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AMD Ryzen Threadripper: auch für Gaming lohnenswert?

Nachdem die Threadripper-CPUs nun seit einigen Wochen auf dem Markt sind, haben wir diverse Tests unter die Lupe genommen, um die Leistung der Enthusiasten-Prozessoren zu beurteilen. Im Fokus sind der Threadripper 1920X und 1920X, aber auch der 1900X ist mit dabei.

8 BilderAMD Ryzen Threadripper 1950XAMD Ryzen Threadripper 1950X [Quelle: AMD]

AMD Ryzen Threadripper

      

AMD hat mit seinen Ryzen-Prozessoren für den Sockel AM4 wieder erfolgreich Fuß im Gaming-Bereich gefasst. Denn die CPUs mit vier bis acht Kernen und bis zu 16 Threads bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und haben Intel im Preisbereich bis 350 Euro mächtig unter Druck gesetzt.

Selbst deutlich teurere Intel-CPUs für die Sockel 2011-3 und 2066 werden durch die Ryzen 7-Modelle, von denen mit dem Ryzen 7 1800X nur ein Modell mehr als 350 Euro kostet, bedrängt. Der Ryzen 7 1800X mit acht Kernen ist ab 430 Euro zu haben, Intels günstigster Achtkerner ist der Core i7-7820X, der ab 520 Euro im Handel zu finden ist und für den zudem auch kein Mainbaord unter 180 Euro zu haben ist. Für AMDs Sockel AM4 gibt es schon unter 100 Euro viele Mainboards, die den meisten Nutzern völlig ausreichen.


8 BilderGigabyte X399 Aorus Gaming 7 (ab 365 Euro)Gigabyte X399 Aorus Gaming 7 (ab 365 Euro) [Quelle: Gigabyte]
AMD hat aber seit Anfang August auch einige Profi-Prozessoren im Portfolio, und zwar die Ryzen Threadripper-CPUs für den Sockel TR4. Ein erster Benchmarktest von Linus (Linus Tech Tips) war auch schon kurz vor Release zu finden, wie wir Anfang August auch berichteten. Drei Varianten der Threadripper-CPUs sind inzwischen auf den Markt gekommen: der Ryzen Threadripper 1900X, 1920X und 1950X, wobei der Verkaufsstart allerdings ein wenig holprig verlief. Die drei Prozessoren arbeiten je nach Modell mit 8 bis 16 CPU-Kernen und jeweils doppelt so vielen Threads. Die Taktraten bewegen sich zwischen 3,4 und 3,8 Gigahertz beim Standardtakt. Zielgruppe sind eigentlich eher Firmen und Profis, die mit Software arbeiten, die mit der Vielzahl an Kernen auch etwas anfangen kann, oder auch Server betreiben, bei denen das Angebot an Kernen positive Auswirkungen haben kann. Doch auch Gamer hat AMD im Blick, zumindest was das Marketing betrifft: hier sind Gamer im Visier von AMD, die beim Spielen auch Streamen oder weitere Anwendungen nutzen und durch die neben dem Spiel laufenden Programme keinerlei merkbaren Einfluss auf ihr Spielerlebnis haben wollen. Dieses Argument lässt sich für einen Teil der Gamer nicht von der Hand weisen. Doch wie sieht die Gamingperformance insgesamt aus, und für wen könnte sich der Aufpreis lohnen? Dies wollen wir klären, denn wir gaben uns einige Tests - und anderem auch den unserer Kollegen der PC Games Hardware - genau angesehen und analysiert, um die Leistung der Threadripper-CPUs einzuordnen.

Threadripper: Technik

      

Vor der Leistungsanalyse werfen wir einen Blick auf die Technik. Die Threadripper-Prozessoren nutzen den Sockel TR4, der ebenfalls neu ist. Derzeit gibt es hierbei auch nur einen einzigen Chipsatz zur Wahl, nämlich den AMD X399, für den wiederum sechs Modelle zur Auswahl stehen - diese werden wir weiter unten in einer kleinen Übersicht noch präsentieren. Was die Anzahl an PCIe-Lanes angeht, die in manchen Fällen wichtig sein kann, wenn in einem System relativ viele Steckkarten verwendet werden, bietet AMDs Threadripper-Plattform 64 Lanes der dritten Generation. Intels Top-CPUs Skylake-X sind hier mit nur 44 Lanes im Nachsehen. So kann es bei Intel zu Leistungseinbußen kommen, wenn man beispielsweise mehrere Grafikkarten und an PCIe angebundene VNMe-SSDs gleichzeitig verwenden will.


