wüste zieht ein Sandsturm auf - überall wimmelt es nur so vor Leben.

Assassin's Creed Origins wird das aller Voraussicht nach größte Spiel von Entwickler Ubisoft, selbst wenn man die riesigen leeren Meeresflächen von Teil 4 mit dem Untertitel Black Flag einberechnet oder zum Vergleich das gigantische Bolivien aus Ghost Recon Wildlands hernimmt. Aber dem ersten Eindruck zufolge gelingt es den Machern dennoch sehr gut, diese große Weite mit interessanten Örtlichkeiten, Aufgaben und Missionen anzureichern. Bisher nicht zu sehen waren etwa die eigentlich typischen Türme, die bislang man zum Aufdecken der Karte erklimmen musste. Dafür gibt es wie in Far Cry 5 feindliche Lager, die ihr nach Belieben ausräuchert.

Und schließlich haben die Entwickler auch noch einen sehr ambitionierten Plan: In Assassin's Creed Origins sollen alle NPCs - ja sogar alle Tiere - einen geregelten Tagesablauf besitzen. Sie gehen zum Markt, in die Taverne, lassen Wasser, legen sich schlafen, gehen jagen und so weiter und so fort. Assassin's Creed Origins hat einen glaubwürdigen Tag-Nacht-Wechsel; wer meditiert, kann die Tageszeit verändern, das kennt man so unter anderem aus Fallout 4.

In einigen Nebenmissionen, die euch mit der Ermordung eines bestimmten virtuellen Ägypters betrauen, soll dieses System auf die Spitze getrieben werden. Dann müsst ihr die Zielperson eventuell gar über mehrere Regionen hinweg verfolgen und ausfindig machen - und je nachdem, welche anderen NPCs oder gefährliche Tieren den Weg der Figur gekreuzt haben, kann es sein, dass ihr nur noch auf die sterblichen Überreste der Person stoßt. Ob dieser Simulationsaspekt wirklich so reibungslos funktioniert wie von Ubisoft behauptet? Aktuell sind wir noch skeptisch, denn zu sehen war davon auf der E3 nur wenig.

Sehr gut gefällt uns dagegen bereits jetzt der neue Rollenspiel-Ansatz von Origins, eine Premiere für die Serie.

Assassin's Creed 2017 Preview: Neues Genre, gut abgeguckt

      


13 Bilder Ganz so schön wie auf den bearbeiteten Screenshots sieht Assassin's Creed Origins auf der Xbox One X aktuell noch nicht aus. Ganz so schön wie auf den bearbeiteten Screenshots sieht Assassin's Creed Origins auf der Xbox One X aktuell noch nicht aus. [Quelle: Ubisoft]
Es sind Dutzende kleine Details, die uns beim Origins-Reveal in Los Angeles an The Witcher 3 und Horizon: Zero Dawn denken lassen. Da wäre etwa die Tatsache, dass sich euer Reittier (Pferd oder Kamel, je nach Wunsch) auf Knopfdruck automatisch an den Pfaden und Straßen zwischen Memphis und Alexandria, zwischen den Pyramiden und der Sphynx orientiert. Oder die Sache mit dem Kompass: Am oberen Bildschirmrand tauchen Symbole und Distanzangaben auf, wenn ihr die Ansicht um euren Charakter dreht; Fragezeichen für noch nicht erforschte Örtlichkeiten, andere Icons für bestimmte Quests und wiederkehrende Aktivitäten, denen ihr in der Spielwelt nachgehen dürft. Und dann sind da noch die zwei ganz großen RPG-Pfeiler, die Assassin's Creed mit Origins endgültig ins Spielprinzip übernimmt: XP-System und Inventar.

Bayek sammelt Erfahrung, er steigt im Level auf und verbessert seine Werte wie Gesundheit, die erstmals mit absoluten Zahlenwerten angegeben werden. Ein umfangreicher Talentbaum gewährt Zugriff auf Skills in drei Schattierungen: Jäger, Krieger, Seher. Mit Talentpunkten erlernte Fähigkeiten erlauben euch neue Special Moves wie die automatische Aktivierung der Zeitlupe, wenn Bayek von einer Klippe springt und dabei den Bogen zückt (hat da jemand Horizon: Zero Dawn gesagt?). Aber es gibt auch auch Verbesserungen im Kampf mit Hakenschwert und Schild, Speer oder den versteckten Handgelenk-Klingen des Assassinen-Ordens. Oder ihr macht ab sofort mehr Schaden durch Kopfschüsse, sammelt mehr Erfahrung mit versteckten Meuchelmorden, nutzt als Seher effektivere Werkzeuge wie Schlafpfeile oder beträufelt Leichen mit einer Fleisch fressenden Säure, die nahe Feinde behindert.

