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Aidyn Chronicles: The First Mage - Gute Ansätze - Leser-Test von Ceilan


1 Bilder Aidyn Chronicles: The First Mage - Gute Ansätze - Leser-Test von Ceilan
Alaron hat in seinem Leben schon so einiges Pech gehabt. Schon als kleines Kind hat der arme Junge Vater und Mutter verloren. Seitdem muss er sich alleine durchschlagen und verdient seinen Lebensunterhalt als einfacher Knappe am Hof von König Lloyd. In seinen Träumen ist Alaron aber schon längst ein großer und gefeierter Ritter. Zusätzlich interessiert sich der nun 17-Jährige auch für Magie, wird aber von seinem Lehrmeister für kein besonders überzeugendes Talent auf diesem Gebiet gehalten.
Eines Tages ist Alaron gerade im Auftrag des Königs unterwegs, als er im Wald von einer Gruppe gefräßiger Goblins angegriffen wird. Die Monster verletzen ihn schwer und nur durch die Pflege der alten Oriana, die ihn durch Zufall findet, überlebt er den Überfall. Aber trotz der oberflächlichen Heilung stellt sich bald heraus, dass Alarons Körper vergiftet ist und er dringend ein besonderes Gegenmittel benötigt. Dieses Heilmittel kennt nur das geheimnisvolle Naturvolk der Miari. Die Miari haben zwar gewöhnlich keinen Kontakt zu den Bewohnern anderer Länder, sind aber seit einem Krieg vor ein paar Jahren, in dem sie von König Lloyd unterstützt wurden, mit dessen Reich verbündet.
Der König schickt daher Alaron mit ein paar Begleitern unbesorgt auf die Reise in die Hauptstadt der Miari, um das Heilmittel für den Jungen zu finden. Eigentlich wäre das keine allzu schwere Aufgabe gewesen, aber in der Stadt Erromon scheint im Moment einiges gewaltig im Argen zu liegen und Alaron gerät schnell in böse Schwierigkeiten. Das ganze Land wimmelt auf einmal nur so von gefährlichen Monstern und unser Held fühlt sich verfolgt und kann niemandem mehr vertrauen.
Grafisch präsentiert sich das Spiel nicht in der typischen Knuddeloptik wie sie in japanischen Konsolenrollenspielen typisch ist. Man merkt den erwachsenen und korrekt proportionierten Figuren ihre westliche Herkunft deutlich an. Die Optik des Spiels wirkt auf den ersten Blick nicht besonders berauschend. Wenn man aber einige Zeit spielt und aufmerksam hinsieht, fällt auf dass, zumindest was die Vielfalt der Umgebungen und der übrigen Texturen angeht, einiges geboten wird. Alle Ortschaften sind deutlich voneinander zu unterscheiden, jede Person und jedes Haus hat ein einzigartiges Äußeres und auch innerhalb der Landschaften findet man kaum Elemente, die sich wiederholen. Besitzern des Expansion Packs bietet das Spiel eine höhere Auflösung und damit schärfere Grafiken als ohne die Speichererweiterung.
Leider können nicht alle Aspekte der Grafik so überzeugen wie der Abwechslungsreichtum der Texturen. So wirken die Polygonhelden zu eckig und sie bewegen sich noch dazu mangels ausreichender Animationsphasen eher ungelenk durch die Landschaft. Zusätzlich ist auch die Framerate des Spiels nicht besonders hoch, was in der höheren Auflösung noch deutlicher zu Tage tritt. Es kommt dadurch manchmal zu unschönem Ruckeln in der Grafik. Auch die Sichtweite ist sehr gering, so dass weiter entfernte Gegenstände und Landschaftsmerkmale im Nebel verschwinden. Nähert man sich den Objekten, tauchen sie alles andere als flüssig auf (der berühmte Pop-Up Effekt).
Der Sound von Aidyn Chronicles präsentiert sich da weit überzeugender. Die Hintergrundmusik gefällt durch viele abwechslungsreiche Stücke, welche immer gut zur jeweiligen Situation passen. Während innerhalb von Städten fröhliche Flötenmusik ertönt, ist der Sound bei Kämpfen sehr rhythmusbetont und erhöht die Spannung durch hektische Trommelschläge. Leider sind die Effekte des Spiels da nicht ganz so gut gelungen. So sind zum Beispiel die Grunz- und Knurrlaute der Monster nicht überzeugend zu nennen und auch die „Quasi“-Sprachausgabe der Menschen sorgt höchstens für ein amüsiertes Schmunzeln.
