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Assassin's Creed Origins: Letzter Check vor dem Test

Meucheln wie ein Ägypter: Assassin's Creed - Origins erzählt die Geschichte vom Anfang des berühmten Assassinenordens, bedeutet für die Serie aber einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Wir waren in London und hatten dort die Möglichkeit, noch vor dem Test den Ägypten-Abstecher selbst auszuprobieren.

9 Bilder Assassin's Creed Origins: Unser Anspielbericht aus London - Eher Rollenspiel als Schleicher! (2) Assassin's Creed Origins: Unser Anspielbericht aus London - Eher Rollenspiel als Schleicher! (2) [Quelle: Ubisoft]

In den vergangenen 24 Monaten ist es still um Assassin's Creed geworden. Kein Wunder, denn nach dem zum Release desaströsen Unity und dem guten, aber am Ende eher wenig beachteten Syndicate hatten selbst eingefleischte Fans zunächst einmal die Nase voll von Ubisofts schleichenden Attentätern. Assassin's Creed legte eine Pause ein, kehrt aber zum 10-jährigen Geburtstag der Serie mit Origins zurück. Beim Hands-On-Event in London präsentierte Ubisoft einen Monat vor Release eine weit fortgeschrittene Version und ließ sich die internationale Presse für vier Stunden in Ägypten austoben. Das vorläufige Zwischenergebnis: Assassin's Creed: Origins (jetzt für 53,99 € kaufen) erinnert stärker an The Witcher 3: Wild Hunt als erwartet. Das ist in diesem Fall aber eine gute Erkenntnis.

Assassin's Creed Origins in der Vorschau: Eher Rollenspiel als Schleicher

      

Besonders die Veränderungen im Kampfsystem sorgen für ein drastisch anderes Spielgefühl. Die bekannte Assassin's Creed-Routine aus Kontern und tödlichen Attacken mit der versteckten Klinge fällt nun weg. Origins führt Hitpoints in die Serie ein. Das bedeutet: Einen schwer gepanzerten Elite-Soldaten legt Assassine Bayek nicht mit einem lautlosen Angriffe schlafen. Kritische Aktionen richten zwar bedeutend mehr Schaden an, müssen aber nicht zwangsläufig tödlich sein - ähnlich wie bei Kopfschüssen in The Division.


9 Bilder Der Kampf zu Pferd ist natürlich ebenfalls möglich: Bayek attackiert sowohl mit Pfeil und Bogen, aber auch mit dem Schwert. Der Kampf zu Pferd ist natürlich ebenfalls möglich: Bayek attackiert sowohl mit Pfeil und Bogen, aber auch mit dem Schwert. [Quelle: PC Games]

In einer der Nebenmissionen müssen wir beispielsweise auf Dächern postierte Bogenschützen ausschalten. Alleine wären die leicht gepanzerten Truppen kein Problem. Doch ihre hochgewachsenen Bewacher erinnern nicht von Ungefähr an Gregor Clegane aus Game of Thrones. Als wir einen dieser Burschen mit der versteckten Klinge meucheln wollen, verliert dieser zwar ein Drittel seiner Lebensenergie, dreht sich aber danach um und stößt Bayek weg. Danach ruft er Verstärkung und seine Mannen lösen den Alarm aus. Wir müssen uns aus dem Staub machen, denn gegen mehrere Widersacher hat Bayek kaum eine Chance.


9 Bilder Manchmal drehen Tiere auf einfach durch und attackieren dann alles was sich bewegt. In dieser Nebenmission sorgt eine Nilpferdherde für Ärger und greift ein Dorf an. Manchmal drehen Tiere auf einfach durch und attackieren dann alles was sich bewegt. In dieser Nebenmission sorgt eine Nilpferdherde für Ärger und greift ein Dorf an. [Quelle: PC Games]
Ubisoft koppelt den angerichteten Schaden an Bayeks Erfahrungsstufe, seine Bewaffnung und das stark an Far Cry erinnernde Crafting. Je stärker wir Bayek also aufbauen, desto leichter machen wir uns das Leben. Game Director Ashraf Ismael erklärt: "Unsere Level-Begrenzung liegt bei 40. Nach der Kampagne aber schalten Spieler die so genannten Meister-Levels frei. Dabei geht es dann hauptsächlich um die Steigerung von Bayeks Eigenschaften." Sehr schade: Weder Rüstungen, noch Reittiere verfügen über eigene Werte und sind somit eher kosmetischer Natur. Immerhin können wir mit Hilfe bestimmter Talente Tiere zähmen und sie als Gefährten mit auf Reisen nehmen.