8 BilderASUS Prime X399-A (ab 310 Euro)ASUS Prime X399-A (ab 310 Euro) [Quelle: ASUS]
Der Intel Core i7-7820X. der von den Eckdaten her und auch was den Preis angeht einem AMD Ryzen Threadripper 1900X ähnelt, bietet gar nur 28 PCIe-Lanes. Beim Arbeitsspeicher sind bei AMDs X399-Chipsatz bis zu einem Terabyte Gesamtkapazität möglich - da die X399-Mainboards acht RAM-Slots bieten, kann man sich leicht ausrechnen, dass ihr pro Speicherriegel 128 Gigabyte verwendet werden könntet. Für einige Anwendungen kann es interessant sein, dass mit den Threadripper-CPUs Quad-Channel beim Arbeitsspeicher möglich ist, was eine höhere Bandbreite als Dualchannel ermöglicht. Wir haben nun die wichtigsten technischen Daten der drei Threadripper-CPUs sowie der drei Konkurrenz-Prozessoren von Intel der Skylake-Familie in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Bitte beachtet, dass der Intel Core i7-7960X noch nicht auf dem Markt ist - der Internetshop Mindfactory listet ihn zwar bereits, jedoch ohne Liefertermin.

ModellThreadripper 1900XThreadripper 1920XThreadripper 1950XIntel Core i7-7820XIntel Core i7-7920XIntel Core i7-7960X
ArchitekturZenZenZenSkylakeSkylakeSkylake
Kerne (Threads)8 (16)12 (24)16 (32)8 (16)12 (24)16 (32)
Takt (Basis/Boost)3,8 / 4,0 GHz3,5 / 4,0 GHz3,4 / 4.0 GHz3,6 / 4,3 GHz2,9 / 4,3 GHz2,8 / 4,2 GHz
TDP180W180W180W140W140W165W
PCIe-Lanes646464284444
Speicher bis zu1 TB1 TB1 TB128 GB128 GB128 GB
SpeichercontrollerDDR4-2666 QuadchannelDDR4-2666 QuadchannelDDR4-2666 QuadchannelDDR4-2666 QuadchannelDDR4-2666 QuadchannelDDR4-2666 Quadchannel
IGPkeinekeinekeinekeinekeinekeine
Multiplikatorfrei wählbarfrei wählbarfrei wählbarfrei wählbarfrei wählbarfrei wählbar
Preis ab etwa530 Euro770 Euro950 Euro545 Euro1090 Euro1980 Euro

Threadripper: Äußeres und Kühlung

      

Was rein äußerlich auffällt ist die Größe der Ryzen Threadripper-CPUs, die deutlich größer als ein AMD Ryzen für den Sockel AM4 oder ein Intel-Prozessor für die Sockel 115x sind. Satte 4096 Kontakte nutzten die Threadripper-Prozessoren, um mit dem Mainboard zu kommunizieren. Bei Intels Enthusiasten-Sockel 2066 sind es - wie der Name schon sagt - 2066 Kontakte.


8 BilderGrößenvergleich von links nach rechts: Ryzen 7 1700X, Intel Core i7-7820X und Threadripper 1920XGrößenvergleich von links nach rechts: Ryzen 7 1700X, Intel Core i7-7820X und Threadripper 1920X [Quelle: PC Games Hardware]
Aus diesem Grunde sind passende CPU-Kühler für AMDs Profi-CPUs bisher auch noch Mangelware, was ärgerlich ist angesichts der Tatsache, dass die Threadripper-Prozessoren nicht inklusive AMD-Standardkühler zu haben sind. Derzeit gibt es für den Sockel TR4 nur vier CPU-Kühler zur Wahl - bei Intels Sockel 2066 sind es über 200, was aber auch daran liegt, dass die Löcher für die Halterung um den Sockel herum identisch zu den schon bis zu knapp sechs Jahre alten Sockeln der 2011-x-Serie sind, so dass auch etliche ältere Kühler zum Sockel 2066 kompatibel sind.

8 BilderNoctua NH-U12S TR4-SP3Noctua NH-U12S TR4-SP3 [Quelle: Noctua]

Die derzeit nur vier CPU-Kühler für den AMD Sockel TR4 sind der Artic Freezer 33 TR (ab 45 Euro), die beiden Nuctua-Kühler NH-U12S und NH-U9 (jeweils ab 68 Euro) sowie der NH-U14S (ab 80 Euro), ebenfalls von Noctua. Bei den Noctua-Modellen müsst ihr auf den Zusatz TR-SP3 im Namen achten, beim Modell von Arctic auf den Zusatz TR. Die gleichen Kühler ohne die passenden Adapter kosten übrigens 10 bis 20 Euro weniger. Wir erwarten aber freilich, dass es in der Zukunft mehr Auswahl an CPU-Kühlern für den AMD Sockel TR4 geben wird. Unsere Kollegen von Golem erwähnen in ihrem Testartikel beispielsweise den Cooler Master Hyper 212 in der TR Edition, die allerdings bisher noch nicht im Handel zu finden ist. Für einige CPU-Wasserkühler passt ein von AMD bei den Threadripper-CPUs mitgeliefertes Retention-Kit.

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