Auffällige inszenierte Level-ups lassen keinen Zweifel zu: Assassins Creed Origins will sich als Action-Rollenspiel verstanden wissen. Das wird auch bei einem Blick ins (aktuell noch nicht finale) Inventar deutlich, wo das Interface Plätze für jeweils zwei Nah- und Fernwaffen bietet, zwischen denen ihr per Knopfdruck wechselt. Sogar der beidhändige Kampf mit zwei Schwertern ist möglich - cool! Im Inventar legt ihr auch Rüstungsgegenstände an, bestimmt das (per Pfiff herbeigerufene) Standard-Reittier eures Helden oder zieht Bayek ein neues Outfit an - die Assassinen-typische Kapuze wird dabei auf Wunsch abgelegt. Klingt gewöhnlich? Wir haben ja auch noch nicht die wohl größte Neuerung verraten: Assassin's Creed Origins enthält ein regelrechtes Loot-System, vergleichbar mit Tom Clancy's The Division.

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Waffen und andere Gegenstände gibt es in unterschiedlichen Seltenheitsgraden, etwa legendär. Sie besitzen absolute Schadenswerte; der Speer macht 156 Schaden, der Bogen 132, die Rüstung gibt 65 extra Lebenspunkte. Dazu gibt's auch noch "magische" Talentboni bei besonders mächtigen Items oder Spezialattacken wie etwa ein Fünffach-Schuss mit dem Pfeil und Bogen. Neue Ausrüstung findet ihr bei besiegten (Standard-)Gegnern oder in Kisten, sie kommen mit Level-Beschränkungen daher und können im Spielverlauf obsolet werden, wenn ihr auf bessere Items gestoßen seid.

Das alles fühlt sich haargenau an wie in CD Projekts The Witcher 3 oder gar Diablo 3. Es ist nichts Geringeres als eine Revolution für die Assassin's Creed-Serie, aber eine logische. So gab es etwa in den Vorgängern genau wie in der Far Cry-Serie schon länger Crafting-Mechaniken. Auch im neuen Teil Origins zieht ihr Tieren das Fell ab, sammelt insgesamt acht Ressourcen (darunter Leder oder Edelsteine) und fertigt daraus neue Upgrades, etwa um die Tragekapazität für eure bis zu fünf Pfeilarten zu erhöhen. Aber diesmal könnt ihr auch nicht mehr benötigte Ausrüstungsgegenstände in ihre Einzelteile zerlegen. Nur gänzlich neue Waffen lassen sich aus den so gewonnenen Rohstoffen nicht basteln.

Eins von drei: Quests, Dialoge und Entscheidungen

      


13 Bilder In der Wüste droht der Hitzetod. Schatten suchen! In der Wüste droht der Hitzetod. Schatten suchen! [Quelle: Ubisoft]
Selbst abseits reiner Zahlenwerte und Upgrade-Mechaniken ist Assassin's Creeds Drang zum Rollenspiel-Genre hin unübersehbar. Stichwort: Quests. Für Origins hat Ubisofts Autoren-Team Überstunden gemacht, es soll viel mehr Aufträge mit eigenen Zwischensequenzen, Figuren und in sich abgeschlossenen oder in die Haupthandlung übergehenden Geschichten geben. Die Entwickler wollen dabei auch Emotionen transportieren, in der E3-Demo gelang das allerdings noch nicht sonderlich gut.

Neuerdings verstaut der Held auch Quest-Gegenstände im Inventar, dazu gibt's Artefakte, die ihr bei Händlern verkauft. Viele davon sollt ihr in Gräbern unter Pyramiden finden; Assassin's Creed Origins wird euch unter Tage schicken, wo ihr möglicherweise ein Revival der mit Fallen und kniffligen Klettereinlagen gespickten Rätselgräber aus Assassin's Creed 2 und Brotherhood erlebt.

In einer Hinsicht schreckt Assassin's Creed Origins übrigens dann doch davor zurück, sich dem Genre-Wechsel in Richtung Rollenspiel mit ganzer Seele zu verschreiben: Multiple-Choice-Dialoge sucht ihr im Meuchelmörder-Spiel vergeblich. Auch Entscheidungen spielen wohl wenn überhaupt nur eine nebensächliche Rolle; wer auf weitreichende Konsequenzen der eigenen Taten wie in The Witcher 3 aus ist, wird wohl enttäuscht vom neuen Assassin's Creed-Release. Einzig in den Arenakämpfen, einer der neuen Beschäftigungen im alten Ägypten, dürft ihr am Ende eines Kampfes wählen: Zeigt ihr Mitglied mit dem am Boden liegenden Gladitator - oder öffnet ihr ihm unter dem Johlen der Zuschauer brutal die Kehle?


13 Bilder Nicht nur der Held, auch die Gegner in Assassin's Creed Origins blocken leichte Angriffe mit Schilden. Nicht nur der Held, auch die Gegner in Assassin's Creed Origins blocken leichte Angriffe mit Schilden. [Quelle: Ubisoft]
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