Assassin's Creed Origin in der Vorschau: Mehr Herz

      

Überhaupt steht das Erforschen von Ägypten im Fokus von Assassin's Creed: Origins. Der Kartenbildschirm erschlägt uns nicht mit unnötig vielen Symbolen wie in den Vorgängern. Uns kommt mehr Eigenverantwortung zu. Natürlich könnten wir durch die Hauptmissionen hetzen, doch die Entwickler legen uns auf diesem Weg teils dicke Steine in den Weg. Wir starten unsere Anspielrunde auf einer Farm außerhalb Alexandrias. Bayek kämpft - wie so ziemlich alle Assassinen - für Freiheit und Gerechtigkeit. Ihm zur Seite steht seine Frau Aya, die wir laut Ubisoft ebenfalls in bestimmten Missionen kontrollieren werden. Eine freie Charakterauswahl gibt es allerdings nicht.

Obwohl die Nebendarsteller geradezu traditionell sehr steif animiert sind, so schneidet sich Ubisoft zumindest im Puncto Quest-Design eine ordentliche Scheibe bei The Witcher 3: Wild Hunt ab. Die Missionen laufen stets mehrstufig ab und steigern sich in Sachen Dramatik spürbar. In einem Einsatz beispielsweise soll Bayek zunächst auf die Suche nach einer verschollenen Jägerin gehen. Wie sich wenig später heraus stellt, ist diese auf einem Eiland gestrandet und kämpft dort mit einer Horde von Nilpferden. Die Dickhäuter vertragen einige Treffer und sind letztlich nur am Kopf wirklich verwundbar. Kaum haben wir die Dame gerettet, der nächste Schock. Ihr Dorf wurde von Banditen heimgesucht und niedergebrannt. Gemeinsam nehmen Bayek und die Jägerin die verbliebenen Ganoven auseinander und es kommt schließlich zur Entscheidung zwischen Rache oder Gnade.

Assassin's Creed in Vorschau: Lektionen in Demut

      

Trotzdem dürfen wir uns in Assassin's Creed: Origins nie so sicher fühlen wie in seinen Vorgängern. Die Erfahrungsstufen entscheiden letztlich über Bayeks Effektivität und schnell lernen wir, dass uns stärkere Widersacher bei Weitem überlegen sind. Als wir etwa eine Level-18-Mission mit unseren 16er-Bayek probieren, holen wir uns gleich mehrfach eine blutige Nase. Dennoch erzielen wir Achtungserfolge: Per Tastendruck nehmen wir - wie in Dark Souls 3


9 Bilder Die Streitwagen erweisen sich in der Anspielrunde als ungemein mächtig. Mit ihnen pflügt Bayek förmlich durch die Feindeshorden und teilt links und rechts Schläge aus. Die Streitwagen erweisen sich in der Anspielrunde als ungemein mächtig. Mit ihnen pflügt Bayek förmlich durch die Feindeshorden und teilt links und rechts Schläge aus. [Quelle: PC Games]
- Widersacher in den Fokus und behalten ihn so im Blick. Paraden öffnen Zeitfenster für kritische Attacken, aufgeladene Schläge knacken die Deckung. Es ist viel Geschick und gutes Timing notwendig. Spätestens wenn zwei oder mehr Wachen auftauchen, wird die Sache kompliziert. Lieb gewonnene Extras wie beispielsweise die Rauchbombe koppelt Ubisoft diesmal an das Erfahrungssystem. Soll Bayek also im Nebel verschwinden, müssen wir ihn vorher aufleveln. Das Crafting-System bleibt aber simpel. Wir erlegen Tiere, erbeuten deren Felle und basteln daraus Upgrades für die versteckte Klinge, bauen einen nicht weiter ersichtlichen Brustpanzer oder einen Köcher für Pfeil und Bogen. Den ganzen Weg in Richtung Rollenspiel geht Ubisoft also in diesem Fall nicht, zeigt aber zumindest gute Ansätze.

  • Matti Sandqvist"Ein großer Schritt für „Assassin's Creed“"
  • Ich habe alle „Assassin's Creed“-Teile bislang gespielt und zumeist auch verschlungen – selbst „Unity“. Aber „Origins“ ist seit Langem der erste Ableger der Serie, der mir ein komplett neues Spielgefühl vermittelt. Über zehn Jahre konterte ich Attacken meiner Gegner mühelos aus. Nun muss ich plötzlich parieren und ausweichen. Gerade die Eliten und die Bosse verdreschen meinen unterklassigen Bayek nach Strich und Faden. „Assassin's Creed: Origins“ macht sehr schnell deutlich, dass es anders ist als seine Vorgänger. Und das ist gut so. Ubisoft hat nach „Unity“ und „Syndicate“ ganz offensichtlich den Warnschuss verstanden und ändert etwas an der Grundausrichtung: Weg vom eingängigen Assassinen-Abenteuer, hin zum etwas komplexeren Action-Rollenspiel im „Witcher“-Stil. Mir gefällt diese Veränderung ausgezeichnet und sie war meiner Ansicht nach absolut notwendig. Deshalb: „Assassin's Creed: Origins“ stellt für die Saga einen bedeutenden Schritt dar und ich hoffe, Bayek stolpert dabei nicht.
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