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Alundra 2: Traurige Mogelpackung - Leser-Test von HALLofGAME


1 Bilder Alundra 2: Traurige Mogelpackung - Leser-Test von HALLofGAME
Wer kennt sie nicht, diese notdürftig aufpolierten Sequels die eigentlich nichts Neues bieten? Alundra 2 ist das genaue Gegenteil, hier findet sich nichts aus dem Vorgänger wieder. Noch nicht mal Titelheld Alundra!

Als Piratenjäger Flint verschlägt es Euch ins Königreich Varuna. Der machthungrige Baron Diaz und der böse Hofzauberer Mephisto haben den König gestürzt, durch eine Marionette ersetzt und die Bevölkerung Varunas in willenlose Roboter verwandelt. Nur die Tochter des Königs, Prinzessin Alexia konnte entkommen und versucht nun, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Passenderweise sind Varunas Bösewichter mit Piraten verbündet und haben ein Kopfgeld auf Flint, dessen Eltern zufällig auch von Piraten ermordet worden sind, ausgesetzt. Wer würde unter solchen Umständen der Prinzessin nicht helfen? Auch wenn sich das Ganze erstmal anhört, als entstamme es dem Standardbausatz für RPGs, so verstecken sich im Spielverlauf noch einige überraschende Wendungen.

Mit der Geschichte des spitzohrigen Dreamwalkers Alundra, der einen großen Teil seiner Abenteuer in den Träumen anderer Menschen zu bestehen hatte, kann Flints Geschichte aber nicht mithalten. Wirklich standarmäßig geht es im Hinblick auf das Gameplay weiter. Wie schon der erste Teil, so ist auch dieses Abenteuer wieder mit zahlreichen Rollenspielelemente versetzt. So werden die verschiedenen Locations z.B. RPG-typisch mit Hilfe einer Übersichtskarte angesteuert. Insgesamt steht die Action aber im Vordergrund, wie man besonders an den in Echtzeit ablaufenden Kämpfen sehen kann, bei dennen nicht erst die zehn Boßgegner harte Brocken sind. Es wird gehüpft, geschlagen, gesammelt und gerätselt. Oft müssen Orte mehrmals besucht werden, da nur bestimmte Fähigkeiten ein Weiterkommen ermöglichen. So lernt Flint immer wieder neue Combos und Zauber. Für Abwechslung sorgern diverse Minispiele wie z.B. Dart oder Wettspiele.

Doch auch für den Spieler gibt es steuerungstechnisch Einiges zu lernen, besonders den Umgang mit der manuellen Kamera. Denn anders als die Welt des Dreamwalkers Alundra haben die Entwickler Varuna komplett in 3D gestaltet und für den vollen Überblick ist der Spieler immer wieder gezwungen, sich auch als Kameramann zu betätigen. Am Anfang des Spiels steht zwar ein kleines Tutorial, das zumindest theoretisch mit allen Feinheiten der Steuerung vertraut macht, doch mitten im Kampfgetümmel immer für die richtige Bildeinstellung zu sorgen, erfordert eine gewisse Übung. Nichts einzustellen gibt es dagegen in den unzähligen, oft mehrere Minuten langen Videos, durch die immer wieder die Geschichte vorangetrieben wird. Sie laufen allesamt in Spielegrafik ab, womit wir beim visuellen Teil des Spiels wären. Und der entäuschte am Vorabend einer neuen Konsolen Generation fast auf der ganzen Linie!

Die Texturen sind oft dürftig, manche Animation wirkt recht hölzern. Kann man hölzerne Animationen noch damit entschuldigen, daß es sich bei den entsprechenden Gegnern um willenlose, manipulierte Kreaturen handelt, lassen sich die zahlreichen Clipping Fehler so nicht schön reden. Gleiches gilt für den viel zu sparsamen Einsatz von Polygonen bei der Modellierung der einzelnen Charakter. Während des eigentlichen Spiels noch erträglich, wird dieser Zustand in den Videos zur reinen Zumutung. Wenn man sich diese minutenlangen Videos voller grober, klotziger Figuren ansieht, dauert es nicht lange, bis man sich wehmütig an die liebevollen Zeichentrick-Sequenzen des ersten Teils erinnert. Da die Videosequenzen aber unerlässlich für das Verständnis der Geschichte sind, muß sich der Spieler, trotz der Möglichkeit die Videos abzubrechen, wohl oder übel mit dem unterdurchschnittlichen Design der Figuren abfinden.

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