Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Akira Psycho Ball im Gamezone-Test

Wer japanischen Mangas gegenüber nicht abgeneigt ist, der kennt auch das über 15 Jahre alte "Akira", damals ein Meilenstein des gezeichneten Science-Fiction.

1 Bilder Akira Psycho Ball im Gamezone-Test

Im Jahre 2019, 31 Jahre nach der totalen Zerstörung Tokios im dritten Weltkrieg, ist die Stadt neu aufgebaut worden und trägt nun den Namen Neo-Tokio. Eine HighTec-Metropole kurz vor ihrem Kollaps, in der intrigante Politiker das Wort führen und das Militär versucht durch abartige Experimente an Kindern den Supersoldaten zu züchten. Auf den Strassen regieren Motorradgangs und die reichere Bevölkerung lebt nur noch in den oberen Etagen der gigantischen Stadt, fernab des Mobs und der Gangs. Einer dieser Gangs gehört Tetsuo an, der von den Militärs entführt und unter Drogen gesetzt wird um sein übernatürliches Potenzial zu wecken. Derweil versucht sein enger Freund Kaneda ihn aus dem Versuchslabor zu befreien und legt sich mit einer Staatsmacht an die den Untergang der Stadt schon längst beschlossen hat.

Bereits im Intro werden wir mit vielen Szenen aus dem Film konfrontiert, alle wunderbar zusammengeschnitten und in sehr guter Qualität. Zu Beginn stehen uns nur der "Story Mode" und das "Versus Play" zur Verfügung, denn der "Stage Select"-Mode richtet sich nach den im Story-Mode freigeschalteten Flipper. So starten wir unser erstes Game und werden von einem doppelten Flipper empfangen, dessen linke Hälfte wir zu spielen haben, während die rechte Seite vom Computer übernommen wird. Punkte oder dergleichen werden nicht angezeigt, lediglich zwei Statusbalken geben über den Vorsprung Auskunft. Ziel dieses ersten Games ist es den Computer zu schlagen um endlich ins Labor, und damit zum ersten "richtigen" Flipper, zu gelangen. Diese haben es dann so richtig in sich, denn sie setzen sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Erreichen wir also eine bestimmte Punktzahl, werden diverse Teile des Flippers durch andere ersetzt, was in der Praxis durch eine recht ansprechende Animation geschieht. Generell versteht das Gezeigte zu begeistern, denn besondere Aktionen werden mit kurzen Filmschnipseln angekündigt die in Form eines eingeblendeten Bildschirmes realisiert wurden. Doch auch im Hintergrund auf den Leinwänden sieht man immer wieder Ausschnitte aus Akira. Doch damit haben die Tische bei weitem noch nicht alle Specials ausgespielt, so gibt es versteckte Plattformen z.B. unter dem Tisch, die erst geöffnet werden müssen und die eigentlich einen Flipper im Flipper darstellen und gleichzeitig eine Szene aus dem Film darstellen. Ein dickes Lob also an die Designer der Flipper, die ganze Arbeit geleistet haben. Der Story-Mode versteht es zudem den Spieler ständig zu animieren, da es doch soviel zu entdecken gibt.

Die Steuerung bietet uns zwei mögliche Varianten die man schon aus anderen Flippern auf der PS2 kennt. Entweder benutzt man die beiden Schultertasten oder das linke Steuerkreuz und die Kreis-Taste zum Bedienen der Flipper. Leider reagiert die Steuerung ganz leicht verzögert, weswegen man immer etwas zu früh reagieren muss um den Ball an der gewünschten Stelle zu erwischen. Der Effekt ist aber nicht so schlimm, als das man ihn nicht mit etwas Übung ausgleichen könnte.

Die Soundkulisse siedelt sich in der gleichen Qualitätsregion an wie auch der Rest des Games. Viele Geräusche und Sprachsampels aus dem Film werden uns um die Ohren geworfen während der Tisch klackert und scheppert und sich die typisch hektische Akira-Musik über den Tonteppich legt. Allerdings hat man sich nicht mehr an die Vorgabe des Regisseurs Katsuhiro Otomo gehalten, der im Kinofilm "Akira" darauf achtete, dass keine Synthesizer für den Soundtrack benutzt werden, nur natürliche Instrumente sollten für die Beschallung sorgen. Dies hat man bei diesem Game nicht beachtet, was allerdings nicht negativ gemeint ist.

Die grafische Präsentation wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas überladen, dies bemerkt man aber schon nach kurzer Spielzeit nicht mehr, ganz im Gegenteil beginnt man alle Möglichkeiten des Tisches zu entdecken. Diese sind komplett als 3D-Model vorhanden, was man auch an der Kamerafahrt vor Spielbeginn bemerkt, im Spiel selbst allerdings bewegt sich die Kamera kein Stück und zeigt immer den gesamten Tisch. Ein besonderes Schmankerl stellt dabei die geniale Mechanik der Tische dar, wenn sie beginnen sich zu zerlegen und neu zusammenzubauen ist das schon ein besonderer Augenschmaus.

  • Peter Grubmair"-"
  • Ein Flipperautomat scheint bis in die heutigen Tage nichts von seiner Faszination verloren zu haben. Von diesem Umstand und der hervorragenden Filmlizenz profitiert dieser Flipper, der getragen vom Thema Akira einen technisch gut umgesetzten und mit vielen Spielereien gespickten Spielspaß liefert. So macht das Erkunden der Tische unglaublich viel Spaß und das Gameplay fesselt einen vor den Schirm wie schon früher das berühmte "Pinball Dreams". Irgendwie muss man immer wieder von neuem Beginnen, um endlich alle Specials des jeweiligen Tisches kennen zulernen. Wer auf Flipper steht sollte sich dieses Game unbedingt einmal ansehen, denn bis auf die leicht zögerlich ansprechende Steuerung ist es ein rundherum gelungenes Spiel.
Akira Psycho Ball (PS2)
  • Singleplayer
  • 7 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 6/10 
    Gameplay 7/10 
Pro & Contra
Geniale Mechanik der Tische
viele Filsequenzen und andere Spielereien die zu begeistern wissen
Für Akira-Fans und Flipper Freaks eine klare Kaufempfehlung
Etwas verzögert ansprechende Steuerung
e_gz_ArticlePage_Default