Zum Gameplay: In der Third Person-Perspektive wird Alaron ähnlich wie Link in Ocarina of Time durch die riesigen Polygonwelten gesteuert. Der Startknopf öffnet das Hauptmenü, von dem aus Untermenüs zur Verwaltung von Ausrüstungsgegenständen, Zaubersprüchen und so weiter betreten werden können.
Anders als in vielen Konsolenrollenspielen wird der Held in Aidyn Chonicles nicht in Zufallskämpfe verwickelt. Das heißt, dass alle Gegner stehts auf der Karte zu sehen sind und man ihnen (das nötige Geschick und Glück vorausgesetzt) aus dem Weg gehen kann. Kommt es doch zu einem Kampf, läuft dieser rundenweise ab. Abwechselnd lassen Alarons vierköpfige Partie und die Feinde physische und magische Attacken aufeinander los. Die Figuren stellen sich dabei in bestimmten Formationen auf. So stehen zum Beispiel Kämpfer in der ersten Reihe und schützen die körperlich schwachen Magier, die aus dem Hintergrund ihre Zauber auf die Gegner schleudern. Die Kämpfe sind in Aidyn Chronicles leider die größte Schwäche. Alle Aktionen laufen quälend langsam ab, so dass schon ein einfacher Angriff unglaublich lange dauert. Wen man dann noch kompliziertere Aktionen vor hat, muss man noch länger auf das Ergebnis warten. Weil schon die schwächsten Gegner mehrere Treffer vertragen, ziehen sich sogar Kämpfe gegen frühe, unwichtige Feinde endlos hin. Von den Kämpfen gegen Endbosse ganz zu schweigen. Deshalb werden auch geduldige Naturen manchmal an den Rand des Wahnsinns getrieben.
Auch sonst wird die Geduld des Spieler gewaltig strapaziert. Wenn Alaron quälend langsam durch nicht enden wollende Landschaften schleicht, wünscht man sich oft nichts sehnlicher als ein Pferd für den Burschen. Selbst wenn man nach einem Kampf bloß ein paar neue Vorräte braucht, zieht sich der Weg in die nächste Stadt unglaublich lang hin. Auch was die Geschichte betrifft dauert es recht lange, bis endlich etwas Spannung und Action ins Spiel kommt. Ungeduldige Menschen werden dann das Spiel möglicherweise schon längst in die nächste Ecke geworfen haben.
Fazit: Aidyn Chronicles ist ein Spiel, welches was die Story, den Abwechslungsreichtum und die Hintergrundmusik betrifft, durchaus auch höheren Ansprüchen genügt. In anderen Bereichen wird der Spieler aber ziemlich enttäuscht. Die Grafik ist selbst für N64-Verhältnisse einfach nicht schön genug und auch die Soundeffekte hätten weit besser ausfallen können. Das größte Problem ist aber das träge Kampfsystem, welches im Prinzip gute Ansätze bietet, diese aber nicht überzeugend ausgestaltet. Durch die viel zu lange dauernden Kämpfe geht viel von der Atmosphäre und vor allem auch ein großer Teil der Motivation verloren. Deshalb ist Aidyn Chronicles leider nicht das Rollenspiel, das sich viele angesichts des Mangels an RPGs auf dem Nintendo 64 sehnlichst erhofft hatten.
Für die meisten Rollenspielfans ist „Paper Mario“ sicherlich die bessere Alternative. Wer mit Marios bunter Comicwelt absolut nichts anfangen kann, darf ruhig auch mal einen Blick auf Aidyn Chronicles werfen. Eine gehörige Portion Geduld sollte man dabei aber auf jeden Fall mitbringen.

Negative Aspekte:
sehr langatmige Kämpfe

Positive Aspekte:
schöne Hintergrundmusik

Infos zur Spielzeit:
Ceilan hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Ceilan
  • 7.8%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 7/10
    Steuerung: 8/10
    Sound: 9/10
    Atmosphäre: 7/10
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